Guten Tag allerseits

28.05.2021

Des Lebens eigentümliche Zufälle: Die 67 000 Exemplare der heute erschienenen Juni-Ausgabe des mittelrheinischen Monatsmagazins "Kulturinfo" waren diese Woche gerade fertig gedruckt, da erhielt ich meinen lange erwarteten Termin zur Corona-Impfung. Dies sei der journalistischen Korrektheit halber angezeigt, weil es in meiner seit 2005 auf Seite 2 des "Kulturinfo" publizierten Kolumne "Quergedanken" in der diesmaligen Folge 191 auch knurrig um die deutsche Impfkampagne geht. > Lesen hier "Brennt da Licht am Ende des Tunnels?"


25.05.2021

Und jetzt mal: Stimmung!!! Himmelarschundwolkenbruch, ich hab' ja nichts dagegen, dass es regnet, aber vom diesjährigen mitteleuropäischen Kaltloch nun die Schnauze gestrichen voll! Wissta Bescheid.


22.05.2021

Doch ja, ich finde ehrenwert, bemerkenswert, teils bewundernswert, was in der Kulturlandschaft während der Pandemie-Monate im digitalen Bereich alles auf die Beine gestellt worden ist. Gut, dass es das gibt - und manches wird wohl auch nachher als quasi neue Sparte bleiben. Gleichwohl habe ich für meine Person ein Problem mit den Digitalformaten: Die derart dargebotene Kunst geht nicht wirklich an mich. Anders gesagt: Vor allem Theater, Tanz, Bildkunstbetrachtung gelangen via PC-Bildschirm nur bis in die Ratio des Kopfes, erreichen kaum je das Herz (per Mini-Mattscheibe von Smartsphones käme vollends gar nichts bei mir an). Das Phänomen ist nicht neu: Schon früher blieb das Anschauen von Schauspiel, Ballett etc. im Fernsehen für mich eher rationale Kunststudie denn Kunsterlebnis. Ich weiß, es gibt eine Menge Leute, denen geht es ganz anders. Schön so, nicht zuletzt für die Kunstschaffenden.


20.05.2021

Zwischeninfo an die Gartenfreunde: Mein Experiment "Kartoffeln hochziehen im kaputten  Regenfass" läuft bis dato wie geschmiert.  Die vier kurz über den Fassboden gesetzten Kartoffeln treiben ihre Grünblätter inzwischen munter und kräftig durch fast 90 cm Erde. Jeden zweiten Tag schütte ich einen Eimer Erde nach. Gleich nach Pfingsten wird das Fass randvoll sein. Dann können die Kartoffelpflanzen sich obenraus voll entwickeln und lassen darunter im ganzen Fassraum, hoffentlich, ordentlich Erdäppel wachsen.


19.05.2021

Etliche Regentage hintereinander. Die habe ich genutzt, um mich malpraktisch mit zwei bekannten Meisterwerken herumzuschlagen: Max Beckmanns "Zwei Kabarettistinnen" von 1943 und Vincent van Goghs "Sonnenaufgang bei St. Rrémy" aus dem Jahr 1899. Beim Blättern in den Kunstbänden riefen beide schon eine Weile immer wieder "versuch dich doch mal an uns". > Beide Bilder größer (hier)


18.05.2021

Freude! Heute stehen erstmals knackfrische Ernteprodukte der Saison 2021 aus meinem Garten auf dem Mittagstisch: Ein Teller mit Radieschen und "Eiszapfen" plus ein Schüsselchen mit Rucola.


16.05.2021

Ei guck, Menschen sind bisweilen lustige Wesen. Da argumentieren Leute über Wochen und Monate vehement dagegen, steigende Inzidenzen als Maßstab für Verschärfungen des Seuchenschutzes heranzuziehen. Jetzt aber fordern vielfach diesselben Leute mit nachdrücklichem Verweis auf sinkende Inzidenzen, die Schutzmaßnahmen rasch weitgehend auszusetzen.

Noch lustiger sind ein paar zehn- oder hunderttausend Zeitgenossen, die unerbittlich seit Monaten daran festhalten: "Die Corona-Einschränkungen müssen weg. Die AHAL-Regeln müssen weg. Niemand sollte sich impfen lassen. Tests sind nur staatliche Schikanemaßnahmen und müssen weg." Ja was wollen diese Typen denn? MAOAM, ganz bestimmt, und Freibier.


11.05.2021

Freude, auch ein bisschen Eigenstolz. Der Sohn vom seligen Schreinermeister Pecht hat da mal was gebaut, aus lauter auf dem Dachboden und im Werkstattkeller auffindbarem Krempel: Ein Maleck in der Schreibstube nebst einklappbarer, abhängbarer, für stehendes und sitzendes Arbeiten je umhängbarer "Staffelei" (1x1 m) mit 3-fach verstellbarem Neigungswinkel. Damit ist der Schreibtisch befreit von der wuchernden Pinsel-Passion, kann ich mal über das kleine A3-Format hinausgehen. Und - raffiniert, wie ich meine - mit drei Handgriffen tendiert nötigenfalls der Platzbedarf des Malecks fast gegen Null, ohne dass man irgendwas in anderer Räume verfrachten müsste.
"Schön" mag anders gehen, aber meine Schreibstube ist im kleinen Häuschen nur ein kleines Durchgangszimmer und seit jeher eben primär ein ARBEITSraum. Passt. Und weiter geht's, unter verbesserten Bedigungen - mit der entdeckerischen Abenteuerreise durch die Welt der Bildenden Kunst.


08.05.2021

Es ist schon seit einiger Zeit auch für regelmäßige Besucher meiner Wesite unübersehbar: Des Autors Wechsel in den Ruhestand verändert das Geschehen hier doch beträchtlich. Vor allem geschieht erheblich weniger als in vorherigen Zeiten, und es geschieht anderes. Das ist Folge der veränderten Lebensumstände (Rentnerdasein) sowie der Freisetzung neuer Interessen jenseits des bisherigen journalistischen Spektrums in Kultur und Politik... > Weiterlesen: "Info in eigener Sache"


27.04.2021

Viele wissen es. Andere ahnen es, weil meine Präsenz in Zeitungen und an Vortragspulten mittlerweile gegen Null tendiert, weil auch hier auf meiner website ionzwischen deutlich weniger passiert als in früheren Jahren: Der Autor ist in den Ruhestand getreten. Das schon vor einigen Monaten. Und was mache ich nun mit all der gewonnenen Verfügungszeit? „Er dreht am Rad“, meint Freund Walter schnippisch.... > Mehr dazu in meinen "Quergedanken" Nr. 190 "Aus dem Ruhestand"

27.04.2021

Viele wissen es. Andere ahnen es, weil meine Präsenz in Zeitungen und an Vortragspulten mittlerweile gegen Null tendiert, weil auch hier auf meiner website ionzwischen deutlich weniger passiert als in früheren Jahren: Der Autor ist in den Ruhestand getreten. Das schon vor einigen Monaten. Und was mache ich nun mit all der gewonnenen Verfügungszeit? „Er dreht am Rad“, meint Freund Walter schnippisch.... > Mehr dazu in meinen "Quergedanken" Nr. 190 "Aus dem Ruhestand"


17.04.2021

Wer wissen will, was geschähe, würden Politik und Gesellschaft in Deutschland den Vorstellungen und Forderungen von AfD, Verquerdenkern und diversen Coronaverharmlosern folgen – der schaue nach Brasilien.

Wer wissen will, was herauskommt, wenn Armut, Unterentwicklung, Übervölkerung, Gesundheits- und Bildungsmisere sowie (religiöse) Massenrituale eine systematische Seuchenbekämpfung fast unmöglich machen – der schaue nach Indien.

Wer wissen will, was die zähe und langwierige Folge ist, wenn JEDWEDE Maßnahme zur Seuchenbekämpfung stets von allen möglichen Seiten angefeindet, zerredet, uminterpretiert, ignoriert und deshalb kraftlosem Herumgeeiere der Vorzug gegeben wird – der schaue auf Deutschland.

Wer wissen will, welche Möglichkeiten zu einer wirksameren Seuchenbekämpfung es geben könnte – der schaue auf Australien, Neuseeland, Südkorea, auch China und einige andere.


15.04. 2021

Alles Herumreden, Zerreden, Kleinklein-Reden, Ignorieren, Taktieren ist für den Arsch. Denn eingetreten ist de facto - einmal mehr - genau das, was die Wissenschaftler prognostiziert haben, wovor sie wieder, wieder und wieder gewarnt haben und worauf das Gros der deutschen Politik sowie ein Teil der Gesellschaft wieder, wieder und wieder nicht angemessen reagieren. Wenn dieses Land sich nicht endlich zu einem "echten" Lockdown durchringt und weiter bei halbherzigem Herumeiern bleibt, sollte es sich wenigstens so ehrlich machen und zugeben, dass ihm das Öffnen, Öffnen, Öffnen weitere tausende Tote und Longcovid-Erkankte wert ist. Das wäre dann allerdings nicht mehr mein Land. Und bevor nun das übliche Kaleidsokop-Gelabere wieder anhebt: Man kann über alle Öffnungsstrategien reden, sobald jeder begriffen hat, dass für das eventuelle Gelingen sämtliches dieser Strategien Niedriginzidenzen ( = schwaches Infektionsgeschehen) grundlegende VORAUSSETZUNG sind.


12.04.2021

Ganz simples Erfahrungsfaktum: Seit Beginn der Pandemie folgen die Zahlen der klinischen Intensivfälle und der Corona-Toten mit 2- bis 3-wöchiger Verzögerung tendenziell stets der Entwicklung der Inzidenzen. So auch jetzt wieder bei der dritten Welle, weshalb ja die Intensivmediziner derzeit so laut wie nie "Alarm" rufen. Ja gewiss, die Inzidenzwerte sind "nur" grob, aber wir haben kein anderes geschweige denn besseres Frühwarnsystem - das uns in diesem Augenblick sehr deutlich signalisiert: Die jüngste Öffnungsorgie inmitten einer heftigen Zunahme des Infektionsgeschehens - wider den dringenden Rat, ja das verzweifelte Flehen von Wissenschaft und Medizinern - ist eine Dummheit sondergleichen. Wenige Monate vor Durchimpfung der Bevölkerung noch einen solche Harakiri-Kurs zu steuern, statt endlich für 2 bis 3 Wochen mit einem "echten" Lockdown (knüppelhart, aber kurz) das Infektionsgeschehen in den Keller zu drücken: Ich begreife es nicht.


06.04.2021

Ich mag Leute, die einen Spleen haben, eine Marotte, eine Schrulle, ein skurriles Hobby, eine absonderliche Passion oder seltsame Eigenart. Solange sie niemandem schaden oder einem mit überschießendem Missionierungsdrang ständig auf den Keks gehen. Am liebsten sind mir jene, die .... > weiterlesen hier


01.04.2021

Wer will denn jetzt noch mit Astraseneca geimpft werden? Na logisch: ICH, ich, ich (65) - und alle Leute derselben Altersklasse in meinem näheren und weiteren Umfeld. Es lässt sich doch keiner die Chance entgehen, plötzlich 12 Millionen Plätze in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Zudem: Jeder Geimpfte ist ein Fortschritt für die Seuchenbekämpfung. Gefahr: Es sterben jedes Jahr etwa 500 mal mehr Leute an Nebenwirkungen von Ibuprofen. Ab kommenden Mittwoch können sich in RLP die 60- bis 70-Jährigen zur Astra-Impfung anmelden. Do simma dabei!!


01.04.2021

"Reden wir mal übers Essen. Davon sind alle betroffen, hat jeder Ahnung. Denn alle müssen essen – egal wie das Wetter ist und was sich ringsumher mehr oder minder Dramatisches abspielt. Ein Entschluss Walters brachte das Thema neulich bei uns aufs Tapet mit der beiläufigen Bemerkung, er sei seit drei Wochen Vegetarier. (...)." So beginnt die aktuelle Folge Nr. 189 meiner seit 2005 bestehenden Monatskolumne  "Quergedanken".  > Weiterlesen "Allesfresser, Vegetarier, Veganer und Co."

Bevor ihr in die Lektüre des hier verlinkten (freien) Textes einsteigt, noch zwei Anmerkungen. 1. Ich benutze den Begriff "Allesfresser" (mich selbst eingeschlossen) nicht als Urteil, sondern in Anlehnung an die Kategorisierung der Biologie (Omnivoren). 2. Im Unterschied zur landläufig verbreiteten Ansicht sind täglich reichhaltige Fleischmahlzeiten historisch für das Gros der Menschen NICHT die Regel. Wir müssen mehr als 10 000 Jahre in die letzte Eiszeit zurückgehen, um in Europa auf Vorfahren zu treffen, die sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Und das auch nur, weil in der damals trockenkalten Tundralandschaft auf dem Kontinent essbare Pflanzen nur spärlich vorkamen, wandernde Wildtierherden indes in großer Zahl. Von der Sesshaftwerdung bis zur Wirtschaftswunderzeit war reichlich Fleisch auf dem Tisch ein Privileg der wohlhabenden Schichten, bestand die Basis der Volksernährung aus Getreidebrei (später Brot), Kohlgewächsen und Wurzelgemüse.     

 

01.04.2021

Wer will denn jetzt noch mit Astraseneca geimpft werden? Na logisch: ICH, ich, ich (65) - und alle Leute derselben Altersklasse in meinem näheren und weiteren Umfeld. Es lässt sich doch keiner die Chance entgehen, plötzlich 12 Millionen Plätze in der Impfreihenfolge nach vorne zu rücken. Zudem: Jeder Geimpfte ist ein Fortschritt für die Seuchenbekämpfung. Gefahr: Es sterben jedes Jahr etwa 500 mal mehr Leute an Nebenwirkungen von Ibuprofen. Ab kommenden Mittwoch können sich in RLP die 60- bis 70-Jährigen zur Astra-Impfung anmelden. Do simma dabei!!


01.04.2021

"Reden wir mal übers Essen. Davon sind alle betroffen, hat jeder Ahnung. Denn alle müssen essen – egal wie das Wetter ist und was sich ringsumher mehr oder minder Dramatisches abspielt. Ein Entschluss Walters brachte das Thema neulich bei uns aufs Tapet mit der beiläufigen Bemerkung, er sei seit drei Wochen Vegetarier. (...)." So beginnt die aktuelle Folge Nr. 189 meiner seit 2005 bestehenden Monatskolumne  "Quergedanken". > weiterlesen "Allesfresser, Vegetarier, Veganer und Co."

Bevor ihr in die Lektüre des hier verlinkten (freien) Textes einsteigt, noch zwei Anmerkungen. 1. Ich benutze den Begriff "Allesfresser" (mich selbst eingeschlossen) nicht als Urteil, sondern in Anlehnung an die Kategorisierung der Biologie (Omnivoren). 2. Im Unterschied zur landläufig verbreiteten Ansicht sind täglich reichhaltige Fleischmahlzeiten historisch für das Gros der Menschen NICHT die Regel. Wir müssen mehr als 10 000 Jahre in die letzte Eiszeit zurückgehen, um in Europa auf Vorfahren zu treffen, die sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Und das auch nur, weil in der damals trockenkalten Tundralandschaft auf dem Kontinent essbare Pflanzen nur spärlich vorkamen, wandernde Wildtierherden indes in großer Zahl. Von der Sesshaftwerdung bis zur Wirtschaftswunderzeit war reichlich Fleisch auf dem Tisch ein Privileg der wohlhabenden Schichten, bestand die Basis der Volksernährung aus Getreidebrei (später Brot), Kohlgewächsen und Wurzelgemüse.     


27.03.2021

Stehe am Fenster und hoffe, dass das eben über uns hinwegziehende Gewitter auch noch was anderes drauf hat, als mit Gedonner, Windböen und ein bisschen blödem Herumgehagle zu protzen. Regen wär' nicht schlecht, die Fässer zu füllen mit Gießwasser für die jetzt beginnende An- und Aufzuchtphase im Garten. Der müsste allerdings ein kleines Quantum üppiger fallen als früher, denn ich habe meine Regentonnen-Kapazität noch einmal aufgerüstet - ausgehend davon, dass gewiss weitere und noch ärgere Dürresommer folgen werden, selbst wenn zwischendurch mal, wie jetzt im gebeutelten Australien, ein Flutjahrgang über uns hereinbrechen sollte.

6 Fässer reißen nun rund ums Haus das Maul auf, nach Himmelswasser gierend. 2 pro Kännel, jeweils zur Überlaufbatterie gekoppelt. Macht in summa, wenn sie randvoll sind, knapp 2000 Liter, also 200 Gießkannen. Die würden, sparsam und gezielt vergossen, in unserem Garten etwa 4 Wochen Dürreperiode überbrücken können. Nicht mehr, aber weniger auch nicht.
Leider musste ich feststellen, dass eines der älteren Fässer sich über Winter im Boden Sprünge und ein Loch gefangen hat. Frage niemand nach dem Woher, Wie, Warum. Ich weiß es nicht (doch, doch, alle Fässer wurden im Herbst entleert). Was nun anfangen mit dem kaputten Ding? Beiseite stellen bis zum nächsten Sperrmüll?

Nach einigem Überlegen gebar die Hausgemeinschaft eine Idee: Wir bauen Kartoffeln darin an - nach der jüngst bei Städtern beliebt gewordenen Eimermethode für Balkone: Unten gute Erde ins Fass, dahinein ein paar Setzkartoffeln, dann mit dem Hochwachsen der Grüntriebe peu a peu Erde nachfüllen, bis das Behältnis voll ist. Am Ende kann die Pflanze obenauf sich zum grünen Busch entfalten und drinnen im Fass über die gesamte Höhe neue Kartoffeln bilden. Angeblich funktioniert das sehr gut und soll recht reiche Ernte erbringen. Wir haben es noch nie gemacht, also schaun mer mal.

Schönes Wochenende allerseits, trotz allem.
NACHTRAG. Da fällt mir gerade ein: Müssen wir an diesem Wochenende nicht die Uhr um eine Stunde auf Sommerzeit vorstellen (oder so ähnlich)?


26.03.2021

Viele wissen es, viele andere ahnen es, einige machen es immer wieder mal oder sogar regelmäßig: Sich für ein paar Tage vom Tohuwabohu der Netzwerke abzukoppeln, beruhigt ungemein. Mehr noch: Interessanterweise geht mit der Absenkung des persönlichen akuten Aufgeregtheitslevels zugleich auch eine Anhebung der Nachdenklichkeit und der Fähigkeit zur Unterscheidung/Beurteilung von längerfristig wichtigen und weniger wichtigen Aspekten einher. > weiterlesen "Nachdenkliche Bemerkung: Das Problem mit dem Info-Overkill"


25.03.2021

*grübel* Wenn ich mir die Statements heute und in jüngerer Zeit zur Sache Corona in den Netzwerken und Leserbriefspalten anschaue, beschleicht mich eine Befürchtung: Sinnvolle Diskussionen sind in der breiten  Bevölkerung eventuell gar nicht mehr möglich über das, was jetzt - nachdem das Kind viele Monate von einem Brunnen in den anderen gefallen ist - in der Corona-Krise nötig wäre, zu tun. Denn: Je nach Art und Grad der persönlichen Krisenbetroffenheit halten unterschiedliche Leute völlig verschiedene bis gegensätzliche Maßnahmen und Marschrichtungen für das Nötigste.

Im Grunde ist das verständlich, sagte doch der alte Marx schon richtig: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein". Und wo das persönliche Sein (egal auf welcher Seite) zum Maß der Dinge wird, ist auch kaum noch greifbar, was denn eigentlich das Nötigste für das Wohl aller (Gemeinwohl) wäre. Zu dieser Erkenntnis gelangt, bleiben allerdings zwei ganz große Probleme: 1. Was sollen wir, was soll die Politik nun praktisch tun? 2. Das Virus folgt seinen eigenen Naturgesetzen. Der kleinste und nahezu einzige gemeinsame Nenner in der übergroßen Mehrheit der Diskutanten wie auch der Bevölkerung ist: impfen, impfen, impfen.

