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Geschrieben im Monat Dezember 2018:
Guten Tag allerseits,
 
11.12.2018

Rückblick-Reihe auf frühere Neujahrsessays:
Noch geprägt von Verlauf und Auswirkungen der Finanzkrise 2008/2009  sowie den damals aktuellen Forschungsergebnissen über die Weltbevölkerung und das Fortschreiten des  Klimawandels, entstand mein 2012er Neujahrsessay (veröffentlich am 2. Januar 2012 in der Rhein-Zeitung).  Wesentliche Grundaussagen des Textes haben ihre Gültigkeit bis heute behalten, auch wenn jüngere Entwicklung wie Migrationsfrage oder vermehrtes Aufkommen rechtspopulistischer Bewegungen/Regierungen darin noch kaum eine Rolle spielen (können).

2012-01-02 Neujahrsessay (freier Lesetext):
Wachset und mehret euch bloß nicht noch weiter - Wir stecken mittendrin in einem gewaltigen Epochenumbruch



10.12.2018

Während der Generalprobe wurde klar: Klarinettenstar Sharon Kam ist zu krank, um am selben Abend beim fünften Anrechtskonzert des Musik-Institut Koblenz mit der heimischen Philharmonie auftreten zu können. Nun liefen die Drähte heiß. Ein Ersatz musste gefunden, der frei ist, der die Klarinettenkonzerte von Aaron Copland und Artie Shaw drauf hat und der binnen fünf Stunden in Koblenz sein kann. Um 15 Uhr sprang Dimitri Ashkenzy in Basel in den Zug. Würde die Deutsche Bahn ihn fahrplanmäßig und so gerade noch pünktlich zum Konzertbeginn in Koblenz abliefern? Tat sie nicht. Es kam dennoch zu einem umjubelten Auftritt des "Ersatzsolisten".

> Meine Konzertbesprechung
(4200 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


07.12.2018

Auf Vorschlag zweier Freunde stelle ich eine kleine Artikelreihe zusammen mit einer Auswahl meiner früheren (kostenfreien) Neujahrsessays. Bis Weihnachten werde ich hier und auf meiner website in loser Folge einzelne dieser Texte zur Lektüre empfehlen, die in Teilen oder als Ganzes Bezüge zu noch aktuellen Entwicklungen/Diskursen haben. Nach dem vorgestrigen Hinweis andernorts auf das 2016er Neujahrsessay "Veränderung ist der historische Normalzustand" heute nun zusätzlich der Aufsatz vom Januar 2014.


2014-01-02 Neujahrsessay:
Die Neuvermessung des Menschlichen.  Zwischen Entschleunigung und Selbstoptimierung

(freier Lesetext)


2016-01-02 Neujahrsessay:
Veränderung ist der historische Normalzustand

(freier Lesetext)



06.12.2018

Ach Kinners, was ein nikoläusiges Durcheinander allenthalben - nur weil die eigentlichen Urspünge mancher Gebräuche in Vergessenheit geraten sind. KINDERN mit Ruprechts Rute zu drohen, sie gar damit zu schlagen, ist nicht nur heute unzeitgemäß, sondern auch historisch eine sehr junge Unsitte. Ureigentlich (mittelalterliche Tradition, anknüpfend an keltisch-germanisches Brauchtum) wurde der RutenSTREICH zwischen die Beine erwachsener Frauen und Männer geführt, auf dass er deren Zeugungskraft stärke = Fruchtbarkeitsritual. Back to the roots!


04.12.2018

Manchmal gibt es so Situationen, die braucht man nicht wirklich. Gestern (So) widerfuhr mir dies: Nach fünf Stunden schreiberischen Ringens war am frühen Nachmittag die Kritik zur Samstagspremiere am Theater Koblenz im Kasten. Hernach ein Schläfchen, dann ein Käffchen als Pause vor dem nächsten Einsatz: Uraufführung von "Mut und Gnade" in der Regie von Luk Perceval im Bockenheimer Depot zu Frankfurt. Dafür so gegen 16.15 Uhr noch geschwind ein Blick ins Internet auf die Besetzungsliste. Aus dem Augenwinkel plötzlich die Schweißausbrüche hervorrufende Wahrnehmung: "Vorstellungsbeginn Sonntag 18 Uhr" - nicht, wie normalerweise, 19.30 Uhr.


Ich also im häuslichen Räuberzivil ins Auto gestürzt und mit Karacho auf die A3, um die 110 Kilometer von Haustür zu Parkhaus runterzureißen. Fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn stand ich japsend und entnervt zwischen entgeisterten bis ungehaltenen Leuten vor der Theaterkasse. Dort rief eine sichtlich nicht minder entnervte junge Mitarbeiterin des Hauses den Wartenden wohl schon zum x-ten Male zu: "Die Vorstellung fällt aus!" Ein Schauspieler habe sich verletzt.


So kam es, dass ich den frühen Sonntagabend bei einer meiner "liebsten" Beschäftigungen verbrachte: Autofahren in Regennacht auf überfüllter Autobahn. Happy End: Schon gegen 21 Uhr lag ich daheim auf dem Sofa - umfangen von der Gnade des Schlummers und jeden Mutes enthoben.



