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Geschrieben im Monat November 2017:
Guten Tag allerseits,
 
13.11. 2017

Am gestrigen Sonntag wurde dem Intendanten des Koblenzer Musik-Instituts, Dr. Olaf Theisen, der Kulturpreis der Stadt Koblenz verliehen. Mir war die Aufgabe und die Ehre zugefallen, bei der Festverstaltung im Theater Koblenz die Laudatio auf den Preisträger zu halten. Und gerne komme ich dem Wunsch nach, mein Redemanuskript auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der vom geladenen Auditorium mit manchem Lachen und am Ende reichlich Beifall aufgenommene Vortrag dauerte knapp 25 Minuten. Heißt: Es ist nicht gerade ein kurzer Text. Gleichwohl sei potenzieIlen Lesern eine interessante wie kurzweilige Lektüre in Aussicht gestellt.

∇ Manuskript der Laudatio hier
(freier Lesetext)

                                                   ***
 
Heute zuerst der Hinweis auf meine Besprechung des 3. Koblenzer Anrechtskonzerts am Freitag: Der erste Teil des Abends brachte Novemberstimmung in die Koblenzer Rhein-Mosel-Halle. Benjamin Brittens Suite „A Time There Was“ schmeckt weithin nach nebelverhangenen grauen Frösteltagen. Die folgenden „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler verströmten Gram und tiefe Trauer. Nach der Pause übernahm mit Dimitri Schostakowitschs 5. Sinfonie opulent auftrumpfende Großsinfonik das Regiment. Deren Umsetzung durch die Rheinische Philharmonie unter Garry Walker wurde zu Recht mit sehr langem Beifall gefeiert.

> Konzertbesprechung hier
(kostenpflichtiger RZ-Text, 3900 Anschläge, 49 Cent)


11.11.2017

Da tappsen mir beim behaglichen Samstagsfrühstück plötzlich völlig unangemeldet zwei Gedanken durchs Hirn, die obendrein gar nichts miteinander zu tun haben.

1.) Womit eigentlich haben all die Straßenbaufirmen früher ihr Geld verdient, deren Baustellen ohne Zahl heute gleichzeitig jede, aber auch jede Fern- und die meisten Nahstraßen sowie das Gros der deutschen Innenstädte um und ümmer graben?

2.) Es täte wohl jedem Menschen gut, wenn er zumindest in der Übergangsphase vom späten Kind zum Erwachsenen für eine Weile auf ziellose Wanderschaft ginge. Eine Wanderschaft zu anderen Orten und Leuten; durch ungekannte Kulturen und Lebensweisen; hinein in unvertraute Denkschulen und Wissenszweige: hinab oder hinauf zu Krisenphasen, Zweifeln, Irrtümern: dorthin auch, wo die einfache Arbeit schwer und Schmalhans Küchenmeister ist ... Wir tun uns keinen Gefallen mit der Zurichtung von Bildungs- und Lebenswegen auf ein gradliniges, ungebrochenes, schnelles und effektives Erwachsenwerden.


09.11.2017

Eben habe ich aus der hintersten Ecke des Kleiderschrankes meinen einzigen und also "den guten" Anzug hervorgekramt. Nun hängt der dunkle Zweiteiler am Fenster und schnappt frische Luft. Solch Glück widerfährt ihm nur alle Jubeljahre, weil die honorable Herrenuniform halt noch nie mein Ding war. Anlass für den Ausnahmezustand ist ein Gesellschaftsereignis am kommenden Sonntagvormittag im Theater Koblenz: die Verleihung des Koblenzer Kulturpreises an Dr. Olaf Theisen, den Intendanten des Musik-Instituts. Da ich wegen meiner derzeitigen Buchschreiberei über die 210-jährige Geschichte eben dieses Instituts tief in der Materie stecke, wird mir die Ehre zuteil, die Laudatio auf den Preisträger zu halten. Was ich gerne mache - und zu diesem Behufe mich ins zwar angemessene, aber ungeliebte Outfit zwänge.


07.11.2017

Heute vor 100 Jahren. 7. November 1917 (25. Oktober nach julianischem Kalender) = Symboldatum für "Ausbruch der russischen Oktoberrevolution". Bei Durchsicht der medialen Aufbereitung des Themas wird einmal mehr erkennbar: Es gibt in der landläufigen Geschichtsbetrachtung verbreitet eine starke Neigung zu entweder Verklärung oder Aburteilung und Verdammung dieser Revolution, ja bisweilen jedweder Revolution.