Wie dem auch sei: Ich hatte mich gestern (s.u.) doch nochmal hinreißen lassen, in Sache innerdeutscher Seuchenlage/-politik u.a. im Rahmen meines 3300 Personen umfassenden Kontaktkreises auf Faceboock zur Feder zu greifen. Gehe nun aber davon aus, dass es tatsächlich für eine ganze Weile das letzte Mal war  - *bringt nichts, regt mich aber furchtbar auf*.


24.03.2021

Der fünftägige Sonderlockdown über Ostern kommt dem recht nahe, was viele Wissenschaftler und Mediziner schon im Sommer und die meisten dann ab Oktober 2020 empfohlen, vorgeschlagen, gefordert haben - allerdings für einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen (und ohne die kontraproduktive Verengung des Lebensmitteleinkaufs auf einige Massenballungsstunden) > weiterlesen "Anmerkung zur deutschen Osterregelung" 

NACHTRAG (zwei Stunden später): Kaum hatte ich diesen Beitrag auf meine Website gestellt, kamen die Nachrichten, dass die Osterregelungen schon wieder geändert worden sind (u.a. Lebensmittelhandel am Osterdonnerstag nun doch geöffnet, überhaupt die Idee vom Gründonnerstag als Sonderfeiertag wieder bergraben).


23.03.2021

6.30 Uhr. Erster Gedanke beim frühmorgenlichen Aufwachen an diesem Dienstag: Tagen sie noch? Oder haben sie die Fortführung der finalen Strategie zur Niederringung der Seuche beschlossen: Mit allen Mitteln in jedwede Richtung dafür kämpfen, dass das Virus sich totlacht? Also raus aus den Federn und Nachrichtenlage abklopfen.....  7.00 Uhr Habe nun, ach, abgeklopft .... Und gehe wieder ins Bett. Gute Nacht.


22.03.2021

Passend zum heutigen „Tag des Wassers“ berichtet meine Kollegin Gisela Kirschstein in der Rhein-Zeitung nun von aktuellen Forschungsergebnissen im speziellen Bereich „europäische Hydroklimatik“. Da geht es um die historische Entwicklung von Dürreperioden und Wasser-Ressourcen. Ergebnis: Europa erlebe seit 2015 die schlimmste Sommertrockenperiode innerhalb der zurückliegenden gut 2000 Jahre. > Mehr dazu hier

***

Ende der zweiten Märzwoche waren in meinem eMail-Kasten dutzende freudiger Wiedereröffnungs-Ankündigungen von Kulturinstitutionen im Südwesten zwischen Düsseldorf und Mannheim eingetrudelt. Ich ließ sie unbeachtet, weil mir schwante: Im Laufe der dritten Märzwoche würden sie allesamt widerrufen. Und so ist es denn auch gekommen.


21.03.2021

Ungastliches Wetter draußen. Ich beschließe: Lesenachmittag im Wohnzimmersessel. "Der Kerl braucht mehr Bewegung" meint zeitgleich wohl ein anderer, unbewussterer Hirnteil und setzt folgende Maschinerie in Gang: Wo ist mein Buch? Oben = 1 Treppe rauf. Buch wird erblickt, daneben sollte die Lesebrille liegen, tut sie aber nicht. Wo ist meine Brille? Liegt im Keller auf der Werkbank = 2 Treppen runter. Wenn ich schon mal unten bin, kann ich in einem Aufwasch auch gleich zwei Flaschen Wasser mitnehmen = Flaschen gegriffen, damit 1 Treppe hoch ins Wohnzimmer. Wo ist denn jetzt wieder die Brille? Liegt noch immer im Keller, jetzt auf dem Regalbrett in der Getränkeecke = 1 Treppe runter und wieder rauf. Platz nehmen im Lesesessel mit Brille auf der Nase. Aber, Herrgott nochmal, wo ist denn jetzt das Buch? Das verweilt anhaltend oben in der Schreibstube = 1 Treppe rauf und wieder runter. Jetzt endlich: Gemütlich lesen - nach 20 Minuten Treppen-Trimm-Dich. Nein, ich beklage mich nicht, das Hirn weiß schon, was für mich am besten ist.

***

Seit einiger Zeit lese ich meine Leib-und-Seelen-Wochenzeitung „Die Zeit“ in veränderter Ressort-Reihenfolge. Früher, noch im (kultur)journalistischen Vollberuf, kam zuerst das Feuilleton, folgte dann sogleich die Politik. Inzwischen bin ich ganz narrisch auf die Abteilung „Wissen“ mit gut verständlichen Beiträgen aus und über aktuelle Forschungen/Strömungen in Natur-, Sozial-, Geisteswissenschaften oder deren Geschichte. Denn da lernt man wirklich noch was (Neues). Oder erfährt von Sachen, die in kundigen Kreisen womöglich lange bekannt sind, aber in tagesaktuellen Nachrichtenströmen untergehen und deshalb bei einem selbst nie angekommen sind. Oder man wird konfrontiert mit neuartigen Blickwinkeln auf altbekannte Umstände.

Eben jetzt habe ich bei der Lektüre von „Wissen“ in der jüngsten „Zeit“-Ausgabe etwa erfahren:
1. a) Die Darmflora von Frauen und Männern setzt sich unterschiedlich zusammen. b) Bei Männern durchläuft die Nahrung den Verdauungstrakt schneller als bei Frauen (was manches lebenspraktische Phänomen erklären könnte). c) Frauen haben ein stärkeres Immunsystem – woraus leider aber auch resultiert, dass bei ihnen überschießende Immunreaktionen häufiger sind.

2. Die negative Öko-/Klimabilanz des Flugverkehrs rührt nicht nur aus dessen Spritverbrauch (Kohlendioxidausstoß). Hinzu kommt, dass sich aus den Kondensstreifen der Flugzeuge teils  langlebige Zirruswolken bilden, von denen bei Millionen Flugbewegungen die Wärmeabstrahlung der Atmosphäre ins Weltall spürbar behindert wird. Dies erhellt meine eigenen Beobachtungen am Himmel über der heimischen Terrasse bei Flug-Volllastbetrieb prä Corona: Meteorologisch sollte/könnte strahlendblauer Himmel herrschen; doch da über uns ein Flughighway liegt (mit stündlich mehreren Dutzend Überflügen in mittlerer und oberer Höhe), wird der Himmel stattdessen oft in Teilen oder voller Fläche von sich – gut beobachtbar - zu Wolken ausbreitenden Kondenzstreifen eingetrübt oder vollends bewölkt.  


20.03.2021

Fakten-Betrachtung.
Es kursiert derzeit vermehrt die These, die aktuell fast überall in Bund und  Land sehr stark ansteigenden Inzidenzwerte würden allein auf den neuerdings massenhaften Einsatz von Schnelltests zurückgehen und kein Ausdruck starker Intensivierung des tatsächlichden Infektionsgeschehens sein. Diese These wird in der Fachwelt überwiegend für unzuftreffend gehalten. Beispielhaft seien als Beleg die jüngsten Zahlen des Gesunheitsamtes meiner  Heimatregion (Westerwaldkreis) angeführt.

Danach hat sich die kreisweite Inzidenz - berechnet aus positiven PCR-Tests (Labor) - im Laufe der vergangenen zwei Wochen um rund 100 % von 46/47 auf 92/94 erhöht, also verdoppelt. Allerdings sind daran nur maximal 17 % Fälle beteiligt, die als Verdachtsfälle aus dem Bereich Schnelltest zur Kontrolle an die PCR-Testung weiterverwiesen wurden.  Das entspricht den Erwartungen vieler Fachleute, wonach die bei Schnelltests gefundenen und via PCR-Test positiv bestätigten Verdachtsfälle in der jetzigen Pandemiephase nur zu einem recht kleinen Teil (regional unterschiedlich etwa 10 bis maximal 25%) bei der Inzidenz zu Buche schlagen. Heißt: Die derzeit explodierenden Inzidenzen sind nicht etwa ein statitisches Phänomen in Folge massenhafter Schnelltests, sondern zu 75 bis 90% Audruck akut tatsächlicher Intensivierung des Infektionsgeschehens.


19.03.2021

Mal die guten Nachrichten gesammelt; betreffen sämtliche den Bereich „Impfung“. Über fast alles andere hinsichtlich der Zwischenzeit bis zur Durchimpfung mag ich nichts mehr sagen. Publikumsdiskussionen festgefahren, drehen sich nur noch im Kreis. Politik? Kein Kommentar meinerseits mehr möglich, zu absurd inzwischen das alles. Also, das Gute: > weiterlesen "Nachtnotizen 19.3. zum Corona-Scheiß


18.03.2021

Von etlichen Seiten wird derzeit mit Verve versucht, unser bisheriges Mess-/Maßsystem für die Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens in die Minderbedeutung zu drücken oder gänzlich kaputtzureden: das System der 7-Tage-Inzidenz. Kann man natürlich machen - um die Einhaltung der vereinbarten Notbremsungen im Falle des (derzeit verbreitet eintretenden) Übersteigens bestimmter Inzidenzwerte auszuhebeln. Zu bedenken wäre dabei allerdings: > weiterlesen "Anmerkung / Das System der Inzidenz-Messung ist unverzichtbar"


16.03.2021

Doch ja, ich bin zornig, sehr. Es soll niemand, aber auch gar niemand sagen, man hätte nicht wissen können, dass es so kommt wie es nun kommt (Infektionszunahme, bald eponentiell). Mitten hinein in eine unübersehbare Ausweitung des Infektionsgeschehens mit überhand nehmenden ansteckenderen Virusmutanten eine Öffnungsoffensive zu bauen, das ist nichts anderes, als sehenden Auges ins Messer zu laufen. Ob wir je begreifen werden, dass die Seuche erst vorbei ist, wenn sie vorbei ist - und nicht, wenn wir keine Lust mehr haben?  Der Schaden aus den jüngsten (vorübergehenden) Öffnungen wird psychologisch und materiell ungleich größer sein, als er es bei Fortführung, gar kurzzeitiger Verschärfung des Lockdowns hätte werden können.


15.03.2021

So, gewählt wär'. Jetzt wieder an die Arbeit, es gibt reichlich zu tun - z.B. eine Seuchenlage zu managen, die gerade erneut aus dem Ruder läuft. Große Analyse der Wahlergebnisse? Kein Bedarf meinerseits, denn die Ergebnisse sind in der Grundtendenz ziemlich erwartungsgemäß ausgefallen, und dazu habe ich schon vor Jahren alles gesagt, was zu sagen wäre. Etwa: Die CDU wird zwangsläufig die gleiche Entwicklung hin zur deutlich verkleinerten Partei machen wie zuvor bundesweit die SPD. Der Aufwärtstrend der Grünen wird vorerst anhalten, weil die Umweltprobleme de facto immer stärker auf den Nägeln brennen. Der AfD-Boom wird aufhören und schließlich bei einem in Deutschland allzeit existierenden braunen Stammwählerpotenzial bundesweit zwischen 7 und 14 % festkleben - sobald ernste Probleme jenseits des Migrantenthemas die politische Agenda beherrschen.
Mein eigenes politisches Interesse reduziert/konzentriert sich schon seit einiger Zeit hauptsächlich auf die fünf großen Menschheitskrisen und was jedwede Politaktivität zu deren Lösung beitragen kann (oder eben nicht beiträgt):

1. Klimawandel
2. Artensterben
3. Immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich
4. Fixierung der Weltwirtschaftsordnung und -politik auf "Wachstum", statt auf Nachhaltigkeit und Umverteilung
5. Corona-Seuche.

Warum diese fünf? Weil ohne rabiat und flott vorangetriebene Eindämmung jede einzelne, mehrere und sowieso alle dieser Krisen zusammen das Zeug haben, die menschliche Weltzivilisation in ihren Grundfesten zu erschüttern und ins Chaos zu stürzen. Dies ist nach vielen Jahrern ziemlich genauer Betrachtung des Gangs der Dinge - leider - meine feste Überzeugung geworden. Optimismus geht anders, ich weiß. Aber hinsichtlich des Großenganzen: Woher nehmen?


12.03.2021

Wahlsonntag also an diesem Wochenende in RLP und Bawü. Wer noch nicht gebriefwählt hat, möge - mit angemessener Vorsicht - dann bitte zur Urne gehen. Meine Minimal-Wahlempfehlung: Jedes "kleinere Übel" ist besser als das große braune Elend. Schönes Wochenende allerseits - trotz allem.


11.03.2021

Und plötzlich fühle ich mich wieder wie mit 15. Damals hieß es bei allem für den Buben besonders Interessanten, Verlockenden und Schönen von Gesetzes wegen oder per elterlicher Verordnung: "Da bist du noch zu jung für." Rauchen, Wirtshaus, abends bis in die Puppen ausgehen, allein Verreisen, mit Mädchen "rummachen", demonstrieren, Entschuldigungen selber schreiben ...  Jetzt bin ich mit 65 schon wieder "zu jung" - und muss mich an 22-millionster Position zum Impfen hintanstellen. Aber sei's drum: Damals hat der Bub sich um die Ver- und Gebote nicht gekümmert, heute sitzt er die paar Wochen bis zur Impfung neidlos auf einer A-Backe ab.

Gleichwohl bin ich selbstredend unbedingt dafür, das Impfen mit Volldampf zu beschleunigen. Nicht zuletzt deshalb, weil ein paar Wochen mehr oder weniger hierzulande etliche Tausend unnötig Verstorbene oder Schwerkranke mehr oder weniger bedeuten.


10.03.2021

Mein nachfolgend verlinkter Text wurde im Mai 2011 im mittelrheinischen Magazin "Kulturinfo" anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Koblenzer Café Hahn" publiziert. Ich habe ihn - und einen weiteren, bereits zum 25. Geburtstag 2006 verfassten Artikel - jetzt aus der Versenkung geholt, weil das Hahn am 12. und 13. März 2021 mit einem Livestream-Festival im Netz in sein Jubeljahr zum 40. einsteigt. Da möchte es so mancher/m der vielen Freunde*innen dieser Koblenzer Kulturinstitution vielleicht genehm sein, noch einmal oder erstmals so einiges über deren frühere und ganz frühen Jahre zu lesen.  > Glückwunsch zu 40 Jahren Café Hahn (Episoden von einst bis 2011)


09.03.2021

Die Älteren wissen noch, was gemeint ist: BIMBES.


08.03.2021

Munter ausgreifenden Schrittes stapfe ich auf gewundenem Weg durch den noch winterkahlen Forst, betulich sinnend über alles und nichts. Da baut sich weit hinter mir, doch rasch näherkommend und umso lauter werdend, eine Geräuschkulisse auf: Pochen, Poltern, Trommeln, Dröhnen, schließlich Donnern ... > weiterlesen "Glücksmoment am Sonntagmorgen" (Ein Verzählche)


06.03.2021

Nun denn, macht ihr mal (Öffnung aller Geschäfte in Rheinland-Pfalz ab diesen Montag, ohne dass es in Deutschland irgendein Konzept, irgendeine Strategie gäbe, Massenwanderungen aus roten Gebieten in die Einkaufsmeilen von grünen Gebieten zu verhindern/zu unterbinden). Sollte aber nachher, wenn das Kind wieder in den Brunnen gefallen ist, jemand rumjammern, man hätte vorher ja nicht wissen können, dass die Sache so übel ausgeht - dann spring ich aus der Bux und dem- oder derjenigen mit dem nackten Arsch (sic!) ins Gesicht.


05.03.2021

Weil ich dem neuen regierungsamtlichen Corona-Öffnungsstufenplan zwar alle Daumen drücke, aber sachlich doch eher überzeugt bin, dass dieser uns schnurstracks in die 3. Welle führt, habe ich mir jetzt einen ganz persönlichen Öffnungsplan gestrickt: > weiterlesen "Hoffnungen für den Herbst 2021"


04.03.2021

50 ist das neue 35 und 100 das alte 50. Ich drücke sämtliche Daumen, dass das gut geht, fürchte aber ... (> Blick auf diverse Nachbarn in Europa). Es ist nunmal recht problematisch, wenn bei der Befassung mit Naturgesetzen menschliches Wünschen Vater aller Gedanken und Beschlüsse ist. M.E. sind wir bei einer Durchimpfungsrate von knapp 5 % einfach zu früh mit den obigen Maßnahmen; 50 % könnte der richtige Zeitpunkt sein.


03.03.2021

*autsch'n, weh, knirsch, ach* Seit etlichen Tagen schon steige ich morgens mit schmerzverzerrtem, gleichwohl glücklichem Gesicht aus dem Bett. Es plagt mich jedesmal aufs Neue ein gepflegter Muskelkater von den Waden bis zu den Schultern, herrührend vom Hacken, Schippen, Rechen bei schönstem Wetter im Gemüsegarten. Der Altkomposthaufen ist aufgelöst und verteilt, der Neukomposthaufen umgesetzt. Acht der neun Beete meiner Selbstversorgungswirtsdchaft sind bereits (und damit etwas früher als sonst) für Aussaat/Pflanzung fertig. Das neunte kommt heute dran - bevor morgen hoffentlich der von den Wetterfröschen angekündigte Regentag folgt, auf den nach dem Winterablassen sämtliche leeren Wassertonnen mit weit aufgerissenen Mäulern warten.

Auf den Fensterbänken drinnen im Haus keimt, sprießt, spratzelt es in den Anzuchttöpfen. Der Umgang mit den neugeborenen Babysprösslingen war indes nie so meine starke Seite. Die schießen mal wieder alle auf fadendünnem Bein giegakelig viel zu schnell senkrecht in die Höhe. Und ich weiß nicht recht, wie man sie dazu bewegen könnte, statt gierig-flott in schwächliche Länge, etwas geduldiger in mehr Kraft zu investieren.


01.03.2021

Der gestrige Sonntag (28. Februar anno coronae II) kam mir vor wie Volkswandertag, sozusagen. Selbst in meinen abgeschiedenen Hauswald-Gefilden im Unterwesterwald herrschte, sprichwörtlich, "ein Betrieb wie in der Großstadt". Wo mir sonst das ganze Jahr über in summa kaum drei Dutzend Leute begegnen, waren es gestern während einer mehrstündigen Wanderung bald 100. Manche hoch zu Ross, viele hoch zu Drahtesel, noch mehr auf Schusters Rappen belebten die gewöhnlich einsamen Wege.

In Gedanken rechnete ich dieses Getriebe auf die zeitgleichen Verhältnisse in großstadtnahen Frischluftarealen um und dachte mir sogleich: Am Mainzer, Koblenzer oder Kölner Rheinufer möchtest du jetzt eher nicht abgebildet sein. Was von einem älteren Paar bestätigt wurde: Die zwei standen mit Wanderkarte etwas ratlos an einer Waldwegkreuzung. Ich bot orientierende Hilfe an und man kam in Gespräch. Das Paar war von Koblenz heraufgefahren mit der Überlegung: "Wir gehen heute dorthin, wo kein solcher Massenbetrieb zu erwarten ist wie in unseren Rheinanlagen oder im Stadtwald." Richtig überlegt?


27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"

 


27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"

27.02.2021

Es gibt derzeit nichts, das ich mehr herbeisehne als die zügig schrittweise Rückkehr zur normalen Alltagskultur. Doch, eines: Dass wir Herr über die Seuche werden, dass wir sie niederringen auf ein Minimalniveau, von dem aus sie unsere Gegenmaßnahmen nicht mehr großflächig überwinden kann. Andernfalls nämlich wird das nichts mit der Rückkehr zur Normalität, wird der Versuch der Rückkehr bloß in die nächste Welle führen. Ein solcher Versuch beginnt hierzulande jetzt.... > weiterlesen Kommentar "Mehr Öffnungen verlangen strengere Disziplin aller"


26.02.2021

Nach zweimonatiger Corona-Zwangspause darf ich fürs Magazin "kulturinfo" und meine dortige Kolumne "Quergedanken" mal wieder zur Feder greifen. Von einer der schönen Seiten des Lebens sollte die schreiberische Rede gehen, nicht wieder von der vermaledeiten Seuche. Von hübschen und aufhübschenden Modetrends wollte sie handeln, die in der warmen Jahreszeit allüberall Kopf und Herz der TrägerInnen wie der Betrachtenden erfreuen. Doch kaum ist solch harmloser Gedanken gefasst, stolpert er über die (noch) nirgends umgehbaren pandemischen Unbilden. > weiterlesen


17.02.2021

Zum Genderdisput: Sprache und Sprachgebrauch folgen am Ende unausweichlich den Veränderungen von realen Sachlagen und Lebensarten. Wäre dem nicht so, wir hätten gar keine entwickelte Sprache und also keine Zivilisation. Das gilt auch für die recht komplizierten Geschlechtsspezifika im Deutschen. Da stecken wir jetzt in einer Übergangsphase, die naturgemäß Unsicherheiten und auch Aufregungen mit sich bringt - wie stets, wenn Altgewohntes zur Verabschiedung ansteht. Diese Phase wird ein paar Jahre dauern, derweil die Sprache tut, was sie immer tat: Sich im alltäglichen Gebrauch Zug um Zug den Gegebenheiten anpassen. Ich seh das ganz gelassen.