03.12.2018

„Das hat viel Spaß gemacht.“ „Ein arger Klamauk.“ So zwei Besucher der Premiere von „Der Diener zweier Herren“ am Theater Koblenz. Beide Zuseher liegen richtig, mögen sie den zweieinhalbstündigen Abend auch fast gegensätzlich empfunden haben. Darin spiegelt sich jenes Problem, das die Neuzeit mit der alten Theaterform der Commedia dell'Arte seit jeher hat. Und Regisseur Kai Festersen hielt sich bei seiner Umsetzung von Carlo Goldonis Komödie ziemlich eng an die Manier des einstigen Jahrmarktstheaters.

> Meine Premierenbesprechung
(4350 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


02.12.2018

Das schönste Geschenk zum Dezemberbeginn: Erstmals SEIT APRIL gibt es in meinem Refugium wieder mehr Niederschlag als nur ein bisschen Getröpfel für ein paar seltene Minuten. Fast 10 Stunden währt nun schon ein wunderbarer Landregen - die ausgetrocknete Natur säuft und säuft und säuft.


01.12.2018

Beim gemütlichen Blättern durch die samstägliche Frühstückszeitung gewann ich bald den Eindruck: Sehr viele Weihnachtsmärkte heißen gar nicht "Weihnachtsmarkt", sondern tragen offenbar schon eine ganze Weile lokal spezifische Namen wie Pfefferkuchenmarkt, Knuspermarkt, Sterntalermarkt, Striezelmarkt, Printenmarkt, Lebkuchenmarkt, Christkindlmarkt... Forscht man ein bisschen nach, findet sich: Mancherorts gab es Vorläufer als Wintermarkt resp. "Fleischmarkt" von Handwerkern und Bauern schon im Mittelalter. Zum schier flächendeckenden - und pittoresk unterhaltsamen - Vorweihnachts-Phänomen wurden die Weihnachtsmärkte allerdings erst im 20. Jahrhundert, teils erst in den letzten drei Jahrzehnten.


                                            ***


Anschluss Monat November:


25.11.2018

Man kann die abendländischen Feste und Feiertage des Winterhalbjahres fast alle AUCH auf Traditionslinien   zurückführen, deren Urspünge weit vor der Christianisierung liegen. Danach würde sich der Festtagskalender für diese Jahreshälfte etwa so lesen:
Erntedank >Rübengeistern, Traulichtern, Samhain, Halloween (= Allerheiligen) > Rauhnächte, Mittwinter, längste Nacht (= Weihnachten) > Winteraustreibung, letzter Schmaus (Karneval) > Frühlings- und Fruchtbarkeitfest (Ostern).  Meine  Monatskolumne "Quergedanken" wirft mal einen launigen Blick auf die alten Bräuche und darauf, wie es um sie heute steht, seien sie christlichen oder vorchristlichen Ursprungs.

Quergedanken 166: Brauchtumspflege im Schlamassel 
(freier Lesetext)


23.11.2018

Eine Stunde nur dauert die jüngste Tanzproduktion am Staatstheater Mainz. Aber es ist eine beglückende Stunde. „Nothing“ nennt sich die vom israelischen Choreografen Roy Assaf mit der tanzmainz-Compagnie kreierte Arbeit. Doch die ist alles andere als ein Nichts. Sie steckt voller Witz, Sinnlichkeit, Lebensfreude sowie tänzerischer Leistungen auf sehr hohem Niveau. Sieben Frauen und sieben Männer in Badeanzügen und -hosen tanzen, plappern, singen eine sprühende Dichte von Bildern, Szenen, Sequenzen über Menschliches und Allzumenschliches.

> Meine Besprechung der Uraufführung
(3900 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent)


21.11.2018

Autsch'n! Sapperlott, da kriegst du doch die Motten! Es haben sich zwischen die Ofenscheite in meinem Holzlager etliche Wespen vor dem Winter zurückgezogen. Die sind zwar völlig erstarrt und teils auch schon mausetot - aber stechen tun sie noch immer.


20.11.2018

Gestern (Mo) schöne, interessante, gut besuchte Veranstaltung "200 Jahre Marx und Raiffeisen. Große Ideen für die kleinen Leute" in Weyerbusch/WW erlebt. Sehr aufmerksames Publikum beim Kooperationsabend von DGB und Friedrich-Ebert-Stiftung. Mein Vortrag über Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen dem revolutionären Kapitalismusanalytiker aus Trier und dem christlichen Genossenschaftspionier aus dem Westerwald bekam ordentlich Beifall und ich nachher allerhand persönlichen Zuspruch.

Ich werde 2019 wohl noch mehrmals bei anderen Veranstaltern zu diesem Thema sprechen. Ein Vortragsabend steht bereits fest: 21. Februar Altenkirchen/Haus Felsenkeller. Im Gespräch, aber noch nicht festgezurrt, sind Vorträge in Koblenz (Landesmuseum Festung Ehrenbreitstein) sowie in Trier. Falls irgendwo mich noch jemand für dieses Thema 2019 engagieren möchte: Bitte bald bei mir melden, auf dass wir Termin und Honorar aushandeln können.


Weiter zurückliegende Texte
siehe Rückschau-Links unten


 
Wünsche Erhellung und Anregung bei der Lektüre
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Andreas Pecht


2018-11-30 Rückschau:
"Guten Tag allerseits" November 2018


2018-10-31 Rückschau:
"Guten Tag allerseits" Oktober 2018


 

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