∇ Kleine Anmerkung zum Thema hier
(freier Lesetext, 2200 Anschläge)


06.11.2017

Seit Januar wird Friedrich Dürrenmatts Stück „Die Physiker“ in einer ansehnlichen Bearbeitung am Staatstheater Mainz gespielt. Jetzt hat auch das Theater Bonn eine bemerkenswerte Neuinszenierung der Tragikomödie aus der Zeit des Kalten Krieges herausgebracht. Das Werk von 1962 dieser Tage auf den Spielplan zu setzen, ist naheliegend. Denn wie in beiden Fällen zu sehen, bewährt es sich als scharfer Kommentar zu einer Gegenwart, in der Technik und Ökomonie mit nie dagewesenem Tempo Lebensweise und -grundlage der Menschen umwälzen respektive zerstören.

> Meine Premierenkritik hier
(3600 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


05.11.2017

Neulich stand ich anderwärts mit einigen jüngeren freischaffenden Journalistenkollegen beisammen, die alle ein uraltes Klagelied dieser Zunft anstimmten: über Redakteure, die ihre Beiträge schlecht oder gar falsch redigierten, Kernaussagen rauskürzten, den individuell-originären Autorenstil wegschliffen oder Überschriften, Vorspänne, Anmoderationen formulierten, die zielgenau am Wesen des Beitrages vorbeigingen. Als Senior, der nun fast so lange Freischaffender ist, wie er zuvor auf der anderen Schreibtischseite Redakteur war, riet ich zu etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit einem Phänomen, das quasi in der Natur der Sache liegt - und das, so ärgerlich es im Einzelfall sein mag, doch eher die Ausnahme von der Regel darstellt.

In der Regel nämlich, so mein langjähriges Erleben, erfahren die Beiträge beim Zuschnitt auf gegebene Platzverhältnisse, Sendezeit oder (Eigen)Art des jeweiligen Mediums auch eine Aufwertung. Ich selbst bin kein besonders guter Schlagzeilenmacher und nur ein mäßiger Layouter. Und gewiss lässt sich manche Stelle in meinen Texten fürs jeweilige Publikum verständlicher, klarer, manchmal richtiger oder sogar schöner formulieren. Da bin ich dann gar nicht selten positiv überrascht, welch feinen Auftritt die Kollegen/innen meiner Schreiberei verschaffen - so sie die angemessene Zeit dafür haben.

Freilich gehen da bisweilen auch Schüsse daneben. Wenn Leser/Hörer dich in solchen Fällen angehen - "Wie kommen sie bloß auf so eine Überschrift, die gibt ihr Text doch gar nicht her?" - kannst du nur mit den Schultern zucken und an den Umstand erinnern: In den meisten Pressemedien werden Überschriften, Vorspänne, Anmoderationen nicht vom Autor des Beitrages selbst verfasst, und selten nur wird sein Beitrag eins zu eins in der Urfassung publiziert. Das kann man bedauern. Aber wie sähen Zeitungen und Sendungen wohl aus ohne die gestaltende Hand von Redakteuren?
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05.11.2017

TV-Tip für Montag 6.11., ZDF 20.15 Uhr: "Dengler - Die schützende Hand". Krimis sind bekanntlich nicht mein Ding. Aber in diesem Fall: Wolfgang Schorlau, der Autor des hier verfilmten gleichnamigen Kriminalromans, gilt als einer der politischsten und kritischsten Krimischreiber Deutschlands. Seine Faktenrecherchen sind umfassend und akribisch; jeder der bisher acht Romane mit Privatdetektiv Dengler legt den Finger in schwärende Wunden bundesrepublikanischer Verhältnisse. Diesmal geht es um Fragwürdigkeiten bei der Aufklärung der NSU-Morde. Und da der aus Idar-Oberstein stammende Schorlau, der etliche Jahre auch in Koblenz gelebt hat, obendrein ein alter und sehr kluger Freund von mir ist, empfehle ich ausnahmsweise mal einen Krimi.

04.11.2017

Drei Jahre ist es her, dass ein nur 60-minütiges Tanzstück die Zuseher am Mainzer Staatstheater zu frenetischem Beifall hinriss. Im Dezember 2014 hatte die neu formierte Compagnie tanzmainz eine Choreografie namens „Plafona Now“ aufgeführt. Die von der israelischen Choreografin Sharon Eyal stammende Arbeit konfrontierte Mainz mit einem dort bis dahin noch nie gesehenen zeitgenössischen Tanzstil. Jetzt kam auf derselben Bühne Eyals jüngste Arbeit „Soul Chain“ zur Uraufführung. Ihre dynamische Stilistik ist nun vertrauter, die Faszination daran aber keinen Deut geringer.