15.02.2021

Nach erneut zwei Monaten Corona-Zwangspause wagt das mittelrheinische Magazin "Kulturinfo" nun den Anlauf zur Herausgabe einer März-Nummer. Damit wird auch wieder meine schon seit 2005 so benannte Monatskolumne "Quergedanken" fällig. Redaktionsschluss ist am heutigen (Rosen)Montag, weshalb die Schreibstube seit gestern Mittag und bis jetzt zum Abend mal wieder von Ruhestandswerkstatt auf (freiwillige) Kolumnistenpflicht umgeschaltet ist. Über was Schönes wollte/will ich schreiben, nicht schon wieder über die Seuche; obendrein inmitten aktueller Eiseskälte zu angenehmen Aus- und Ansichten in der sehnsüchtig erwarteten warmen Jahreszeit. Weshalb die Überschrift lautet: "Sommermode 2021: unten hui, oben pfui?" Da ich nach Freund Walters Befund von Mode kaum mehr verstehe als "finde ich hübsch anzuschauen oder eher nicht", bin ich selbst am meisten gespannt auf das Ergebnis der Schreiberei. Das gibt des dann Ende Februar zu lesen.

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Obacht! Ufpasse! Eben klopfen ein paar erste Eisbröckelchen und auch Regentropfen auf die Dachfenster hier. Sollten, wie von den Wetterfröschen vor allem für West/Südwest angekündigt, Letztere im Laufe des Tages mehr werden, gäbe das eine gehörige Rutsch- und Schlittersauerei. Denn die Böden sind weithin noch bis obenauf gefroren. Man mussl sich nicht verrückt machen, aber schaden kann es nicht, sich heute von der Mutter des Porzellanladens leiten zu lassen! Wer immer irgendwie kann, sollte der altbewährten Devise eingedenk sein: Besser mit dem Arsch drinne hocken, als sich draußen den Steiß verbellern.


14.02.2021

Warum eigentlich machen wir das alles? Warum tun sich einige Milliarden Menschen rund um den Erdball in unterschiedlichen Kulturkreisen mit verschiedenartigen Gesellschafts- und Regierungsformen die teils erheblichen Unbilden des Corona-Seuchenschutzes an? Zwei Gründe, die eng miteinander verbunden sind: ...  > weiterlesen "Eine Erinnerung ans ethische Selbstverständnis"

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Heroben im Westerwald am heutigen Sonntag strahlender Sonnenschein, der einem angenehme Stunden im Freien verheißt. Dort aber beißt sich nochmal ein derart eisiger Wind in die Haut - pfeift zum Kragen oben rein und zur Buxe unten wieder raus, unterwegs alles abfrierend -, dass ich nach 1,5-stündigem Ausflug froh war, wieder am Bollerherd zu hocken und heiße Rindssuppe zu schlürfen. Wie immer im Februar (mein Depri-Monat): Ich hab' jetzt keine Lust mehr auf eisekalt und dunkel.


13.02.2021

Und so muss ich denn heute zerknirscht erkennen, dass jahrzehntelang all meine Überlegungen, Studien, Nachforschungen, Schlussfolgerungen, Artikel und Vorträge zur Zivilisationsgeschichte der Menschheit falsch waren. Denn ich hatte dabei DEM zentralen Entwicklungsfaktor fast gar keine Aufmerksamkeit gewidmet: der für das Funktionieren aller Gesellschaft existenziellen Bedeutung des Haare-Frisierens.


12.02.2021

Ein erstaunlicher Vorgang. Irgendwie haben Verteidigungsministerium und Armeeführung in Deutschland plötzlich erkannt: Eigentlich ist die Bundeswehr auch, ja vor allem (m.E. ausschließlich) zur Landesverteidigung gedacht. Nur sei sie leider dafür inzwischen gar nicht mehr gerüstet. Weil: "Die Truppe ist viel zu sehr auf Auslandseinsätze getrimmt worden", heißt es aus dem Offizierskorps.


11.02.2021

Mal was ganz anderes (Nachtgedanken, Folge XY).
Die meisten Menschen, egal welchen Geschlechts, sind mehr oder minder häufig sexuelle LustSUBJEKTE. Meint: Sie begehren jemanden. Woraus sich mit zwingender Logik ergibt: Die meisten Menschen sind, zumindest zeitweise, auch LustOBJEKTE, denn sie werden begehrt. Und von denen wiederum wären ziemlich viele, Frauen wie Männer, recht traurig, würden sie nie begehrt. Wenn's gut läuft und passt, sind bei libidinösen Paarungen alle Beteiligten aus freier Entscheidung zugleich Lustsubjekte und Lustobjekte. Soweit so natürlich, normal und akzeptabel.
Dem kommt nun aber leider das sozialhistorische Faktum in die Quere, dass in den über etliche Jahrhunderte dominanten Gesellschaftsordnungen die Frau als dem Manne nach-/untergeordneter, minder wertiger Menschheitsteil betrachtet und behandelt wurde, weithin noch immer wird.

Die Folge daraus war/ist, dass ihre Rolle als Lustsubjekt auf eine bestenfalls marginale Nebenrolle geschrumpft und die Sexualität der Frau generell auf die Funktion des Lustobjekts (resp. der Kindsmutter) REDUZIERT wurde und oft noch wird - mit allen hässlichen, geschmacklosen, unwürdigen Begleiterscheinungen, die auch unserer heutigen Lebensart noch immer alles andere als fremd sind. In solchem Umfeld wird der ureigentlich angenehme Aspekt, auch Lustobjekt sein zu dürfen - also begehrt zu werden - für die Frau pervertiert zur dienstbaren Daseinsform. Gewiss, dieses ungute Verhältnis ist seit den 1960ern im Wandel begriffen. Aber die Beharrungskräfte sind unendlich zäh und die Rückfälle mannigfach.


10.02.2021

In den letzten Tagen habe ich zwei Begriffe gelernt, die mir bis dato völlig unbekannt waren: "Grenzwetterlage" und "Blutschnee". Ersterer ist, sagt man mir, ein unter Meteorologen gebräuchlicher Fachbegriff; in normalen Wetterberichten allerdings eher selten benutzt, weil die damit bezeichnete Wetterlage hierzulande in der jetzigen Dauer und Schärfe eine Ausnahmeerscheinung ist (war). Letzterer Begriff, Blutschnee, ist wohl eine Erfindung aus den Dichterstuben der Boulevardmedien. Das derart benamte  Phänomen ist aber auch faszinierend: Mitten im hiesigen Winter trägt eine für diese Jahreszeit sehr ungewöhnliche extreme Warmluftfront von südwest Sahara-Staub bis ins Alpenland, der dort den Bodenschnee partiell gelb bis rötlich einfärbt.

Ansonsten liegen wir hier im Unterwesterwald offenbar genau auf der südlichen Grenze dieser "schwimmenden" Grenzwetterlage, die Deutschland nun schon eine Weile mit teils mehr als 20 Temperaturgraden Unterschied in eine subpolare Frost- und eine ungewöhnlich warme Nass-Zone zergliedert. Bei uns hier von Schnee derzeit keine Spur, doch ist das Hausdach großflächig vereist, während Straßen und Wege nur regennass sind. Also wiedermal weder Hü noch Hott.


04.02.2021

Zwei schwarzhumorige Sprüche, diese Woche aufgeschnappt:
1. Wieso hält ausgerechnet Zweibrücken den bundesweiten Rekord der niedrigsten Inzidenz (11,7)? Antwort: "Dort hinten ist nichts, da passiert nichts, da kommt keiner hin."
2. Wie schafft Trier nun schon eine Weile Niedriginzidenzen zwischen 20 und 30? Antwort: "Der Strom von Karl-Marx-Touristen aus China und Russland ist völlig versiegt."

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Die Jahresauswertung für die "Einschaltquote" von www.pecht.info liegt vor. Danach hat es hier von Februar bis Februar rund 480 000 Besuche mit 1,45 Millionen Seitenaufrufen gegeben. Auch wenn man annehmen muss, dass wohl mindestens 50 Prozent davon irgendwelche Roboter sind, bin ich mit der verbleibenden Realfrequenz doch ganz zufrieden.


03.02.2021

JETZT ist die Chance da, sehr gute Bedingungen zu schaffen, um die Seuche niederzuringen. Selbst der gemäßigte deutsche Lockdown drückt die Infektionsraten spürbar nach unten. Eine Inzidenz unter 50 rückt in greifbare Nähe. Damit würde auch die Nachverfolgung/Unterbrechung von Infektionsketten wieder möglich, was zugleich das Tempo der Inzidenzabsenkung in Richtung einstellig beschleunigen würde. Um diese Bedingungen zu schaffen für ein anschließend genau durchdachtes, planmäßiges, stufenweises, fein differenziert vorsichtiges Öffnungsszenario von einstelliger Inzidenzbasis aus braucht es jetzt noch einmal für eine überschaubare Zeitspanne die gemeinsame große Kraftanstrengung der ganzen Gesellschaft.

Bloß drei bis fünf weitere Wochen konsequent durchgehaltener Lockdown – wir sind so verdammt nahe dran, die Seuche von zwei Seiten her in die Mangel nehmen zu können! Hier die Möglichkeit, dem Virus durch konventionelle Übertragungsreduktion wuchtig die Bewegungsfreiheit einzuschränken; dort das alsbald richtiges Tempo aufnehmende Impfgeschehen. Nein, das wäre noch nicht die sofortige Rückkehr zur Normalität. Aber damit wären die Voraussetzungen geschaffen, den Weg in diese Richtung überhaupt erfolgversprechend angehen zu können – ohne den entsetzlichen Preis von hunderten und mehr Toten jeden Tag und die Aussicht, bald in den nächsten Lockdown zu stolpern.

Denn, so die Warnung führender Wissenschaftler, eine Inzidenz um 50 wird noch nicht hinreichen. Wir müssen weiter runter, eben einstellig werden. Irland hatte mit einem beispielhaft strammen Lockdown einen 50er Wert erreicht, stand indes schon nach wenigen Öffnungstagen plötzlich bei 900. Diese Gefahr ist das wahrscheinlichste Szenario auch für Deutschland, sollten sich diejenigen durchsetzen, die jetzt schon wieder nach vorzeitigen Öffnungen, spätestens aber bei einer 50er-Inzidenz auf breiter Front rufen. JETZT ist die Chance da, der Seuche einen richtigen, nachhaltigen Schlag zu verpassen. Lasst sie uns nicht wegen nur ein paar Wochen weiterer Mühsal verspielen.


02.02.2021

"Wir sehen doch seit vielen Monaten, dass all diese Lockdowns und Shutdowns nichts nützen gegen die Pandemie." Dies ist ein verbreitetes und immer wieder bemühtes "Argument" in der Corona-Diskussion. Aber es ist in der Sache falsch. ... > weiterlesen meine "Anmerkung zur Wirksamkeit von Lockdowns"



31.01. 2021

Gelegentlich muss einfach mal auch solch ein Ruf raus:
"ES KOMMT DIE ZEIT, IN DER DAS WÜNSCHEN WIEDER HILFT". Nur Mut!


29.01.2021

Es gibt da in der Corona-Diskussion ein ständig wiederkehrendes Argument, das m.E. hinsichtlich seiner realen praktischen Wirkmacht nicht zu Ende gedacht ist und einen gefährliche Fehlschluss schürt: Man müsse nur insbesondere die Altenheime mit ihren vulnerablen Bewohnern richtig schützen, dann könne die übrige Gesellschaft mit wesentlich weniger Einschränkungen auskommen. Diese Argumentation verkennt drei Aspekte... > weiterlesen

***

Man hätte in den zurückliegenden zwei bis drei Wochen aus zahllosen Beiträgen in Talkrunden, Zeitungsartikeln, Medienkommentaren und sowie dem lauten Rumoren in den Netzwerken den Eindruck gewinnen können: Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mittels staatlich verordneter Seuchenschutzmaßnahmen bis hin zu verschärften Lockdowns sei regelrecht eingebrochen. Doch nun stellt das aktuelle ZDF-Politbarometer mit seiner repräsentativen Umfrage fest: Das ist gar nicht der Fall. Im Gegenteil: 56 % halten die aktuell (Umfrage am 25./26.1.) geltenden Corona-Maßnahmen für "gerade richtig"; 28 % meinen gar, so müssten noch härter ausfallen. Lediglich 14% halten die Maßnahmen für übertrieben.

 

31.01.2021

Gelegentlich muss einfach mal auch solch ein Ruf raus:
"ES KOMMT DIE ZEIT, IN DER DAS WÜNSCHEN WIEDER HILFT". Nur Mut!


29.01.2021

Es gibt da in der Corona-Diskussion ein ständig wiederkehrendes Argument, das m.E. hinsichtlich seiner realen praktischen Wirkmacht nicht zu Ende gedacht ist und einen gefährliche Fehlschluss schürt: Man müsse nur insbesondere die Altenheime mit ihren vulnerablen Bewohnern richtig schützen, dann könne die übrige Gesellschaft mit wesentlich weniger Einschränkungen auskommen. Diese Argumentation verkennt drei Aspekte... > weiterlesen

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Man hätte in den zurückliegenden zwei bis drei Wochen aus zahllosen Beiträgen in Talkrunden, Zeitungsartikeln, Medienkommentaren und sowie dem lauten Rumoren in den Netzwerken den Eindruck gewinnen können: Die Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mittels staatlich verordneter Seuchenschutzmaßnahmen bis hin zu verschärften Lockdowns sei regelrecht eingebrochen. Doch nun stellt das aktuelle ZDF-Politbarometer mit seiner repräsentativen Umfrage fest: Das ist gar nicht der Fall. Im Gegenteil: 56 % halten die aktuell (Umfrage am 25./26.1.) geltenden Corona-Maßnahmen für "gerade richtig"; 28 % meinen gar, so müssten noch härter ausfallen. Lediglich 14% halten die Maßnahmen für übertrieben.


28.01.2021

Du denkst, Entrümpelung/Umstellung von Schreibstube und Archivraum auf Ruhestandsbetrieb seien endlich abgeschlossen. Doch dann fällt der Blick auf zwei staubige Kartons tief hinten im Dunkel unterm Eckschreibtisch. Rausgezerrt, geöffnet, reingeschaut - und den üppigen Inhalt lauthals beflucht. Das nicht etwa, weil die Entsorgung dieses "Mülls" aus wohl dreieinhalb Jahrzehnten ein Problem wäre, sondern weil er eine der sehr, sehr ärgerlichen Seiten unserer Wirtschaftsweise symbolisiert: Verschwendung. Kurzum: Obwohl ich ganz gewiss nie zu den übertechnisierten Zeitgenossen gehörte, stecken in den Kisten bald drei Dutzend Ladegeräte und unzählige wild ineinander verhedderte Verbindungskabel mit tausenderlei unterschiedlichen Anschlusssteckern. Wofür was mal gut war, ist, vielleicht noch sein könnte? Keinen blassen Schimmer. Wertprodukte, einmal aufgehoben für womöglich spätere eigene Weiternutzung. Was für eine naive Vorstellung. Es ist bloß Wegwerfzubehör, voll funktionsfähig, aber dennoch Müll, weil jedes Neugerät sein eigenes, oft wieder ganz anders geartetes Zubehör mitbringt. Wenigstens ist es Wertstoffmüll.


27.01.2021

Die Krawalle in den Niederlanden sind KEIN Ausdruck empörten Volkes Stimme und auch KEIN "Jugendprotest" gegen die Einschränkung persönlicher Freiheiten im Zuge des Seuchenschutzes. Es handelt sich vielmehr um den durchaus berechneten Versuch vor allem von ein paar tausend  zusammengerotteten Verschwörungsmystikern, aufstandsversessenen Neonazis und randalebegierigen Hooligans, die schwierige Situation auszunutzen, um Chaos zu verbreiten. Näher besehen, sind die niederländischen (nebst aus Nachbarländern zugereisten) Krawallbrüder das europäische Pendant zu jenen Gestalten, die neulich den US-Kongress stürmten.


25.01.2021

Wie die Welt vor der Erfindung von Impfungen aussah, ist heute weit weg - und oft vergessen. Die Suche in Archiven nach Aufzeichnungen über meine Familie hat mir das sehr nachdrücklich vor Augen geführt: viele Kinder meiner Vorfahren erreichten nicht einmal das 10. Lebensjahr. In den Kirchenbüchern finden sich Todesursachen wie Halsbräune (ein anderer Name für Diphterie), Cholera, Pocken, Keuchhusten oder auch Masern. Oft genug verloren Familien alle ihre Kinder; oder die verbliebenen Kleinen die Mutter, die sich bei der Pflege der Erkrankten selbst ansteckte und starb. Es ist nicht allzu lang her, in einigen Fällen nicht einmal 70 Jahre.

Heute kehren manche Krankheiten, die fast vergessen und ausgerottet sind, wieder zurück - wie beispielsweise die Masern. Ohne dass die meisten Menschen noch eine direkte Erinnerung daran hätten, wieviele Leben solche Erkrankungen kosteten und wieviel dauerhaftes Leid bei den Überlebenden verursachten...(Heike Rost) > Leseempfehlung: "Die Welt vor den Impfstoffen darf nicht vergessen werden" (Beitrag aus dem Archiv des National Geographic)


21.01.2021

Erst hielt ich diese typischen Ruftöne für eine akustische Fata Morgana. Doch dann sah ich am Himmel auch die bekannte Keilformation. Weshalb die wohl erstaunlichste Nachricht am heutigen Tage lautet: Im Jahre des Herrn 2021 ist die erste Schar Kraniche bereits am 21. Januar aus dem Winterquartier zurückgekehrt. Sie überflog gegen 14.30 Uhr aus südwest kommend Richtung nord den Unterwesterwald.


20.01.2021

Noch unausgeschlafen, aber schon mit der neuen FFP2-gerechten Bartrasur; Wangen und Unterkinn nackisch, sodass die Maskenränder ringsum auf bloßer Haut aufliegen. Kollateraleffekt: Der Kerl sieht gleich fünf Jahre jünger aus.


19.01.2021

Weil noch immer wieder und wieder das "Argument" durchs Netz geistert, die Corona-Pandemie habe zu keiner Übersterblichkeit geführt (sei also halb so wild und der Seuchenschutz nur Hysterie oder ein bösartiges Kalkül der Herrschenden), hier die Fakten:
Die aktuellen Auswertungen zur Übersterblichkeit 2020 stellen für Deutschland (und etliche europäische Länder) im Vergleich mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 eine signifikante Übersterblichkeit für das vergangene Jahr insgesamt fest sowie eine teils extrem starke Übersterblichkeit in den Monaten November und Dezember 2020. In den letzten beiden Monaten des Jahres lag die Übersterblichkeit bundesweit bei 10 bis 25 %. Die höchsten Werte innerhalb Deutschlands erreicht das Bundesland Sachsen mit zuletzt einer Übersterblichkeit von 88% (> Deutschland-Daten hier). Hinsichtlich des europäischen Auslandes meldet das EuroMOMO-Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen zB für die 51. Kalenderwoche eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien. Eine hohe Übersterblichkeit wird für Italien, die Niederlande, Österreich und Portugal. (> Weitere Europa-Auswertungen hier )


18.01.2021

Es ist schon bemerkenswert: Seit Monaten versuchen diverse Leute mit aller Macht und zahllosen Taschenspielertricks lautstark die Zahl der Corona-Toten bis zur Marginalie kleinzurechnen. Diesselben Leute mühen sich nun, einige wenige im Umfeld der Corona-Impfung Verstorbene zu einer gewaltigen Massenbedrohung aufzublasen. Bleiben wir bei den Realitäten - auch zwecks sachlicher Info der noch nicht fest zur Impfung entschlossenen oder ängstlichen, aber normalen Mitbürger: > weiterlesen "Risiko für schwere bis mortale Nebenwirkungen der Impfung ist minimal


17.01.2021

Gewiss, ich bin einer großer Freund unseres hiesigen Zyklus der vier Jahreszeiten. Diesen steten Wechselrhythmus der Natur möchte ich partout nicht missen. Freilich bedeutet das keineswegs, dass meine Sympathie allen vier Quartalen gleichermaßen gelten würde. Das jetzige, der Winter, liegt mir nicht besonders. Ich weiß, viele Leute mögen es, durch verschneite Gefilde zu wandern oder Wintersport zu treiben. Dabei leben sie so richtig auf. Mich hingegen machen die nackten Bäume und die - gar unter Schnee und Eis - ruhenden Wiesen, Äcker, Gärten, das lange Dunkel eher etwas phlegmatisch, lustlos, bisweilen trübsinnig. Und das schon seit Jugendzeiten.

Da werden denn alle Jahre zwischen Dezember und März meine Waldgänge kürzer oder fallen öfter ganz aus. Zur Winterszeit neige ich dazu, mich drinnen zu vergraben und, metaphorisch gesprochen, viele Stunden geduldig die Briefmarkensammlung zu pflegen. Dennoch kam ich nie auf die Idee, irgendwo in sonnenbeschienenen warmen Landen überwintern zu wollen;  selbst wenn ich es mir hätte leisten können. Schließlich gehört die unwirtliche Zeit hierzulande einfach dazu. Für unseren Naturraum ist sie eine der Existenzbedingungen und für mich jene Entbehrung, die das Maß der Freude am folgenden Jahreszeitenwechsel stets aufs Neue in jubilierende Höhen treibt.


16.01.2021

Da ringsumher die allermeisten Nichtmitglieder der CDU der CDU schon zur Nichtwahl des Herrn Merz gratuliert haben, kann ich mir das sparen - und stattdessen eine nette kleine Privatgeschichte erzählen: Von der Rückkehr in die Kindheit der 1950er-Jahre. > weiterlesen


15.01.2021

"Das darf ja wohl nicht wahr sein!" So der entgeisterter Ausruf am Frühstückstisch angesichts der Titelschlagzeile der Tageszeitung: "Schulen früher wieder öffen?". Die bezieht sich auf Überlegungen der RLP-Schulministerin Hubig (SPD), bereits am 25.1. wieder in den Präsenzunterricht einzusteigen. Das ausgerechnet, wo am Vorabend sämtliche Nachrichten und Diskussionen handelten von der bislang höchsten Tageszahl an Corona-Toten hierzulande (1244), dem leider nicht abebbende Infektionsgeschehen und den Gefahrenpotenzialen der neuen britischen und südafrikanischen Virus-Mutanten. Alle Welt spricht deshalb von weiterer Verlängerung und wohl kaum vermeidbarer Verschärfung des irrigerweise so genannten "harten Lockdown", der in Wahrheit ein Sieb mit tausend Löchern ist und sowieso nicht strikt durchgesetzt wird. Die Ministerin indes denkt in die genau gegenteilige Richtung.

Das ist so ein Moment, in dem man glaubt, die Welt überhaupt nur noch mit Ironie und Humor ertragen zu können. Also spricht der alte Dada mit Blick aufs deutsche Unterhaltungsprogramm an diesem Wochenende: "Im Union-Filmpalast wird das neuzeitliche Remake eines Kinoklassikers gegeben: DIE DREI MUSKETIERE. Das wird gewiss schön. Vor allem, weil man ja weiß, dass der eigentliche Held des Streifens keiner der drei ist, sondern der Vierte."


14.01.2021

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch eine Menge Meldungen bekommen über schwere bis tödliche Einzelfälle im Impfumfeld. Es ist gut, dass sie an die Öffentlichkeit gebracht werden, als Zeichen dafür, dass hierzulkande nichts unter dem Teppich gehalten werden kann. Und es ist gut, dass die entsprechenden Institutionen (in D Paul-Ehrlicher) jeden Einzelfall genau untersuchen. Gleichwohl muss man sich auch bewusst sein, dass es a) bei JEDER massenhaften Medikamentgabe mehr oder minder häufig auch schwere Nebenwirkunsfälle gibt. Und dass b) bei beispielsweise 1 Milliarde Behandelten ohnehin etliche Tausend im zeitlichen Nahfeld der Behandlung einen Schock, Herzinfarkt, Schlaganfall ... erleiden oder sterben würden, selbst wenn man ihnen nur pure Zuckerstückchen verabreichte.

Risiko-Bewertung für die Impfung gegen Sars-CoV-2 mit den derzeit in der westlichen Hemisphäre benutzten 3 Impfstoffen: Das Risiko für schwere bis tödliche Covid-19-Verläufe oder Langzeitschäden nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 ist offenkundig um den Faktor 1000+X höher als für schwere Impfnebenwirkungen.


12.01.2021

Das "Vergessen"/Ausblenden/Hintanstellen der Corona-Toten bei vielen Diskussionen und Berichten über ökonomische, lebensartliche, psychologische, kulturelle Nebenwirkungen und Folgen des Seuchenschutzes lässt mich manchmal schier verzweifeln. Es will mir partout nicht in den Kopf, wie man Fragen dieser Pandemie, egal welche, anders denken und behandeln kann als stets von den Toten her und dem grundlegenden Ansinnen höchster Priorität, dass dieses unnötige Sterben endlich aufhöre.


11.01.2021

Die gestrige Einlassung "Nachdenklicher Blick nach China" hat auf meiner Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion ausgelöst, die allerdings in Teilen leider vorwiegend mehr auf den "Diktatur"-Aspekt abhebt als sich für das hinsichtlich der Pandemie Interessante einzulassen. Weshalb ich heute dort folgende Bemerkung in die Runde geworfen habe:

"Ich hatte befürchtet, dass diese Diskussion in Teilen in einen unfruchtbaren "Diktatur"-Disput abgleitet. Hätte ich statt China das Beispiel des demokratischen Neuseeland genommen, wäre daraus wahrscheinlich eine ähnlich unfruchtbare "Insel"-Diskussion geworden. Mein Ansinnen galt/gilt indes der Frage: Lässt sich aus den wirkungsvollen (wirkungsvolleren) Strategien zur Seuchenbekämpfung in anderen Ländern etwas lernen, und falls ja, was (auch im Hinblick auf die fernere Corona-Laufzeit sowie künftige Seuchenfälle)?

Und m.E. findet man dort - unabhängig von Staatsformen oder geografischen Bedingungen - einen grundlegenden Mechanismus, der etwa so geht (und übrigens schon von den klügeren unserer Mittelalterlichen und antiken Vorfahren verstanden wurde): Je frühzeitiger und je entschlossener/härter man einem Seuchenausbruch entgegentritt, umso gemäßigter und kleinräumiger der Seuchenverlauf, umso geringer die Opferzahl und umso kürzer die Zeit der Notstandsmaßnahmen. In direktem Zusammenhang damit steht m.E. eine zweite Erklenntnis: Je niedriger die Inzidenzen, umso vielfältiger und wirkmächtiger die Möglichkeiten, das Seuchengeschehen noch weiter zu drücken.

Man muss nichtmal bis nach China oder Neuseeland gehen, um diese Mechanismen zu finden. Ein Blick auf unser eigenes Agieren im Frühjahrslockdown führt tendenziell zum selben Ergebnis - das in Deutschland mit den sommerlichen Nachsorge-Nachlässigkeiten verspielt wurde und schließlich in die herbstliche Fatalität überging, entgegen dem dringlichen Rat der Kanzlerin den Neuausbruch der Seuche nicht im kleinen Keim rabiat zu ersticken, sondern erst halbwegs stramm zu reagieren, als die Seuche neue Höhenflüge erreicht hatte."


I10.01.2021

Mal ein kurzer, aber nachdenklicher Blick nach China. Dort sind vergangene Woche innerhalb einer Provinz in zwei Städten mit zusammen 18 Millionen Einwohnern 300 (sic!) Corona-Infizierte festgestellt worden. Nicht pro Tag, sondern in summa. Was einer Inzidenz von 100 000 zu 0,00irgendwas entspräche - und hierzulande ein allgemeines lauthalses Verlangen nach "öffnen, öffnen, alles öffnen!" vervorrufen würde. ... > Meine Anmerkung weiterlesen


08.01.2021

Gute Nachrichten (aus meiner Sicht) an diesem Vormittag (8.1.):
Laut repräsentativer Umfrage "Deutschlandtrend" der ARD sind 75% der deutschen Bevölkerung keine Gegner der Corona-Impfung. 54 % (+ 17) wollen sich derzeit auf jeden Fall impfen lassen, 21% wahrscheinlich. Tendenz der Impfbereitschaft: deutlich steigend. // 83% der Bevölkerung halten die Seuchenschutzmaßnahmen für "angemessen" (53%) oder plädieren für noch weitergehende Verschärfungen (30%). Datum der Befragung: 4. und 5. Januar.

Schlechte Nachrichten, Klimabilanz 2020: Das abgelaufene Jahr war global das wärmste seit Beginn der Messungen, und beschloss auch das wärmste Jahrzehnt seither.


07.01.2021

Mag sein, dass dieser Trump von einem Staatsstreich träumte. Falls ja, so ist der wohl gehörig in die Hose gegangen. Stand derzeit: Der US-Senat hatte noch in der Nacht (MEZ) nach Räumung des Capitols von rechtsradikalen Krawallbrüdern seine Arbeit wieder aufgenommen und hat Biden nunmehr als neuen Präsidenten offiziell bestätigt. ... > Meine Anmerkung zu den gestrigen Ereignissen weiterlesen


06.01.2021

Zur Abendstund' eine kleine Erinnerung: Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.


02.01.2021

Wie seit gut zwei Jahrzehnten jeweils am ersten Werktag des neuen Jahres, so ist auch heute wieder in der Rhein-Zeitung (print und online) mein Neujahrsessay erschienen. Das war/ist jeweils ein ganze Zeitungsseite Nachdenken über ein großes Thema unserer Zeit - also geht es diesmal zwingend um die beiden zentralen Krisen der Gegenwart: Corona und der Klimawandel. 12000 Anschläge sind online zu haben für 49 Cent.  (Link ist extern)

> Neujahrsessay 2021: Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise(Link ist extern)

> Überblick über und Zugriff auf all meine Neujahrsessays 1999 bis 2018 (kostenfrei), 2019 bis 2021 via Rhein-Zeitung (kostenpflichtig, je 49 Cent)


31.12.2020

Na dann: Kommt alle gut rüber ins neue Jahr. Das alte war im Großenganzen Mist, hatte allerdings auch manch interessante, lehrreiche, ja sogar positive Seite.

Ich war sonst nie der Vorsatztyp. Diesmal aber - im allgemeinen Ausnahmezustand und im persönlichen Neuzustand des Rentnerdaseins - habe ich für 2021 doch ein paar gefasst: Ruhe bewahren; Ruhe genießen; das Beste aus möglichst Vielem machen; den Kopf zerbrechen nur noch über mich wirklich interessierende wichtige Sachen; impfen lassen, sobald ich dran bin; neue Brille(n) zulegen und ein Antitinnitus-Ohrgerät; neues Klavier kaufen sowie Zeichenkohle und Malfarben beschaffen, denn es drängt mich mächtig, mal eigenhändig mit den nonverbalen Künsten rumzumachen. Ansonsten wie gehabt: Freude an schweißtreibender Arbeit in der Selbstversorgungswirtschaft.


30.12.2020

Sie ermüdet mich unsäglich, diese allfällige Kleinkrämerei in den deutschen Corona-Diskussionen. Nein, ich mag mich nicht beteiligen am Pallaver um Impfdosenmengen jetzt in den Starttagen der Kampagne, oder darum, wer ein paar Tage oder Wochen früher geimpft wird. Und gleich gar nichts mag ich wissen von dem Getöse über Sonderrechte für Geimpfte oder Ungeimpfte noch bevor die ersten 100 000 Leute überhaupt gespritzt sind. Herrjeh, was ein Gedöhns. Dann doch lieber DER TV-Programmtip für die Zwischenjahreszeit: Heute (30.12.), 20.15 Uhr auf 3SAT, "Urban Priol: Tilt 2020". Guckst du?!

02.01.2021

Wie seit gut zwei Jahrzehnten jeweils am ersten Werktag des neuen Jahres, so ist auch heute wieder in der Rhein-Zeitung (print und online) mein Neujahrsessay erschienen. Das war/ist jeweils ein ganze Zeitungsseite Nachdenken über ein großes Thema unserer Zeit - also geht es diesmal zwingend um die beiden zentralen Krisen der Gegenwart: Corona und der Klimawandel. 12000 Anschläge sind online zu haben für 49 Cent. 

> Neujahrsessay 2021: Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise

> Überblick über und Zugriff auf all meine Neujahrsessays 1999 bis 2018 (kostenfrei), 2019 bis 2021 via Rhein-Zeitung (kostenpflichtig, je 49 Cent)


31.12.2020

Na dann: Kommt alle gut rüber ins neue Jahr. Das alte war im Großenganzen Mist, hatte allerdings auch manch interessante, lehrreiche, ja sogar positive Seite.

Ich war sonst nie der Vorsatztyp. Diesmal aber - im allgemeinen Ausnahmezustand und im persönlichen Neuzustand des Rentnerdaseins - habe ich für 2021 doch ein paar gefasst: Ruhe bewahren; Ruhe genießen; das Beste aus möglichst Vielem machen; den Kopf zerbrechen nur noch über mich wirklich interessierende wichtige Sachen; impfen lassen, sobald ich dran bin; neue Brille(n) zulegen und ein Antitinnitus-Ohrgerät; neues Klavier kaufen sowie Zeichenkohle und Malfarben beschaffen, denn es drängt mich mächtig, mal eigenhändig mit den nonverbalen Künsten rumzumachen. Ansonsten wie gehabt: Freude an schweißtreibender Arbeit in der Selbstversorgungswirtschaft.


30.12.2020

Sie ermüdet mich unsäglich, diese allfällige Kleinkrämerei in den deutschen Corona-Diskussionen. Nein, ich mag mich nicht beteiligen am Pallaver um Impfdosenmengen jetzt in den Starttagen der Kampagne, oder darum, wer ein paar Tage oder Wochen früher geimpft wird. Und gleich gar nichts mag ich wissen von dem Getöse über Sonderrechte für Geimpfte oder Ungeimpfte noch bevor die ersten 100 000 Leute überhaupt gespritzt sind. Herrjeh, was ein Gedöhns. Dann doch lieber DER TV-Programmtip für die Zwischenjahreszeit: Heute (30.12.), 20.15 Uhr auf 3SAT, "Urban Priol: Tilt 2020". Guckst du?!


28.12.2020

Doch ja, ich muss es - leider - eingestehen: Seit Muttern sich nicht mehr nachdrücklich um einen ordentlichen Impfstatus ihrer Kinder kümmert, bin ich ein Impf-Schluri. Also seit etwa 50 Jahren. Nicht, weil ich was gegen Impfung hätte. Ich halte im Gegenteil das Impfen schon immer für eine der segensreichsten Erfindungen in der Menschheitsgeschichte. Gleichwohl geht es mir damit wie mit den Vorsorgeuntersuchungen: Ich sollte, müsste, jawohl ich werde - bei nächster Gelegenheit... Dann aber fehlt konkreter Leidensdruck, und gleich wieder rutscht der Arztbesuch zuerst ans hinterste Ende der To-do-Liste und verabschiedet sich schließlich ins Nirwana. Nicht gut, unvernünftig, inkonsequent, ich weiß; Schluri eben - Mensch (Mann?) schwach.

Als Kind habe ich noch alles mitgekriegt, was in den 1950-/60ern an Impfungen üblich war: eine Ritz-, zwei Schluck- und zwei Spritzimpfungen während der Volksschulzeit, wenn ich mich recht erinnere. Wogegen? Pocken, Polio, Tetanus und keine Ahnung. Am ersten Tag bei der Bundeswehr 1975 wurde nochmal einiges nachgeschoben. Was, hat man uns nicht gesagt. Danach fast nichts mehr, außer Tollwut und bisweilen Tetanus. Ergo: Mein Impfstatus ist unklar, mein Impfbuch irgendwann im letzten Vierteljahrhundert verloren gegangen; und seit mein letzter Hausarzt vor ca 15 Jahren in Ruhestand ging, habe ich weder Hausarzt noch Krankenakte. Nicht gut, ich weiß; Schluri eben. Aber wie ich höre, gibt es wohl ein paar Millionen derartige Schluri-Typen hierzulande - die man indes keineswegs mit Impf- oder Vorsorgegegnern verwechseln sollte.

Nun aber ist eine Änderung angesagt. Die Corona-Impfung will ich unbedingt verpasst kriegen. Zum Selbstschutz im Alter, natürlich. Zugleich aber auch als Solidarbeitrag, damit im Interesse der Allgemeinheit die Seuche möglichst bald besiegt werden kann. Und wenn ich dann schonmal dran bin, könnte der diesmalige Schwung nachher genutzt werden, überhaupt mal einen ordentlichen Altersimpfstatus herzustellen - und vielleicht sogar wieder einen Hausarzt zu finden. Irgendwann muss ja mal Schluss sein mit der Schluderei


27.12.2020

"Hunger ist die Pest der Zivilisation, Armut ihre Cholera, Anhäufung unerhörter Reichtümer in wenigen Händen ihr Schandmal und einfallsloses Festhalten an grenzenlosem Wachstum ihre Bankrotterklärung." So endet mein Neujahrsessay von 2011 über "Die ewige Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit".

Ich habe mal alle Neujahrsessays seit 1999 in eine Überblicksdatei gepackt, von der aus jedes einzelne aufgerufen werden kann (bis 2018 kostenlos, 2019 und 2020 für je 49 Cent via Rhein-Zeitung online). Vielleicht hat jemand Lust, den einen oder anderen Text zu lesen. Wäre irgendwie schade, wenn sie alle nach der einmaligen Publikation jeweils am ersten Werktag des betreffenden Jahres in der Versenkung verschwunden wären. > Überblick alle Neujahrsessays seit 1999


23.12.2020

Und nun: runterfahren! Es seien allerseits besinnliche, geruhsame Feiertage gewünscht. Verbunden mit der Bitte: Haltet die Festtafel so klein wie möglich - auf dass die Lieben negativ und optimistisch bleiben.


22.12.2020

Ich lese gerade, in Berlin sei ein kleiner Haufen Covidiotie-Provokateure maskenlos per Polonaise durch einen Supermarkt getanzt und habe dabei gesungen "Ein bisschen Sars muss sein". Es mögen die Götter verhindern, das solches Barbarengesindel mir heroben im Westerwald über den Weg läuft. Ich müsste mich hernach gewiss wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.


21.12.2020

So, Neujahrsessay ist fertig und an die Redaktion weggeschickt (erscheint am 4. Januar in der Rhein-Zeitung unter der Überschrift "Corona - ein kleiner Vorgeschmack auf die große Klimakrise"). Damit ist dieses vermaledeite 2020 für mich abgehakt. Wiewohl ich doch einräumen muss: Mir hat es auch Gutes gebracht. Vorneweg nach der ersten Corona-Welle die Entscheidung, das hauptberufliche Journalistendasein aufzugeben und mich ein Jahr vorfristig in den Ruhestand, mit nur gelegentlicher Schreibkür, abzuseilen. Etwa sechs Monate ist das nun her - und ich habe es noch keinen Tag bereut.