> Meine Premierenbesprechung hier
(3400 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


02.11.2017

"Kulturhauptstadt Koblenz: Idee ist vom Tisch" titelt der Kulturteil der Rhein-Zeitung heute (2.11.2017). Anlass: Die Stadtführung zieht ihren Vorstoß für eine Bewerbung zurück, weil das Land Rheinland-Pfalz nicht in die Mitfinanzierung einsteigen will. Ich stand der Idee von Anfang an zwar nicht ablehnend, aber doch sehr skeptisch gegenüber. Es geht eben nicht bloß darum, den am Ort eh vorhandenen Mix an Kultur etwas herauszuputzen/aufzupeppen und in einen neuen werblichen Hochglanz-Auftritt zu packen.

∇ Meine Anmerkungen zum Thema hier
(freier Lesetext, 2400 Anschläge)

                                                     ***

Anschluss Vormonat:


30.10.2017

Auch das soll einmal gesagt werden. Ziemlich zufrieden sehe ich, dass mein früheres Kulturressort bei der Rhein-Zeitung ( nach teils irrwitzigen Rationalisierungsexperimenten bis hin zur schieren Ressortauflösung in den frühen 2000ern) inzwischen an Kopfzahl und dort versammelten Kompetenzen/Fähigkeiten wieder sehr ordentlich bestückt ist. Ohne die Leistung der übrigen Kulturkollegen/innen schmälern zu wollen: Mit besonderer Freude beobachte ich derzeit als Leser das Heranwachsen eines hoch talentierten potenziellen Nachfolgers auf meinen ureigenen Gebieten. Der von der Filmwissenschaft kommende, jüngste und jüngst hinzugestoßene Kollege in der Runde, Wolfgang M. Schmitt, packt seine Kulturarbeit mit dem fast universellen Interesse eines klassischen, damit stets auch politischen Feuilletonisten an. Breitgefächert und hintergründig belesen, neugierig auf alles, was Mensch, Gesellschaft, Künste umtreibt und hervorbringen, führt er schon in seinen jetzt frühen Jahren eine meist muntere, kundige, bisweilen auch renitente, nachdenkliche und Nachdenken anregende Feder. Recht so, weiter so, liebe Kollegen/innen!


29.10.2017

Sie ist eine der berühmtesten Mainzerinnen, gehörte in weiten Kreisen freilich nie zu den beliebtesten: die Kommunistin und Schriftstellerin Anna Seghers (1900–1983). Vor 75 Jahren erschien ihr großer Roman „Das siebte Kreuz“. Dieser Tage sind dem Text wie seiner Autorin in Mainz und Frankfurt eine Fülle von Veranstaltungen gewidmet. An zentraler Stelle steht dabei die zweite je in Deutschland produzierte Adaption des Werkes für die Bühne; die erste war 1981 in Schwerin zu sehen. An diesem Wochenende gab Anselm Weber damit seinen Regieeinstand als neuer Intendant des Schauspiels Frankfurt.

> Meine Premierenbesprechung hier
(4000 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

25.10.2017

Diese aktuelle #metoo-Bewegung finde ich gut - auch wenn ich über die Jahrzehnte sehr viele Frauen getroffen habe, bei denen Mannsversuche verbaler oder gar händischer Übergriffigkeit keinesfalls ungestraft blieben. Aber es kann ja selbst im Falle solch starker Frauen nicht sein, dass sie in permanenter Bereitschaft leben müssen, sich zu wehren oder zurückzuschlagen. Da chauvenistische Übergriffigkeit, wie #metoo zeigt, leider und unerträglicherweise offenkundig anhaltend ein Massenphänomen ist, bleibt wohl gerade auf Männerseite noch einiges zu tun.

∇ Weitere Anmerkungen zu diesem Thema
(freier Lesetext, 2500 Anschläge)

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Weiter zurückliegende Texte
siehe Rückschau-Links unten

 
Wünsche Erhellung und Anregung bei der Lektüre
hier avisierter oder in der linken Spalte auf der Startseite gelisteter neuer Artikel.
Andreas Pecht


2017-10-31 Rückschau:
Guten Tag allerseits im Oktober 2017


2017-09-30 Rückschau:
Guten Tag allerseits im September 2017



 

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