19.12.2020

Mehrere hundert Wissenschaftler aus ganz Europa - überwiegend aus den und um die Fachbereiche Virologie/Medizin, darunter fast alle dort führenden Köpfe von internationalem Rang und Ansehen - fordern jetzt in einem gemeinsamen Aufruf, an strengen Maßnahmen festzuhalten, um die Infektionszahlen deutlich zu drücken. "Lancet", eine der renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften, hat in der Nacht zu Samstag ihr Papier veröffentlicht. Es ist der "Aufruf zu europaweitem Engagement für eine schnelle und nachhaltige Reduzierung der SARS-CoV-2-Infektionen". > Text des Aufrufs hier (von da aus auch Verlinkung zur Unterzeichnerliste)


18.12.2020

Da stehe ich seit vorgestern immer wieder am Fenster, schaue hinüber zur Hauptstraße und begreife mal wieder nicht, was vor sich geht. Es ist aber auch wirklich rätselhaft: Auf jener  Verkehrsader durch unser Dorf sind derzeit signifikant mehr Fahrzeuge unterwegs, als das beim Lockdown im Frühjahr der Fall war. Es herrscht beinahe Normalverkehr. Und das gestern selbst in den späten Abendstunden - wo im Frühjahr ab etwa 19.30 Uhr sich quasi gar nichts mehr bewegt hatte. Wohin, zur Hölle, fahren all die Leute? Und wozu? Ich versteh's nicht - und habe kein gutes Gefühl dabei.


17.12.2020

Sorry, aber dieses Gedicht - eben auf Facebook entdeckt - muss jetzt sein. Kurz recherchiert: Die verschiedentlich Heinz Ehrhardt zugesprochene Urheberschaft ist wahrscheinlich falsch. Aber egal, wunnebar ist es trotzdem.

Das Virus

Weil wir doch am Leben kleben
muß man abends einen heben

So ein Virus ist geschockt
wenn man ihn mit Whiskey blockt

Auch gegorner Rebensaft
einen gesunden Körper schafft

Auch das Bier in großen Mengen
wird den Virus arg versengen

Wodka, Rum und Aquavit
halten Herz und Lunge fit

Calvados und auch der Grappa
helfen Mutti und dem Papa

Ich will hier nicht für Trunksucht werben,
doch nüchtern will ich auch nicht sterben


15.12.2020

Gestern Abend zur Hauptsendezeit verkündete er mir urplötzlich, von nun an nicht mehr zu kommen. Das hat mich hart getroffen, und für eine Weile werde ich ihn wohl gehörig vermissen. ... > Weiterlesen: Kleines Verzählche anlässlich Jan Hofers Abschied von der Tagesschau

***

Notiz für die mittelrheinischen Kulturfreunde:
Die Jahreswechsel-/Januarausgabe des KULTURINFO fällt aus. Was bleibt einem Monatsmagazin, dessen primärer Daseinszweck die Ankündigung von Kulturveranstaltungen ist, jetzt auch sonst übrig. Damit entfällt ebenfalls die Printbasis für meine Monatskolumne "Quergedanken". Ich könnte zwar eine reine Online-Fassung schreiben. Aber um ehrlich zu sein: Derzeit neige ich eher dazu, der ehrenwerten Beschäftigung des Faulseins Vorrang zu gewähren. Bleibt dennoch, um mit dem Worten des Kulturinfo-Herausgebers Günther Schmitz zu sprechen, "negativ und optmistisch!"


14.12.2020

So. Die Sache ist nun klar. Ich werde die nächsten Wochen (frei)willig meiner derzeit ersten Bürgerpflicht als Ruheständler nachkommen: Den jetzt beschlossenen Lockdown daheim aussitzen - und um der Neigung zur Leibesfülle entgegenzuwirken, teils in einsamem Wald aus-wandern, da Gartenarbeit im Augenblick ja keine ansteht.

Ich habe momentan auch keine Lust mehr, mich an irgendwelchen Corona-Diskussionen zu beteiligen. Von meiner Seite aus ist alles gesagt, was ich zu sagen hatte. Die grobe Richtung stimmt nun, Unzulänglichkeiten am Rande sind mir die Aufregung nicht wert. Dass jetzt, noch bevor der etwas härtere Lockdown überhaupt begonnen hat, schon heiß über das Danach diskutiert wird, lässt mich ebenfalls ziemlich kalt. Denn was alles dann getan werden muss/müsste, wenn die Inzidenzen auf handhabbare Größenordnungen geschrumpft sein sollten, ist auch schon längst klar; es muss nur gemacht werden. Was kommt, sollten bis Januar die Zahlen nicht deutlich runtergegangen sein, ist ebenfalls keine Frage: Lockdown-Verlängerung oder richtiger Shutdown made in China.

Die ernsthafte Hälfte meines Hirns wird sich an den Werktagen bis kurz vor Silvester mit dem Schreiben meines Neujahrsessays befassen. Thema und Arbeitstitel stehen bereits: "Corona - der kleine Vorgeschmack auf die große Klimakrise". Die andere, die lebenslustige Hälfte signalisiert schon eine ganze Weile, dass sie endlich mal wieder über die Stränge schlagen will, so wie damals im Dada-Jahr. Kraut-und Rüben-Philosophie betreiben, spötteln, Schabernack treiben, den lieben Gott eine gute Frau sein lassen, mit den guten Frauen hienieden Süßholz raspeln, dem Allzumenschlichen frönen, Verzählches schreiben, bei denen der Spaß wichtiger ist als der schnöde Wahrheitsgehalt... Seht euch vor: Der/die/das große Dada rumort kräftig in mir.


13.12.2020

Endlich. Vernünftig. Richtig. Angemessen.
Man mag ein paar Einzelmaßnahmen für nicht recht schlüssig halten und das verzögernde Timing sogar für unglücklich. Doch die grobe Linie stimmt jetzt. *Lockdown *hart
Liebe Leut', da beißen wir uns durch und machen das Beste draus - im eigenen Interesse wie im Geiste der Mitmenschlichkeit. Packen wir's an!

Und noch eine Bitte: Geht am Montag und Dienstag NICHT einkaufen. Jeder, der beim zu befürchtenden Irrsinnsauftrieb fehlt, ist ein Gewinn für alle.


12.12.2020

"Schluss mit dem Gelaber und dem nutzlosen salamitaktischen Rumgezicke. MACHEN, sofort, alle!!!" Was machen? "General-Lockdown in ganz Deutschland, hart, konsequent, drei bis vier Wochen lang." Grob auf einen Nenner gebracht, scheint das die neue Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung Deutschlands zu sein. Dahin ist sie im Laufe der letzten paar Tage gekippt ... > weiterlesen mein Kommentar "Schluss mit Salamitaktik. Harter Lockdown jetzt!"


11.12.2020

Man muss angesichts der aktuellsten Realitäten nun leider alle Alarmglocken läuten und die große Seuchenfahne aufziehen. Denn die eben (Freitagvormittag 11.12.) verbreiteten Meldezahlen für den Donnerstag sind gegenüber den Spitzenwerten für den Mittwoch (23.679) noch einmal stark angestiegen. Heißt: Das Corona-Infektionsgeschehen hat das in den Nachrichten des Donnerstagabend auf Basis der Mittwochswerte noch attestierte "labile Plateau" verlassen und sich auf deutlichen Wachstumskurs begeben. Hier die jüngsten Zahlen für das Bundesgebiet: Knapp 30.000 (genau: 29.875) Neuinfektionen binnen 24 Stunden und im selben Zeitraum knapp 600 (genau: 598) Corona-Tote.


10.12.2020

"Der Vorschlag kam von den Kindern" heißt es im Bekanntenkreis. Oder: "Wir haben die Großeltern und die Kinder gefragt; sie haben  ohne großes Murren zugestimmt." Welcher Vorschlag? Angesichts der Corona-Seuche dieses Jahr über Weihnachten mal auf die große Familientafel an Heiligabend und die Verwandtschaftsbesuchstour an den Feiertagen zu verzichten. Also Festschmaus und Feier nur im engsten Kreis der Kleinfamilie, ansonsten rundtelefonieren oder skypen. Gelegentlich wurde dieser Vorschlag sogar verbunden mit der Idee: Statt Bescherung mit großen Geschenken diesmal nur nette Kleinigkeiten, dafür ordentliche Geldspenden an Hilfsorganisationen und "gute Vereine". Prima Vorschlag, klasse Idee. Wir machen mit: Werden uns am 24.12. nur zu dreien, je nach Entwicklung womöglich nur zu zweien, über das Festmahl hermachen - und die Spenden an drei vortreffliche Organisationen der humanitären Nothilfe sowie des Umweltschutzes sind bereits raus.


09.12.2020

Werte Damen und Herren der Landesregierungen und Bundesregierung, legt doch endlich die erkennbar nicht zielführende und verwirrende Salamistrategie zur Seite und macht beim Seuchenschutz richtige Nägel mit Köpfen: Folgt, so meine dringliche Bitte, den heute verlautbarten Empfehlungen der Wissenschaftler von der Nationalakademie Leopoldina für einen knapp vierwöchigen scharfen Generallockdown! Kurz, hart, erwiesenermaßen wirkmächtig und alle wissen, woran sie sind - statt endloses, halbherziges, diffuses Herumeiern ohne durchgreifenden Erfolg.  Danke. > Weitere Infos zu Leopoldina-Empfehlungen


08.12. 2020

Nur mal so ein Gedanke: Wären auf den Straßen nur vernünftige, verantwortungsbewusste, stets aufmerksame AutofahrerInnen unterwegs: Wir bräuchten gar kein Regular, das die individuelle Freiheit der Verkehrsteilnehmer durch eine Fülle von Vorschriften und Verboten einschränkt. Unzählige Verkehrsschilder könnten demontiert werden, von der Straßenverkehrsordnung würde man bloß den §1 als Leitrahmen behalten: "(1) Die Teilnahme am  Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.  (2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer  geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."

Nun gibt es aber, leider, unter den hierzulande mehr als 40 Millionen Führerscheininhabern ein paar Millionen, die aus mannigfachen Gründen zu fahrerischer Selbstbegrenzung auf Basis freiwilliger Eigenverantwortung nicht fähig oder nicht willens sind. Weil dem immer so war und ist, kommt verständlicherweise niemand auf die Idee, die Straßenverkehrsordnung abschaffen zu wollen. Dieses strafbewehrte Verhaltensregular gilt offenkundig  auch in der freiheitlichen Demokratie als unverzichtbar, um das Straßenverkehrswesen einigermaßen am Laufen zu halten und die Zahlen von Straßenverkehrsopfern in möglichst engen Grenzen.

Dieser im Grunde banale Gedankengang über ein allgemein seit Jahrzehnten akzeptiertes, dauerhaft alltäglich gültiges Ordnungsprinzip lässt sich problemlos auf die (temporäre) Reglementierung der Individualfreiheiten im Zuge des Corona-Seuchenschutzes übertragen. Zumal die Anzahl der Corona-Toten  innerhalb der zurückliegenden neun Monate mehr als sechsmal so hoch ist wie die der Verkehrstoten im ganzen Jahr 2019.


05.12.2020

Es ist nun an der Zeit, (sich) einzugestehen: Die im November verhängten Maßnahmen des gemäßigten Teillockdowns erzielen NICHT die Wirkung, auf die man gehofft hatte. Zwar haben sie einen Beitrag geleistet, den exponentiellen Zuwachs der Neuinfektionsrate im Oktober zu brechen, doch von der Rückführung des Infektionsgeschehens auf das niedrige Niveau des Sommers ist weit und breit keine Spur zu erkennen... > weiterlesen Kurzkommentar "Der gemäßigte Teillockdown ist gescheitert"


03.12.2020

Nächste Woche also soll es losgehen mit der Impferei gegen Covid19 in Europa. Die Briten preschen vor, haben den Mainzer Impfstoff bereits zugelassen und erstmal 40 Millionen Dosen für 20 Millionen Bürger gekauft. Noch nie ist ein Impfstoff so schnell entwickelt und zugelassen worden. Noch nie aber auch standen Einsatz und Wirkung von Impfstoffen unter derart aufmerksamer Beobachtung durch Wissenschaft, Medizin, Politik, Presse, Öffentlichkeit wie die jetzigen gegen Sars-CoV-2. Parellel zum Impfbeginn werden gewiss allerhand Horrorstories über angeblich gravierende Nebenwirkungen im Internet auftauchen. Weshalb auch hinsichtlich der Impfung gilt: Je lauter das Geschrei, je heller die Empörung, je grundsätzlicher die Impf"kritik", umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit Ammenmärchen (Fakes) zu tun hat. Man prüfe also, so gut es geht, was einem da von wem vorgesetzt wird, und baue auf seriöse Quellen und Medien.


25.11.2020

Die nachfolgend verlinkte Nr. 187 meiner Monatskolumne "Quergedanken" hatte Redaktionsschluss einige Tage bevor bekannt wurde, dass Bundesregierung und Länderchefs das Corona-Virus über Weihnachten und bis Neujahr in den Urlaub schicken würden. Der Text geht also noch davon aus, dass heuer die Feiertage - epidemiologisch vernünftiger Weise - nur im allerkleinsten Kreis begangen werden. Denn dass Feiern mit zehn Erwachsenen plus Kinderscharen zugelassen würden, war zum Zeitpunkt des Schreibens nicht absehbar und für den Autor auch undenkbar. Gleichwohl muss ja nicht jeder alles ausschöpfen, was nun erlaubt ist. Insofern behält der Text dann doch ein gutes Quantum Gültigkeit - und sei es als Empfehlung. > Quergedanken 187: "Die „stille Zeit“ mal auf andere Art feiern

03.12.2020

Nächste Woche also soll es losgehen mit der Impferei gegen Covid19 in Europa. Die Briten preschen vor, haben den Mainzer Impfstoff bereits zugelassen und erstmal 40 Millionen Dosen für 20 Millionen Bürger gekauft. Noch nie ist ein Impfstoff so schnell entwickelt und zugelassen worden. Noch nie aber auch standen Einsatz und Wirkung von Impfstoffen unter derart aufmerksamer Beobachtung durch Wissenschaft, Medizin, Politik, Presse, Öffentlichkeit wie die jetzigen gegen Sars-CoV-2. Parellel zum Impfbeginn werden gewiss allerhand Horrorstories über angeblich gravierende Nebenwirkungen im Internet auftauchen. Weshalb auch hinsichtlich der Impfung gilt: Je lauter das Geschrei, je heller die Empörung, je grundsätzlicher die Impf"kritik", umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass man es mit Ammenmärchen (Fakes) zu tun hat. Man prüfe also, so gut es geht, was einem da von wem vorgesetzt wird, und baue auf seriöse Quellen und Medien.


27.11.2020

Stellen wir also folgendes Faktum fest: Es gibt in Deutschland ein paar zehntausend Gestalten, die umso aggressiver provozieren,  gegen den Seuchenschutz generell krakeelen und bewusst verstoßen, je mehr Menschen auf den Intensivstationen ums Überleben ringen und leider auch sterben. Stellen wir zudem fest: Als neuester Schlachtruf dieser Gestalten dient der Gesang "Oh, wie ist das schön", jetzt lauthals aus unbedeckten Mäulern gesungen von rund 400 dieser Gestalten bei einem Marsch just durch das thüringische Städtchen mit dem derzeit höchsten Inzidenzwert (600+) in der ganzen Republik. Sage noch jemand, der Befund "menschenverachtendes Barbarengesindel" sei gar zu krass.


25.11.2020

Die nachfolgend verlinkte Nr. 187 meiner Monatskolumne "Quergedanken" hatte Redaktionsschluss einige Tage bevor bekannt wurde, dass Bundesregierung und Länderchefs das Corona-Virus über Weihnachten und bis Neujahr in den Urlaub schicken würden. Der Text geht also noch davon aus, dass heuer die Feiertage - epidemiologisch vernünftiger Weise - nur im allerkleinsten Kreis begangen werden. Denn dass Feiern mit zehn Erwachsenen plus Kinderscharen zugelassen würden, war zum Zeitpunkt des Schreibens nicht absehbar und für den Autor auch undenkbar. Gleichwohl muss ja nicht jeder alles ausschöpfen, was nun erlaubt ist. Insofern behält der Text dann doch ein gutes Quantum Gültigkeit - und sei es als Empfehlung. > Quergedanken 187: "Die „stille Zeit“ mal auf andere Art feiern


23.11.2020

Heute nun mein letzter Beitrag aus dem Betrachtungsumfeld der aktuellen Mittelalterausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" im Landesmuseum Mainz (im Rahmen des Teillockdowns derzeit geschlossen). Es geht um Bedeutung und Lebenslage der mehr als 90-prozentigen Bevölkerungsmehrheit im Mittelalter: die Bauern -  „jener Millionen Unfreien, die im mittelalterlichen Europa mit ihrer täglichen Arbeit den materiellen Mehrwert schufen, mittels dessen Adel und Kirche, Bischöfe, Könige und Kaiser ihren Prunk entfalten und ihre Machtspiele treiben konnten“, wie der Mittelalterarchäologe Thomas Meier im Begleitbuch zur Ausstellung schreibt. > Lesen "Die bäuerliche Basis des Mittelalters"


22.11.2020

"Um Weihnachten im Jahre des Herrn 1105 geschah nahe Mainz Bemerkenswertes: Heinrich IV. aus dem Geschlecht der Salier, seit 1084 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde auf Burg Böckelheim gefangen gesetzt. Auf wessen Befehl? Den des eigenen Sohnes, Heinrich V. (...)" So beginnt mein vorletzter Artikel aus dem historischen Betrachtungsumfeld der aktuellen Mittelalterausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" im Landesmuseum Mainz (die ausgezeichnete Schau ist derzeit im Zuge des Teillockdowns natürlich geschlossen). > Weiterlesen "Grenzen der absoluten Herrschaft"


21.11.2020

Aber nein, ich denke keineswegs den ganzen Tag an die Covid-Seuche. Eher die meiste Zeit nicht, denn da lebe ich einfach mein Leben und bin damit durchaus ordentlich beschäftigt. Wie in Sachen Klimawandel auch, versuche ich selbiges möglichst gut nach den gegebenen Erfordernissen auszurichten. > Weiterlesen: Gedanken zur "kleinen" Covid- und großen Klimakrise


19.11.2020

So, und heute klatsche ich mal Beifall für einen Corona-Protest. Nein, gewiss nicht für die Aufmärsche der Quarkdenker und Umstürzler a la neulich Leipzig und gestern Berlin. Vielmehr gilt die Sympathie dem gestern ausgerufenen Streik von Schülern an einer Wormser Schule. Sie machen sich gegen die (auch m.E. zweifelhafte) Linie der Bildungsminister auf kategorischen Präsenzunterricht stark, fordern Halbierung der Klassen und Wechselunterricht präsent/home. Wie die Schülervertretung erklärt, fürchten die jungen Leute wegen voller Klassenzimmer und Schulbusse um ihre Gesundheit; mehr noch, dass sie das Virus dann hineintragen in die Familien. Das nenne ich eine verantwortungsbewusste Solidarhaltung. Und es sollte mich wundern, wenn diese Art Protest an deutschen Schulen nicht sehr rasch ein recht breites Echo fände.


18.11.2020

Ihnen sind 1,3 Millionen Corona-Tote völlig gleichgültig, und das Leid auf den Intensivstationen interessiert sie nicht die Bohne. Sie haben nur ein einziges Ziel: Chaos stiften. Mit diesem kleinen Haufen menschenverachtenden Barbarengesindels gibt es nichts mehr zu reden. Diese Leute haben sich aus dem Kreis zivilisierter Humangemeinschaft verabschiedet.

Was ist das Gegenteil von Zivilisation? Naturzustand oder eben qua Definition: Barbarei. Wer um des eigenen Vorteils willen - sei er politisch/ideologischer oder privater/persönlicher Art - bereit ist, Mitmenschen leiden und unnötig verfrüht sterben zu lassen, hat sich vom kleinsten gemeinsamen Nenner einer humanzivilisierten Gesellschaft verabschiedet. Der da lautet: Menschenleben retten und menschliches Leid mindern ist das oberste aller Gebote. Diesen Konsens aufzukündigen ist barbarisch, und wer es tut ist qua Definition ein Barbar. Leute, die darüber hinaus sich zusammenrotten, um obendrein bewusst aktiv den Schutz von Menschenleben zu unterminieren, sind nach allgemeinen Sprachgebrauch Gesindel. Das Mindeste, was man für eine wehrhafte Humanzivilisation tun kann, ist, im gebotenen Moment die Dinge klipp und klar beim wahren Namen zu nennen.


17.11.2020

Wenn ein Journalist in den Ruhestand geht, also vom Leben mit ständig drängenden Dauerpflichten in den Zustand frei gewählter gelegentlicher Kür-Arbeiten wechselt, steht er, so wie ich jetzt, bald auch vor folgender Frage: Soll ich die zahllosen Stränge meiner beruflichen Info-Vernetzung alle kappen oder einige beibehalten? Wenn ja, welche? Und wozu? In meinem Fall ist das so: Ich stecke u.a. in den Presseverteilern von 7 Bundes- und Landesministerien, 15 Theatern, 17 Museen, von 2 bis 3 Dutzend anderen Kulturveranstaltern/-institutionen, einer unbekannten Zahl von Buch- und Musikverlagen, hänge obendrein an etlichen Presse- und PR-Agenturen...  An Zusendungen in meinen vormals dienstlichen E-mail-Kasten herrscht also kein Mangel. Was davon brauche ich nun noch? Eigentlich kaum etwas. Aber das Gefühl, einen gewissen Überblick über das Geschehen im vorpublizistischen Raum zu haben/zu benötigen hat mich mehr als drei Jahrzehnte begleitet. Ohne dieses Info-Gewebe käme ich mir womöglich nackisch vor - mit ihm komme ich aber vielleicht niemals richtig zur Ruhe. Ach, schwierig.


16.11.2020

Als bekanntlich großer Freund echten, der Menschheit wirklich nützlichen Technikfortschritts darf ich (bildlich) präsentieren: die seit jeher bedeutendste Innovation auf dem Gebiet der Herbstlaub-Räumgeräte. Technische Daten: Energieverbrauch = 0; Emissionswerte = 0; Lärmentwicklung = 0,4 Dezibel in 1 bis 3 Meter Entfernung, weiter weg = 0; Räumeffizienz (im ersten Durchgang) = 95%. Nebeneffekte: Fitness- und Gesundheitssteigerung beim Bedienpersonal; nachhaltige Verbesserung der sozialen Nachbarschgaftsverhältnisse. Anschaffungspreis: Unschlagbar niedrig. Haltbarkeit: Mehrere Jahrzehnte.


15.11.2020

Derzeit wird von der Quarkdenker-Bewegung oft als quasi  Zusammenrottung von "Irren" gesprochen. Es ist wohl ein bisschen komplizierter, was sich da als Randphänomen zusammengebraut hat. Der Anteil von psychopathologischen Fällen und "Wutbürgern" an dieser Extzrembewegung ist m.E. erheblich kleiner als man gemeinhin denkt (wie auch die ganze "Bewegung" viel kleiner ist, als ihre Lautstärke und Provokationsenergie den Eindruck erweckt). Und sie besteht auch nicht einfach bloß aus AfD-Parteigängern. > Weiterlesen: Kleine Analyse einer politischen Destabilisierungsfront


14.11.2020

Einmal mehr erweist sich: Das im Netz wie auf der Straße immer lauter, provokanter, aggressiver werdende Auftreten der Corona-Leugner, -Verharmloser und prinzipiellen Widerständler gegen den Seuchenschutz erzeugt ein falsches Bild. Die Zahl dieser Herrschaften nimmt NICHT zu und ihr Einfluss auf die Bevölkerung offenbar auch nicht. Das geht hervor u.a. aus dem jüngsten ZDF-Politbarometer (Umfrage erfolgte in der zweiten Woche nach Beginn des November-Teillockdown). Danach halten erneut 84% die jetzigen Corona-Maßnahmen für richtig (58%) oder noch nicht weitgehend genug (26%). Lediglich 14% meinen, die Maßnahmen seien übertrieben.


13.11.2020

Leseempfehlung! Ein hinreißend einfühlsamer und auch tröstlicher Text mit Blick auf eine Adventszeit im Zeichen der Seuche von Schriftstellerin Eva Menasse > "Licht an" auf sueddeutsch.de (freier Zugang)


11.11.2020

Liebe Leser/innen,

mein nachfolgend verlinkter Artikel ist dem eben verbreiteten Freundes-Rundbrief des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie beigelegt. Eigentlich war er gedacht als Aufmacher zur Herbst-/Winterausgabe von "con moto", dem Publikumsmagazin des in Koblenz ansässigen Orchesters. Darin war er bereits als Ersatztext für eine Reportage über eine Gastspielreise vorgesehen. Gastspiel und Artikel darüber fielen der ersten Corona-Welle zum Opfer, "con moto" fällt nun der zweiten Welle zum Opfer. Bei Verkündung des November-Lockdowns war der Artikel über das Leben des Orchesters und seiner Musiker in Zeiten der Corona-Pandemie bereits einige Tage fertig. Überholt also, aber zum Wegschmeißen zu schade und als Rückblick auf die ersten beiden Pandemiephasen von März bis Oktober vielleicht doch eine interessante Lektüre.  >Zum Text "Am schlimmsten ist die Ungewissheit"


10.11.2020

Individuelle Impfvorsicht oder Impfangst ist eine Sache, m.E. durchaus verständlich und ernst zu nehmen, selbst wenn man sie für falsch hält. Anti-Impf-Agitation aber ist eine ganz andere Sache. Es wird nun ausgerechnet ein beträchtlicher Teil derer, die seit Beginn der Pandemie prinzipiell gegen jedwede Seuchenschutzmaßnahme gewettert haben, nicht etwa froh sein über ein Instrument, das auf längere Sicht womöglich viele Schutzmaßnahmen überflüssig machen könnte. Im Gegenteil werden diese Leute nun lauthalses Geschrei auch gegen eine Covid19-Impfung erheben. Womit dann klar wäre, dass ihnen in Verkennung oder bewusster Verleugnung der Realität Seuche, Krankheit und deren Opfer als Belanglosigkeit gelten.


07.11.2020

ER ist abgewählt, aber weg ist er noch nicht. Mehrere Presseagenturen und US-Fernsehsender melden: Biden habe Pennsylvania gewonnen und damit jetzt 273 Wahlmänner, also die Mehrheit. Bevor nun das allgemeine Analysieren, Abwägen,  Bedenkenvortragen, Problemeformulieren und in den USA womöglich der große Zoff beginnt, darf man sich einem Moment auch einfach mal freuen darüber und anstoßen darauf, dass dem unsäglichen Lügenmaul auf dem US-Präsidentenstuhl selbiger unterm Arsch weggewählt worden ist. Prosit zusammen!


05.11.2020

Zweiter Morgen "danach" (Donnerstag 5.11.): Die Sache ist noch immer nicht entschieden. Stand 6.49 Uhr MEZ: Biden 253, Trump 213. Letzterer sieht "böse Magie" am Werk, die an entscheidenden Stellen "plötzlich" seinen Vorsprung "auf geheimnisvolle Art verschwinden lässt". Trumps Unterstellung: Wahlbetrug. Tatsächlich sind Briefwähler die "Magier". Davon gibt es diesmal exorbitant viele, und sie haben, wie sich Zug um Zug herausstellt, mit teils exorbitanten Mehrheiten für die Demokraten gestimmt. Warum ist das so? > weiterlesen mein Zwischenruf am zweiten Morgen nach der US-Wahl


04.11.2020

Vormittag: Ich geh' jetzt lieber Holz hacken und schau am Abend nochmal rein, was das bei den Amis so geworden ist oder vielleicht noch wird oder womöglich auch nicht oder halt irgendwie.


02.11.2020

Montag, 2. November, anno coronae1. Ich schließe mich aus freien Stücken den unzähligen Mitmenschen in Deutschland, Europa und vielen Ländern der Erde an, die in dieser Seuchenzeit einfach daheim bleiben, wo und wie es ihnen im Einzelfall möglich ist. Denn wie sie kann ich keinen besseren persönlichen Beitrag zur Wiedereindämmung des explodierenden Infektionsgeschehens leisten. Es ist nur ein winziger Beitrag, doch in der summierten Masse lassen alle diese Winzigkeiten Abermillionen physische Kontakte und hunderttausende Ansteckungen gar nicht erst stattfinden. Ergo: Stay at home und mach' das Beste daraus. Je mehr Menschen so verfahren, umso höher die Chance, dass  hierzulande der - m.E. in vielerlei Hinsicht nicht optimal ausgelegte - Teil-Lockdown doch eine spürbar die Seuchenausbreitung hemmende Wirkung entfaltet. Ich mag mich jetzt auch nicht mehr über das Verhalten anderer aufregen und mich mit Klagen über deren Unvernunft aufhalten. MACHEN ist angesagt, jede/r das Maximum dessen, was seine persönliche Lage erlaubt. Und im Kreis der Verwandten, Freunde, Bekannten, Nachbarn fürs Mitmachen am Daheimbleiben werben - millionenfach.


01.11.2020

Wäre ich religiös, würde ich spätestens jetzt anfangen, zu beten - der liebe Gott möge Sorge tragen, dass der beschlossene Teil-Lockdown wenigstens halbwegs erbringe, was man sich erhofft. Falls nämlich nicht, werden wir zu Weihnachten niemanden aus dem Kreis des dann noch gesunden Klinikpersonals daheim bei seinen Lieben vorfinden. Mehr noch: Sollte der Teil-Lockdown seine Wirkung verfehlen, könnten wir alle Weihnachten unter den Notstandsbedingungen eines Generallockdowns "feiern" müssen .... > weiterlesen meinen Kommentar "Die Neuinfektionen laufen aus dem Ruder"



 30.10.2020

Aus meiner persönlichen Erklärung "Warum ich zur Kultur stehe, aber dennoch den Teil-Lockdown für richtig halte": (...) In der Tat ist ein Kernpunkt der jetzigen Tragödie, dass nun vor allem diejenigen den Schlamassel ausbaden müssen, die der Seuche mit größtem Ernst und in größter Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen begegnet sind, deshalb mit größter Sorgfalt bestmögliche Sicherheitskonzepte in ihrem Schaffensbereich praktiziert haben. Gleichwohl mag ich mir das - verständliche - Verlangen der Kulturszene nach Offenhaltung ihrer Einrichtungen nicht umstandslos zu eigen machen (...) > Ganze Erklärung (hier)

***

FÄLLT AUS (vorerst):
Mein für 10. November im Kuppelsaal der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein angekündigter öffentlicher Vortrag „Heimat – Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff“ muss Corona-bedingt ausfallen.


29.10.2020

Achtung, wichtige Info aus dem Bundesfinanzministerium zu den neuen Corona-Hilfen. Soloselbstständige (zB freie Kulturschaffende und freie Journalisten) in der Leserschaft: Beachtet besonders den letzten Satz der folgenden Ministeriumsmitteilung:

"Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats, gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen."


28.10.2020

*nachdenklich*    Vielleicht sollten wir alle Diskussionen über staatliche Antiseuchen-Maßnahmen in Deutschland, die in den letzten Tagen geführt wurden, heute und morgen geführt werden, noch einmal führen. Dies allerdings mit der Annahme als Hintergrund, die Infektionszahlen seien deutschlandweit auf 50 000, 80 000, 100 000 oder mehr täglich angestiegen, in entsprechender Relation auch die Zahl der Schwerstkranken und Corona-Toten; zudem habe sich das Infektionsgeschehen von Hotspots weg zum diffusen Flächenbrand entwickelt. Man lasse sich dieses Szenario und seine Wirkweise mal in Ruhe durch den Kopf gehen. (Unrealistisch ist es jedenfalls nicht, wie ein aufmerksamer Blick in die europäische Nachbarschaft zeigt).

 

30.10.2020

Aus meiner persönlichen Erklärung "Warum ich zur Kultur stehe, aber dennoch den Teil-Lockdown für richtig halte": (...) In der Tat ist ein Kernpunkt der jetzigen Tragödie, dass nun vor allem diejenigen den Schlamassel ausbaden müssen, die der Seuche mit größtem Ernst und in größter Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen begegnet sind, deshalb mit größter Sorgfalt bestmögliche Sicherheitskonzepte in ihrem Schaffensbereich praktiziert haben. Gleichwohl mag ich mir das - verständliche - Verlangen der Kulturszene nach Offenhaltung ihrer Einrichtungen nicht umstandslos zu eigen machen (...) > Ganze Erklärung (hier)

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FÄLLT AUS (vorerst):
Mein für 10. November im Kuppelsaal der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein angekündigter öffentlicher Vortrag „Heimat – Sehnsuchtsraum und Kampfbegriff“ muss Corona-bedingt ausfallen.


29.10.2020

Achtung, wichtige Info aus dem Bundesfinanzministerium zu den neuen Corona-Hilfen. Soloselbstständige (zB freie Kulturschaffende und freie Journalisten) in der Leserschaft: Beachtet besonders den letzten Satz der folgenden Ministeriumsmitteilung:

"Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten können eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 erhalten. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats, gezahlt wird sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, gelten die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab. Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen."


28.10.2020

Sehr vernünftig, völlig richtig, gerade jetzt unbedingt nötig und eigentlich ganz einfach.

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*nachdenklich*    Vielleicht sollten wir alle Diskussionen über staatliche Antiseuchen-Maßnahmen in Deutschland, die in den letzten Tagen geführt wurden, heute und morgen geführt werden, noch einmal führen. Dies allerdings mit der Annahme als Hintergrund, die Infektionszahlen seien deutschlandweit auf 50 000, 80 000, 100 000 oder mehr täglich angestiegen, in entsprechender Relation auch die Zahl der Schwerstkranken und Corona-Toten; zudem habe sich das Infektionsgeschehen von Hotspots weg zum diffusen Flächenbrand entwickelt. Man lasse sich dieses Szenario und seine Wirkweise mal in Ruhe durch den Kopf gehen. (Unrealistisch ist es jedenfalls nicht, wie ein aufmerksamer Blick in die europäische Nachbarschaft zeigt).


26.10.2020

Humor muss sein, auch und gerade in schwierigen Zweiten:

Ja, ja, der Abverkauf von Klopapier erreicht wieder Rekordhöhen. Ich verstehe zwar noch immer nicht, warum just dieses Produkt bei so vielen Leuten an oberster Bevorratungsstelle steht. Aber ich denke mir: Lass sie doch. Solange sie daheim bleiben bis ihre Berge an Klopapier weggeschissen sind, können sie draußen kein Unheil anrichten.


24.10.2020

Der Rundblick am heutigen Vormittag (24.10.2020) auf die Nachrichten über die Corona-Lage führt zu dem Resultat: Die "zweite Welle" baut sich (nicht nur) in ganz Europa zu beunruhigender Größe auf. ... > Weiterlesen Anmerkung zur aktuellen Situation


23.10.2020

Es ist eine etwas undankbare Sache, in diesen Zeiten Berichte, Analysen, Kommentare zur Corona-Seuche für Printmedien zu schreiben, die etliche Tage oder gar ein paar Wochen Produktionsvorlauf haben. Denn die Realitäten der Pandemie ändern sich derart schnell und gravierend, dass das heute Geschriebene bis zur gedruckten Veröffentlichung schon Schnee von vorgestern sein kann. Die einzigen, in deren Hirn der tatsächlich Gang der Seuche keine Spuren hinterlässt, sind deren Leugner oder Verharmloser. Weil, denkt man deren Logik zu ende, es sowieso egal wäre, ob 1000, 10 000 oder 50 000 hierzulande an Covid19 sterben. Diese Leute würden selbst noch 100 000 Corona-Tote auf ihre übliche Art einfach in Prozentanteile an der Gesamtbevölkerung umrechnen. Sie kämen dann auf etwa 0,12 %, was nach ihrer Weltsicht eine "belanglose Größenordnung" wäre, die das "diktatorische Corona-Reglement" nicht im geringsten rechtfertige. Ich halte diese Art der Betrachtung für vorhumanistisch und barbarisch - was auch in der Folge 186 meiner Monatskolumne "Quergedanken) anklingt, obwohl zum Zeitpunkt des Schreibens vor zwei Wochen das jetzige Ausmaß des Infektionsgeschehens noch nicht vollends erfassbar war.  > Zum Kolumnentext "Die Seuche ist der Feind, nicht der Seuchenschutz (freier Lesetext) 


21.10.2020

Eine nur kleine Politikmeldung in der Frühstückszeitung hat mir ein lautes "Wow" entlockt: Das House of Lords zu London, also das Oberhaus im britischen Parlamentssystem, hat dem Premierminister Boris Johnson mit einem wuchtigen Mehrheitsentscheid von 395 zu 169 Stimmen gegen's Schienbein getreten. Es hat dessen Entwurf für ein bewusst rechtsbrüchiges Binnenmarktgesetz im Zuge des Brexit-Prozesses abgelehnt. Ungewöhnlich ist daran nicht nur, dass die Lords sich überhaupt kategorisch gegen ein Gesetzesvorhaben einer amtierenden Regierung wenden. Das war/ist relativ selten im United Kingdom. Noch erstaunlicher ist, dass der britische Adel derart gemeinsame Sache mit der oppositionellen Labour-Party macht. Wir leben in eigentümlichen Zeiten: Angesichts des Vordringens von Populisten, Krawallbrüdern und Tunichtguten bis an die Spitze sogar von Staatsregierungen, werden offenkundig bislang kaum denkbare Bündnisse der Vernunft möglich, weil nötig.


19.10.2020

Das Wichtigste sei gleich vorweg gesagt: Der Ballettcompagnie des Theaters Koblenz bei ihrer aktuellen Produktion „Der Schwanensee“ zuzuschauen, ist eine Freude. Das nicht nur, weil nach Monaten überhaupt mal wieder Tanzkunst live erlebt werden kann. Vielmehr war eine derartige tanztechnische Konzentration und Akuratesse mitsamt intensivem Esprit des Ausdrucks auf fast allen Positionen hier lange nicht, womöglich noch nie zu sehen. Man traut sich kaum, es zu schreiben, aber hinsichtlich des tänzerischen Vermögens hat das halbe Jahr coronabedingter Zurückgezogenheiten und besonderer Proben-/Trainingsformen offenkundig allen Akteuren mehr genutzt als geschadet. > Weiterlesen meine Premierenbesprechung (4950 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


16.10.2020

Taggedanken.
"Was sein muss, muss sein. Machen wir halt das Beste draus." Diese ernsthafte und zugleich gelassene Haltung dominiert im Alltag außerhalb der digitalen Foren mein näheres wie auch weiteres Umfeld seit Corona-Monaten. Und ich sehe/erlebe: Alle, die die Sache derart angehen, erhalten sich selbst unter den Bedingungen des Seuchenreglements jede Menge Lebensqualität und -freude. Gewiss, man ist genervt von der langen Dauer des Ausnahmezustandes, mehr noch vom jüngsten Herumgeeiere der Politik wie dem Wirrwar in den deutschen Regelungen; und nicht wenige Leute plagen berufliche/finanzielle Sorgen erheblich. Doch von der Verbiesterung, gar der Hysterie, wie sie unter Corona-Leugnern verbreitet ist, findet sich hier wenig - es sei denn, jemand möchte Realitätssinn für die Gefahrenpotenziale, Achtsamkeit, Vorsicht und Solidarität durch selbstverständliche Einhaltung der AHAL-Regeln als hysterisch betrachten.

Ceterum censeo. Gerade im Hinblick auf die richtig schweren Zeiten, die jetzt heraufziehen, sollte sich jede/r immer wieder bewusst machen: Die Seuche ist der Hauptfeind, nicht der Seuchenschutz - obwohl Letzterer dringlich der Optimierung bedarf.


15.10.2020

Die Schwalben haben sich schon vor einem Weilchen verabschiedet. Eben jetzt ziehen auch die großen Vögel in opulenten Pfeilschwärmen unter lauten Gesängen Welle um Welle übers Haus 'gen Süden. Macht's gut. Bis dänne im Frühling.


14.10.2020

Nachtgedanken.
Wir können reden und lamentieren, diskutieren und lavieren, oder leugnen, verharmlosen, verdrängen: Dem Virus ist das völlig egal. Es geht seiner Natur gemäß einfach stets dorthin und vermehrt sich, wo wir ihm die günstigsten Bedingungen zur Vermehrung bieten, ungeachtet der Regierungsformen und  Gesellschaftssysteme. Wenn wir das nicht sehen wollen und uns als Gemeinschaft nicht entsprechend verhalten wollen, oder glauben, das nicht zu können, werden wir leiden müssen. Aber auch dies interessiert das Virus nicht im geringsten.


13.10.2020

Das wird so einigen Leuten hierzulande gar nicht gefallen, zeigt es doch, dass Lautstärke und Wirklichkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind: Nach einer aktuellen repräsentativen Deutschland-Umfrage von infratest dimap im Auftrag des WDR halten mehr als zwei Drittel (67%) der Bevölkerung die deutschen Medien "alles in allem" für "glaubwürdig"... >weiterlesen Artikel "Lügenpresse" genießt das meiste Vertrauen

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Eintrag ins Poesiealbum.
Gott seufzt und fragt: "Was nur soll werden aus der Krone meiner Schöpfung?"
"Wird schon", antwortet die Kakerlake.

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Interessanter Artikel von Marcel Flor Hoffmann auf Basis eines Gesprächs mit der Koblenzer Forstamtsleiterin Carmen Barth zum Thema Klimawandel/Waldsterben 2.0./Forstwirtschaft.
„Wir haben jetzt das Waldsterben 2.0. Das Waldsterben der 80er haben wir erstaunlich schnell abgewendet. Emissionen zu filtern, das hat letztendlich jeder schnell verstanden, und das Waldsterben in der prognostizierten Form blieb aus. Nun kämpft der Forst mit dem Klimawandel. Diese Veränderungen werden wir nicht kurzfristig aufhalten können. Das stellt die Gesamtgesellschaft vor viel größere Herausforderungen.“ > hier weiterlesen (Externlink auf Klimaschutz-Netz.de)


12.10.2020

Muss man leider sagen: Der aktuelle Zustand des Seuchenschutzes in Deutschland ist unbefriedigend. Ein nicht nur für Lieschen Normalo, Otto Mustermann und meine Wenigkeit teils undurchschaubarer Flickenteppich was, wann, wo, wie an Corona-Schutzmaßnahmen gilt, taugt kaum für die jetzige Phase des weit verbreitet und rasch aufschäumenden Infektions- und bald nachfolgenden Erkrankungsgeschehens. > Mein Kurzkommentar weiterlesen

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Gestern zu später Stund‘ und schon fast beim Einschlafen kam mir eine hinreißende Idee. Ich erinnere mich, gedacht zu haben: „Wunderbar, damit lässt sich dieser komplexe Sachverhalt ganz simpel und obendrein humorig erklären.“ Hätte ich also nochmal aus dem Bette kriechen sollen und die Idee notieren? Dann wäre die wohlige Schläfrigkeit dahin gewesen und der Eintritt in den Nachtschlaf um Stunden hinausgeschoben. „Kannst du auch noch morgenfrüh aufschreiben.“ Ergo: *schnarch*. Jetzt ist morgenfrüh. Nur: Besagte Idee nebst zugehörigem Sachverhalt sind fort; spurlos aus dem Hirn verschwunden, vergessen, weggeschlafen. Verdammich.


11.10.2020

Ceterum censeo (im übrigen bin ich der Meinung): Die Seuche ist der Gegner, nicht der Seuchenschutz.

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Und da war sie gerade wieder, die mit steter Regelmäßigkeit auftauchende Frage, via Mail hereingereicht von einem freundlich-interessierten Leser: "Wo stehen sie eigentlich politisch, Herr Pecht?" Ich selbst halte das zwar nach der Lektüre einiger meiner Posts und Artikel für klar erkennbar, aber offenbar irre ich da. Deshalb nochmal mein Selbstbekenntnis: Ich bin ein links-grün versiffter, humanistisch-wertkonservativer, heimat-, natur und kunstverbundener vaterlandsloser deutscher Verfassungspatriot, Radialdemokrat und Weltbürger mit Neigung zu nonkonformistischer Renitenz, Gefühlsduselei sowie rationalanalytischem Rigorismus. Und das alles ohne irgendein Parteibuch.


10.10.2020

Und wieder schwappt eine Welle heller Empörung durch die Reihen der diversen "Coronakritiker". Tenor: Die Bundesregierung wolle nun sogar das Militär einsetzen, um die "Coronadiktatur" vollends durchzudrücken. Anlass: Das jüngst (wiederholte) Angebot aus Berlin an Bundesländer, Kreise, Städte, nötigenfalls Bundeswehrsoldaten zur personellen Verstärkung von Gesundheitsämtern, Testzentren, Krankenhäusern zur Verfügung zu stellen.

Weshalb die Aufregung? Was, bitteschön, unterscheidet solcherart Hilfe durch Bundeswehrsoldaten von deren Hilfseinsätzen mit Gerät und Muskelkraft etwa bei extremen Hochwasserlagen oder beispielsweise derzeit in den Wäldern bei der raschen Entsorgung aktuell angefallener Massen von Schadholz? Lässt sich denn - abseits des Verteidungsfalles - überhaupt ein sinnvollerer Einsatz des Militärs denken als Hilfeleistung in zivilen Katastrophenlagen?

Und, bitteschön, von der Übertragung polizeilicher Befugnisse auf die Soldaten war und ist nirgendwo die Rede. Sollte irgendein Politiker dummerweise einen solchen Schritt in Erwägung ziehen, wäre ihm nicht nur meine vehemente Gegenrede sicher, sondern der Widerspruch einer breiten Öffentlichkeit nebst wohl der ganzen deutschen Gerichtsbarkeit.


09.10.2020

Spruch zum Wochenende, verbunden mit dem Wunsch: Habt allerseits ein angenehmes.
"Ich hatte heute einen Traum. Es ist Sommer 2021. Eine Pandemie eines neuen Darmvirus ist ausgebrochen. Wir sitzen alle in Pampers am Strand und sagen: 2020 mit Masken war gar nicht so schlecht."


09.10.2020

Im Sommer 2019 hatte man mich gefragt, ob ich im Veranstaltungsprogramm des Haus Felsenkeller e.V. in Altenkirchen einen Vortrag halten könne/wolle zu Thilo Bodes kurz zuvor erschienenem Buch „Die Diktatur der Konzerne. Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören“. Ich stimmte zu. Der Abend musste dann wegen Corona zweimal verschoben werden, fand nun aber am 8. Oktober unter Seuchen-Reglement vor kleinem Kreis in großer Halle endlich doch statt – vor dem Hintergrund einer verglichen mit 2019 erheblich veränderten und tief verunsicherten Welt. Unter den neuen Bedingungen war es unabwendbar, Bodes Analysen im Buch manchen inzwischen durch die Realität etwas veränderten Blickwinkel beizufügen. Einige der m.E. wesentlichen Punkte packte ich für den Vortrag in einen mehrminütigen Exkurs, dessen > Manuskript nachfolgend für Interessierte zum Nachlesen dokumentiert sei (mündliche Rede teils abweichend). Freier Lesetext


08.10.2020

Obacht,  liebe Leut': Wie der Großteil Europas und angrenzender  Regionen (Nordafrika, Levante, Balkan, Naher und Mittlerer Osten), so  haben wir auch hierzulande die Phase sinkender oder halbwegs stabil niedriger Corona-Infektionsraten schon wieder hinter uns. Das Infektionsgeschehen legt im  Augenblick fast überall, auch in Deutschland, rasant zu. Die teils noch immer heftig geführten Diskussionen um "Augenmaß" und weitere Öffnungen/Erleichterung bei den Seuchenschutzmaßnahmen sind möglichweise perdu, noch bevor man sie zuende nachgelesen hat.

Bei unseren französischen Nachbarn dreht sich angesichts  von gestern 19000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden die Diskussion nicht  mehr um bestmögliche Öffnungen des Coronareglements,  sondern um das Ausmaß der jetzt aktuell unvermeidlich werdenden Verschärfungen. Zeitgleich ringt zB Israel bereits mit einem Krankenhausnotstand wegen übergroßen Andrangs von schweren und schwersten Covid19-Fällen.

Wäre ein bisschen Logik und Realismus zuviel verlangt? Dass infiziert nicht gleich erkrankt ist, weiß inzwischen jedes Kind. Ebenso aber könnte/sollte jedes Kind wissen, dass steigende Infektionszahlen auch steigende Erkrankungszahlen mit sich bringen. Und: Dass steigende Erkrankungszahlen - mit kleiner Zeitverzögerung bis die Seuche wieder vermehrt in die Risikogruppen durchgesickert ist - auch steigende Zahlen von schweren und tödlichen Verläufen zur Folge haben. Panikmache, Hysterie? Nein, nur der dringliche Hinweis aufs tatsächliche Geschehen und die Aufforderung, die realen Gefahrenpotenziale einer womöglich nicht (mehr) hinreichenden Seuchenbekämpfung/-prävention ernsthaft im Auge zu behalten.

Nachtrag: RKI gibt bekannt, dass die von den Gesundheitsämtern gemeldete Zahl täglicher Neuinfektionen von 2800 vorgestern auf 4058 gestern sprunghaft angestiegen ist. 


05.10.2020

Veranstaltungshinweis: An diesem Donnerstagabend (8.10., 20 Uhr) halte ich in Altenkirchen einen Vortrag, der Thilo Bodes Buch "Die Diktatur der Konzerne - Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören" vorstellt, beleuchtet, erörtert. Selbstredend werde ich meine eigene Sicht der Dinge hinzufügen - und die Analyse ausdehnen auf Aspekte, die sich seit Erscheinen des Buches 2018 im Zuge der Corona-Krise sowie der jüngsten ökonomischen Entwicklungen vor dem Hintergrund des rasch fortschreitenden Klimawandels ergeben (haben).
Veranstalter ist das Bildungsbüro des Haus Felsenkeller e.V. Altenkirchen. Corona-bedingt findet der Abend in der Jugendkunstschule Altenkirchen statt und ist auf 25 Besucher begrenzt (Anmeldung erforderlich). > Weitere Infos und Anmeldung

***

Obacht! Es kursieren im Netz "Nachrichten", wonach in Wien Kinder infolge Tragens von Mund-Nasen-Masken schwer an einer Lungenpilz-Infektion erkrankt seien. In anderen Posts ist die Rede davon, dass in Deutschland Kinder beim Tragen der Maske erstickt seien. Es handelt sich bei diesen Meldungen um reine Erfindungen, erstunken und erlogen, um Unsicherheit zu verbreiten.


04.10.2020

Ich wollt', es tät einen Schlag und wir wären stante pede zwei Wochen weiter. Dann hätten die Handwerker am Freitag zum Feierabend das letzte Werkzeug aus dem Haus getragen, ihr Trinkgeld in Empfang genommen und sich verabschiedet. Dann hätten wir am Samstag die Möbel aus Nachbars Garage in unser frisch renoviertes Wohnzimmer repatriiert. Dann könnte ich heute die Regale wieder aufschlagen und mit der wohl noch so manche Woche dauernden Neuordnung des gesamten Bücherbestandes im Haus beginnen. Das wird gewiss eine schöne, weil interessante Arbeit für die Schlechtwetterzeit. Doch leider, keine Spur von besagtem Schlag - weshalb bis dahin ..... ach *seufz*


01.10.2020

Sie mögen fantasieren, glauben, meinen, singen, schreien, was sie wollen: Es steht ihnen hierzulande frei, weil Demokratie ist und eben nicht Diktatur. Schluss mit lustig ist allerdings, wo sie selbst die humangesellschaftliche Solidarität durch aktive Sabotage der AHA(L)-Regeln verweigern ...  > Ein Zwischenruf in Corona-Zeiten

 



30.09.2020

Bis vor einigen Jahren war jedem halbwegs aufgeklärten Menschen klar, dass hinsichtlich ein und desselben Faktums unterschiedliche bis gegensätzliche Bewertungen möglich sind. Bekanntestes Beispiel: Das Glas ist halb voll oder das Glas ist halb leer. Grundlage des Streits blieb dennoch der beiderseits anerkannte objektive Sachverhalt, wonach die Füllmenge des Glases 50 % beträgt. Das hat sich inzwischen geändert, denn heute kommt gewiss von irgendwoher sogleich irgendeiner und posaunt: "Es gibt gar kein Glas!"

***

So kann der subjektive Eindruck täuschen: Seit Tagen hängt hierorts der Himmel grau in grau voller Bassgeigen, reichen die Wolken oft herab bis auf den Boden. Es hat mehrfach, vor allem nachts, geregenschauert und tagelang quasi durchgehend genieselt. Doch der Blick eben ins Regenfass ernüchtert: Tatsächlich fällt die Wasserausbeute dieser "Niederschlagsphase" bisher leider sehr mickrig aus. Im Wald ist gerademal die oberste Verrottungsauflage des Bodens durchfeuchtet, und einen Finger tief stößt man bereits auf anhaltend knochentrockenen und knüppelharten Untergrund.


29.09.2020

Gäbe es in Deutschland irgendwo eine weltabgeschiedene Gegend in der nur wenige Leute leben, und die wären allesamt seinerzeitige oder bis heute Befürworter der atomaren Energieerzeugung: Man könnte/sollte (sofern die jetzt neu definierten geologischen Bedingungen passen) das künftige Endlager für Atommüll umstandlos dort .... > Kurzkommentar: Das Dilemma mit dem atomaren Ewigkeitsmüll

30.09.2020

Bis vor einigen Jahren war jedem halbwegs aufgeklärten Menschen klar, dass hinsichtlich ein und desselben Faktums unterschiedliche bis gegensätzliche Bewertungen möglich sind. Bekanntestes Beispiel: Das Glas ist halb voll oder das Glas ist halb leer. Grundlage des Streits blieb dennoch der beiderseits anerkannte objektive Sachverhalt, wonach die Füllmenge des Glases 50 % beträgt. Das hat sich inzwischen geändert, denn heute kommt gewiss von irgendwoher sogleich irgendeiner und posaunt: "Es gibt gar kein Glas!"

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So kann der subjektive Eindruck täuschen: Seit Tagen hängt hierorts der Himmel grau in grau voller Bassgeigen, reichen die Wolken oft herab bis auf den Boden. Es hat mehrfach, vor allem nachts, geregenschauert und tagelang quasi durchgehend genieselt. Doch der Blick eben ins Regenfass ernüchtert: Tatsächlich fällt die Wasserausbeute dieser "Niederschlagsphase" bisher leider sehr mickrig aus. Im Wald ist gerademal die oberste Verrottungsauflage des Bodens durchfeuchtet, und einen Finger tief stößt man bereits auf anhaltend knochentrockenen und knüppelharten Untergrund.


29.09.2020

Gäbe es in Deutschland irgendwo eine weltabgeschiedene Gegend in der nur wenige Leute leben, und die wären allesamt seinerzeitige oder bis heute Befürworter der atomaren Energieerzeugung: Man könnte/sollte (sofern die jetzt neu definierten geologischen Bedingungen passen) das künftige Endlager für Atommüll umstandlos dort .... > Kurzkommentar: Das Dilemma mit dem atomaren Ewigkeitsmüll


28.09.2020

Muskelkater zum Steinerweichen - herrührend bloß von der Beschäftigung mit "ein paar" Büchern. Nach vier Tagen Leiterchen rauf und runter, Staubsauger an uns aus, Trepp auf und ab ist es geschafft: Das Hauptregal im Wohnzimmer geräumt, knapp 50 Umzugskartons mit entstaubten Büchern auf andere Zimmer und Keller verteilt, das Regal abgeschlagen und nach draußen verfrachtet. Die Handwerker für die Wohnzimmersanierung können kommen. > Dies kleine Verzählche weiterlesen (hier)


26.09.2020

Nach Logik der Coronaleugner und - verharmloser haben am gestrigen Freitag (25.9.) an mehr als 400 Orten in Deutschland zehntausende der "bravsten" unter den "braven Schlafschafen" für mehr und zügiger durchgreifenden Klimaschutz demonstriert. Einfallsreich und vielfach stramm organisiert war allerorten die Umsetzung "coronagemäßer" Demos und Kundgebungen. Von überall her wird bestätigt: Nahezu 100% der Teilnehmer trugen Maske, das Abstandsreglement führte an den meisten Orten zu räumlich sehr weit ausgedehnten Demos/Versammlungen.

Nach rund einem halben Jahr im selbst auferlegten Lockdown hat sich Fridays for Future mit einem starken Straßenauftritt zurückgemeldet. Eine gesamtdeutsche Teilnehmerzahl von irgendwo zwischen 140 000 und 200 000 (nach der neuen Grundrechenart von Xavier Naidoo und Co. wären das so an die zehn Millionen) dürfte eine Enttäuschung für all jene sein, die auf das Entschlafen der FFF-Bewegung im Zuge der Pandemie gehofft hatten. Daraus ist nichts geworden - weil nunmal der menschengemachte Klimawandel als das gravierendste Menschheitsproblem für Generationen fortexistiert und sich zügig fortentwickelt.


24.09.2020

Das erste Exponat, dem Besucher der Mainzer Mittelalter-Ausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ begegnen, ist der „Goslarer Thron“ aus dem 11. Jahrhundert. Genauer: die kunstvolle Gusseisenkonstruktion seiner Arm- und Rückenlehnen. Zusammen mit zwei weiteren herrschaftlichen Sitzen soll dieser Prolog einstimmen auf den Rundgang durch die im Landesmuseum aufgefächerte Epoche „von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“. Die Präsentation der mehr als 300 teils höchstkarätigen Exponate von 80 Leihgebern aus dem europäischen Raum gliedert sich zwischen Prolog und Epilog in vier Hauptabteilungen, die der Dynastienabfolge von Karolingern, Ottonen, Saliern und Staufern folgt. > Meine Besprechung der sehr sehenswerten Ausstellung (freier Lesetext)


23.09.2020

Noch vor zehn Jahren wäre ich im Traum nicht auf den Gedanken gekommen, der Klimawandel könnte sich derart schnell und dermaßen drastisch auch vor der eigenen Haustür bemerkbar machen, wie das jetzt der Fall ist. Obwohl den Klimawandel seit Jahrzehnten ernst nehmend, hing auch ich den beiden "Vorturteilen" an, die Bernd Ulrich vergangene Woche im Leitartikel der "Zeit" so benannte: "Die Klimakrise kommt nie jetzt, sondern stets später. Und sie ist woanders, aber nicht hier." Inzwischen belehrt der auch hierorts real erlebbare Gang der Dinge mich/uns eines besseren. Weshalb in der aktuellen Folge meiner Monatskolumne "Quergedanken" eine der derzeit in Deutschland signifikantesten Auswirkungen des Klimawandels thematisiert wird: das Waldsterben 2.0. > Zum Quergedanken-Text "Vor den Stadttoren verrecken die Wälder"   


19.09.2020

Nur mal so ein Gedankenexperiment. Würde man die "Logik" der Corona-Leugner und -Verharmloser auf Morde übertragen, könnte man mit ungleich höherer Berechtigung zu dem Schluss kommen: Das Tötungsdelikt Mord gibt es hierzulande gar nicht oder es ist ein völlig belangloses Randphänomen. Denn während von März bis September 2020 für Deutschland knapp 10 000 Corona-Tote registriert sind, weist die Kriminalstatistik für das gesamte Jahr 2019 nur 245 (sic!) Mordopfer aus. Woher wissen wir von den Morden? 99,999 % der Bevölkerung wissen davon allein aus behördlichen Verlautbarungen und/oder Presseberichten über einzelne Mordfälle. Denn 99,999 % der Bevölkerung waren nie und werden nie Opfer oder unmittelbarer Zeuge einer Mordtat sein.

Obwohl die Quellen (Behörden und Presse) der Mordnachrichten nach Ansicht der meisten Corona-Leugner/-Verharmloser also äußerst fragwürdiger Natur sein müssten, waren aus dieser Ecke noch nie Zweifel zu vernehmen, dass es Morde in Deutschland gibt. Was umso mehr erstaunt angesichts des Umstandes, dass der gesamte "mediale Apparat zur Massenindoktrination" seit Jahr und Tag versucht, uns vorzugaukeln, Mord sei das häufigste Verbrechen überhaupt. Schließlich geht es in mindestens 95% aller gedruckten oder filmischen Krimis um Mordfälle.

Woher also rührt in Sachen Mord die Gewissheit, dass es Morde hierzulande überghaupt gibt? Und woher bei den Corona-Leugnern/-Verharmlosern die Gewissheit, dass es die Corona-Pandemie nicht gibt oder sie für die Gesellschaft wesentlich harmloser sei als die 200 bis 300 Morde im Jahr?  Nur mal so ein Gedankenexperiment.


15.09.2020

Mitte September - und draußen herrscht Hochsommer. Derartige Tage gab es auch in früheren Jahrzehnten gelegentlich, allerdings kaum je in solch langen Kettphasen. Wir genießen es, selbstredend; zumal die Nächte nicht brüten, sondern bereits jahreszeitlich angemessen kühl ausfallen. Was mir jedoch Kummerfalten auf die Stirn treibt: Schon wieder eine Trockenphase. Das letzte, nur kleine und mäßig bis gar nicht wirksame, Regenintermezzo liegt zB am Mittelrhein schon wie lange zurück - 2, 3 oder 4 Wochen? Theoretisch müsste es die nächsten fünf Monate quasi am Stück regnen, sollte die hiesige Natur nicht erneut im Krisenmodus ins nächste Frühjahr starten müssen.


13.09.2020

Es wird nach Monaten seuchenbedingter Stille wieder live gespielt im Theater. Nach ersten zögerlichen Versuchen in jüngerer Zeit, hoben sich an diesem Wochenende auch in der hiesigen Umgebung die Vorhänge zuhauf. Es gab ausverkaufte Schauspielpremieren in den großen Häusern von Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Bonn, Köln … Doch was heißt derzeit „ausverkauft“? Als Beispiel sei das Godesberger Schauspielhaus des Theaters Bonn angeführt, wo ich jetzt die Premiere von Georg Büchners „Lenz“ besuchte, prominent inszeniert von Armin Petras. > Mein Artikel (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


11.09.2020

Gestern auf der Heimfahrt von einer Premiere im Schauspiel Bonn - mit strengem, stramm durchorganisiertem und ohne Murren von allen Besuchern ganz selbstverständlich befolgtem Seuchenreglement - kam mir unversehens dies in den Sinn:

Spätestens seit die zivilisierte Welt weiß, dass diverse Krankheiten auch durch kräftiges Atmen, Sprechen, Husten, Niesen übertragen werden können, gibt es in etlichen Kulturen Asiens die schöne Sitte: Sobald jemand bei sich selbst erste Anzeichen einer Erkrankung verspürt, zieht sie/er eine Mund-Nasen-Maske auf. Das gilt dort als guter Stil, geboten durch Anstand, Rücksichtnahme und Verantwortungsgefühl gegenüber Mitmenschen und Allgemeinheit.

Diese Sitte hat wesentlichen Anteil daran, dass in Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong oder auch der VR China die Verhängung allgemeiner Maskenpflicht im Zuge der Corona-Pandemie überhaupt keine nennenswerte Diskussion hervorruft. Denn warum sollte man über etwas streiten, das etwa für einen kultivierten Japaner ohnehin zum guten Ton gehört - auch und gerade bei einer Krankheit, mit der man andere schon anstecken kann, obwohl man selbst (noch) keine Symptome hat.


10.09.2020

Von den Auswirkungen des Fichtensterbens im Westerwald auf die Populationen der Waldameisen handelt ein interessanter Artikel heute im Lokalteil meiner Frühstückszeitung. Da wird daran erinnert, dass so manche hiesige Ameisenart auf das Vorhandensein ordentlicher Nadelbaumbestände angewiesen ist. Mit der Fichte verschwindet der seit mehr als 200 Jahren wichtigste davon - den Ameisen wird die Lebensgrundlage entzogen. Weshalb, eigentlich, die Forstämter angehalten wären, Ameisenvölker aus gefährdeten Gebieten herauszuholen und in sichere umzusetzen. Eigentlich. Doch wie sagt die Leiterin der Forstamtes Hachenburg in diesem Artikel: "Die Wälder sterben schneller, als wir umsiedeln könnten." Und wo auch sollte man die Ameisen wieder ansiedeln?

Es ist gut, dass das öffentliche Augenmerk nun auch auf die weniger und sofort ersichtlichen Wirkfolgen des Fichten-/Waldsterbens im bodennahen Klein(tier)bereich gelenkt wird. Im nächsten Schritt wird man sich mit den Veränderungen im quasi unsichtbaren Feld der Wald-Mikrobiologie befassen müssen. Entsprechende Forschungen laufen, aber schon jetzt steht fest: Zusammen mit Erwärmung, Trockenheit, Grundwasserabsenkung, Schädlingsbefall werden die unzähligen Notkahlschläge und das Verschwinden der Baumart Fichte sowie das fortschreitende Kränkeln auch von Buchen, Eichen und Co. die gesamte Biochemie unseres Waldes mitsamt der Waldböden völlig umkrempeln. Das sind sich wechselseitig verstärkende Prozesse - deren Ergebnisse noch gar nicht vollends absehbar sind.

***

(Augenzwinkernde) Anmerkung zur heutigen Bundesalarmübung, die, wie ich höre, in weiten Teilen grandios in die Hose gegangen ist:

Kinners, Kinners, wir sind ja sowas von am Arsch. Die Luftwaffe fliegt nicht. Die Marine kann nicht schippern. Das Heer schießt nur um die Ecke. Und der Zivilschutz fällt vollkommen aus, weil nicht mal die Sirenen tuten. Hauptsache die Warnapps äppen - wenigstens teilweise, wenn auch mit Verspätung respektive ohne Warnung, aber immerhin mit der Entwarnung. Stehen eigentlich die russischen Panzer schon am Rhein oder gibt's am End den Rhein gar nicht mehr?


09.09.2020

Ab heute im Landesmuseum Mainz fürs Publikum geöffnet: Ausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa". Während ich mich nun hinsetze und in Ruhe einen Ausstellungsrundgang nebst Bewertung der Schau schreibe, vorab ein kurzer Hinweis: Der Besuch lohnt sich - gerade für Geschichtsinteressierte - allemal, die Ausstellung ist wirklich gut. Sie setzt allerdings die Bereitschaft voraus, sich auch und gerade auf kleine, teils kleinste Exponate einzulassen sowie erläuternde Begleittexte zu lesen. (Wer eine Brille hat/braucht, sollte die unbedingt mitbringen; die Ausleuchtung ist teils sehr sparsam, um die alten Stücke zu schonen, und die Exponatbeschriftung ist leider etwas klein geraten, oft auch ziemlich tief angebracht). OBACHT! Corona-Reglement beachten = am besten vorab Tickets mit Zeitslot via Internet beim Museum erwerben. Info: > www.kaiser2020.de
Das Foto zeigt eine der wunderbaren Illustrationen aus dem Codex Manesse, dem wohl berühmtesten Ausstellungsstück in Mainz.

Verwiesen sei auch nochmal auf meine beiden bereits publizierten Vorfeldartikel > "Die Kaiser des Mittelalters im Netz der Macht" (freier Lesetext) und > "WIe sich unser Bild vom Mittelalter stetig verändert" (RZ-Text kostenpflichtig, 49 Cent)


08.09.2020

"Eine für alle - alle für eine! Viva Maria!"


07.09.2020

Nur einige Tage war ich nicht mehr in "meinem" Hauswald. Am Sonntag dann wieder einen kleinen Rundgang gemacht und festgestellt: Das Sterben der Fichten (und auch Kränkeln des übrigen Waldes) ist hier im Unterwesterwald kein Trauerspiel mehr, sondern der blanke Horror. Wieder sind mehrere neue Notkahlschläge entstanden; jetzt rücken die Fällkolonnen/-maschinen den kleineren im Absterben begriffenen oder toten Fichtenbeständen auf den Leib, die größeren sind schon alle weg. Der gesamte Wald ändert in einem affenartigen Tempo seinen Charakter derart brachial, dass mein Jahrzehnte währender Drang, mich möglichst häufig dort stundenlang herumzutreiben, deutlich erlahmt. Es ist gar zu frustrierend. // > Die anhängenden Fotos (siehe hier) stammen nicht von diesem Rundgang im Hauswald, sondern entstanden bei zwei Terminfahrten gestern in dessen Nachbarschaft (jedes Foto ein anderer Kahlschlag bei Grenzau sowie am Fuße des Köppel zwischen Ransbach-Baumbach und Dernbach; dazu eine Schadhorizont-Perspektive von der Alsbacher Höhe aus aufgenommen.)


04.09.2020

Da können die Leugner und Verharmloser schwurbeln, was sie wollen: Ich will diese Krankheit Covid19 partout nicht bekommen. Denn ich kenne ein paar Leute, die sie hatten (haben). Glücklicherweise ist keiner daran gestorben und kann ein Teil von bloß unerheblichen Symptomen sprechen. Andere indes beschreiben das Erleben von "nur" mittelschweren Akutverläufen als die schlimmste Zeit ihres Lebens. Und: Mancher leidet auch Wochen und Monate nach "Genesung" noch an heftigen und die Lebensqualität erheblich einschränkenden Folgewirkungen, von denen völlig unklar ist, bis wann sie wieder verschwinden und ob überhaupt jemals.


01.09.2020

Für eine sachgerechte, realistische  Bewertung der Corona-Pandemie muss man drei Ebenen sauber auseinanderhalten. > Eine Analyse (freier Lesetext)

 

31.08.2020

Zum öffentlichen Vorprogramm der am 9.9.2020 eröffnenden Mainzer Landesausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht. Von Karl dem Großem bis Friedrich Barbarossa" gehörte eine bereits Anfang des Jahres gestartete, dann durch Corona lange stillgelegte, erst in den letzten Wochen vor Eröffnung wieder aufgenommene Vortragsreihe. In deren Rahmen reiste Bernd Schneidmüller, wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung, nach Koblenz, um auch vor dortigem Publikum auf der Festung Ehrenbreitstein, wie er sagt: „ein bisschen Werbung für unsere Ausstellung zu machen“.  Denn diese ist keineswegs nur von lokalem Mainzer Interesse. Vielmehr beackert die Präsentation rund fünf Jahrhunderte, in denen aus der Rheinregion von Basel über Speyer, Worms, Mainz, Koblenz bis nach Köln und Aachen heraus die Geschicke Europas bestimmt wurden. Wie macht eine Koryphäe der Mittelalterforschung „Werbung“? Indem sie das Spannende der Historie selbst sprechen lässt, auch der eigenen Begeisterung darüber und über die alsbald in Mainz versammelten authentischen Zeitzeugnisse Ausdruck verleiht. Zugleich skizzierte Schneidmüller in seinem Referat Blickwinkel, Absichten, Aufbau des Ausstellungskonzeptes. > Mein Bericht darüber (freier Text.)


29.08.2020

In zahlreichen Kommentaren auf facebook zu Bildern aus meiner teilweisen Selbstversorgungswirtschaft mittels Gartenbau und Früchtesammeln nebst Vorratslagerung kommt zum Ausdruck: Solche Fotos (wie die nachfolgenden) oder textliche Beschreibungen wecken bei einer Menge Menschen (wohlige) Erinnerungen an Kindheitstage. Ist die ganze Selbstversorgungspraxis also nur ein nostalgisches Hobby? Was mich angeht, verstehe ich das nicht so. Eher gilt: 1. Manch einer bemerkt erst spät, dass die neue Zeit ihm auch allerhand Sinn- und Wertvolles genommen hat. Wohl dem, der es sich wieder zurückholen kann. Und 2.: Ich fange einfach schonmal an mit dem Postwachstumsleben, das da zwangsläufig kommen wird, aber in tausenderlei Nischen auch jede Menge Freude, Sinn und Befriedigung mit sich bringen kann.

***

MEIN SCHATZ!
Der neue Vorrat süßer Freuden (2020/21): Fruchtstück-Aufstriche, Marmeladen, Gelees und eingekochte Vollfrüchte von Erdbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Felsenbirne, echten Birnen, roten und gelben Kirschen, Renekloden, Pflaumen/Zwetschgen. Gestern kamen Mirabellen hinzu, morgen wird bei mir die Süßerntesaison mit dem Hollunder abgeschlossen. Alle Früchte sind aus eigenem Anbau oder hierorts in Wald und Flur gesammelt von wilden Büschen bzw. nicht mehr genutzten Fallobstbäumen. Das ist alles ganz einfach, man braucht nur etwas Zeit und Geduld dafür. Wer diese aufbringen mag/kann und Lust auf solch selbstversorgerisches Tun hat, dem erwächst eine ungeahnte Lebensqualität.


28.08.2020

Jetzt geht's aber los - man wird wohl älter. Tief in Gedanken über das augenblickliche Sosein der Welt, habe ich die geleerte Kaffeetasse zum Spülen in den Kühlschrank gestellt.


27.08.2020

Die in meinen Augen erfreulichste Nachricht in diesen sonst eher trüben Tagen ist: Dank langjähriger Impfkampagnen in allen Ländern Afrikas, darf die Krankheit Polio (Kinderlähmung) auf dem Schwarzen Kontinent jetzt endlich als quasi ausgerottet gelten. Damit ist nach den Pocken - Gott sei Dank, aber auch leider erst - eine zweite der großen Heimsuchungen Afrikas ausgemerzt; eine, die früher jährlich mehrere zehntausend Menschen, überwiegend Kinder, in lebenslanges Leid stürzte oder gar zu Tode brachte. Afghanistan und Pakistan sind nun, soweit bekannt, weltweit die letzten beiden Länder, in denen Polio noch grassiert. Wesentlicher Grund: Die aggressive Propaganda islamischer Fundamentalisten, wonach Impfungen Teufelswerk seien und die Impfstoffe ein Mittel der Ungläubigen, um Muslime unfruchtbar zu machen.


26.08.2020

Und am Samstag marschieren sie wieder, "Abermillionen", nach Berlin zusammengetrommelt aus ganz Deutschland und halb Europa. Fest geschlossen die Reihen aus Putinisten, Trumpisten, modrigen Altstalinisten, Esoterikern, Egomanen, Diktaturparanoikern, Verfolgungshysterikern und vor allem AfD, NPD, III. Weg und anderem Faschistengelichter - gegen die Corona-Weltverschwörung und sonstige Fantasmen. Verständnis? Keines. Nur Bedauern darüber, in welch irrealen Wahnwitz sich manche Menschen treiben lassen oder hineinsteigern können. //  Späterer Nachtrag: Soeben erfahre ich, dass dieser Aufzug aus Gründen des Infektionsschutzes durch Beschluss der Berliner Senats untersagt worden ist. > Pressemeldung Tagesschau dazu


25.08.2020

Nochmal, weil selbst unter Menschen in dieser Sachen anhaltend Unsicherheiten grassieren, die der Covid19-Pandemie mit dem gebotenen Ernst begegnen: Nein, es gibt (zur Zeit) kein Mittel/Instrumentarium, das einen vollständigen individuellen Schutz vor einer Ansteckung böte. Was es gibt, ist ein Spektrum von Schutzmaßnahmen, die jede für sich einen – unter verschiedenen Bedingungen mal mehr mal minder großen – BEITRAG zur Reduzierung des Infektionsgeschehens oder zur Sicherung niedriger Infektionsraten leistet. > Anmerkung dazu weiterlesen


24.08.2020

Meine seit Anfang 2005 existierende Monatskolumne "Quergedanken" mutierte zuletzt zur Zweimonatskolumne, weil das publizierende Mittelrheinmagazin "Kulturinfo" wegen der Corona-Krise seinen monatlichen Erscheinungsrhythmus - hoffentlich nur vorübergehend - nicht halten konnte. Die vorherige Nr. 183 der Kolumne erschien Ende Juni. Jetzt also endlich Folge 184. Kurz war mir durch den Kopf geschossen, den Formattitel zu ändern - angesichts des Umstandes, dass sich plötzlich die ärgsten Ignoranten, Seuchenleugner, Realitäts- und Solidaritätsverweigerer, Verschwörungstheoretiker, Destabilisierungs-Agitatoren und Antiaufklärer dreist "Querdenker" nennen. Doch ich bleibe beim gewohnten Titel, er ist schließlich viel älter und auch wahrhaftiger als die Anmaßung der Verquerdenker. Es ist wie mit meiner Liebslingsfarbe Blau: An der hänge ich seit frühen Kindheitstagen und lasse sie mir nicht vermiesen dadurch, dass die AfD-Bagage sie zu ihrer Leitfarbe gemacht hat. > Quergedanken Nr. 184: Tragt eure Masken mit Stolz! (Freier Lesetext)


22.08.2020

Heute war Brombeertag. Erntezug in meinem Hauswald eher frustierend, weil die Beeren en masse schon vor der Optimalreife vertrocknet sind und die übrigen sehr klein. Deshalb: Fürs Gelee mit Bormbeersaft von 2019 aufgestockt. Gemischtes Endergebnis 2020 s. Foto. Fragt ein Nachbar, warum ich mir diese viele Arbeit mit der Selbstversogungswirtschaft mache, wo ich doch alle Produkte auch in bester Bioqualität kaufen könnte. Meine Antwort: Warum müht sich jemand jahrelang mit dem Erlernen eines Instruments ab, übt immer wieder Stunden, Tage, Wochen neue Stücke ein, obwohl er/sie nie mehr wollte/will als sie in engagierter Laienmanier sich und vielleicht einigen Lieben vorzuspielen? Er/sie könnte doch jedwedes Musikstück auch ganz einfach in bester Profiqualität auf CD kaufen oder aus dem Netz fischen.


21.08.2020

Ein kluges Wort zum Wochenende:
"Selbst auf dem bedeutendsten Thron hockt nur ein Arsch."

Neulich irgendwo gelesen. Von wem es stammt, weiß ich nicht. Mir eben in den Kopf geschossen beim Zusammenstellen von Kleidung und Ausrüstung für den morgigen Erntezug in die Heck' der wilden Brombeeren. Warum? Keine Ahnung.


20.08.2020

Jawohl: Lob. Was die da auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein bei ihren Veranstaltungen machen, ist mal ein Corona-Sicherheitskonzept, das diese Bezeichnung auch wirklich verdient. > weiterlesen


19.08.2020

Am 9. September eröffnet im Landesmuseum Mainz die große Ausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht – Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa“. Im Vorabprogramm besuchte ich einen Vortrag unter dem Titel  „Die pfälzische Burgenlandschaft – Vorläufer und Herrschaftssitze rund um die Burg Trifels“. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass unser Bild vom Mittelalter sich ständig ändert, weil moderne Archäologie und Geschichtsforschung fortlaufend neue Erkenntnisse zutage fördert.

> Dazu mein Artikel (5700 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


18.08.2020

Seit Monaten wird auf allen möglichen und unmöglichen Kanälen hinsichtlich der Corona-Pandemie schier unendlich viel erwogen, geredet, diskutiert, kritisiert, leider auch schwadroniert, fantasiert, agitiert, zerredet. Darüber geraten nicht selten die eigentlich wichtigsten und grundlegenden Faktoren aus dem Blick: die weltweite Entwicklung der Seuche selbst, ihre Opfer und ihr reales, anhaltendes Gefahrenpotenzial - das sich sofort entfaltet, sobald die Menschheit aufhört dagegen anzukämpfen. Weshalb immer wieder an diese Faktoren erinnert werden muss.

Hier der jüngste Stand derselben (genannt werden die Zahlen der offiziell registrierten Fälle; die Dunkelziffern liegen deutlich bis mehrfach darüber): Weltweit sind bis dato rund 22 Millionen Covid19-Infizierte und knapp 800 000 daran Gestorbene erfasst. (Leider werden fast in keinem Land die an Langzeitfolgen oder Folgeerkrankungen von Covid19 leidenden Patienten erfasst.) Die Zahl der Neuinfektionen pro Tag erreichte zuletzt den Rekordwert von 300 000. Davon erkrankt zwar nur ein kleinerer Teil spürbar, doch ALLE sind potenzielle Ansteckungsherde. Ein noch geringerer Teil erkrankt schwer bis tödlich, doch summiert sich deren Zahl jeden Tag zu etlichen Tausend.


17.08.2020

Wechselbad der Gefühle am gestrigen Abend: Entsetzen und Freude, die Natur betreffend, unmittelbar hintereinander. 1. Die Waldkrise in Folge des Klimawandels hat nun auch Eiche und besonders Buche erreicht. 2. In der Nacht bekam endlich auch unser Trockenloch im Unterwesterwald eine halbwegs nennenswerte Menge Regen ab. > weiterlesen


16.08.2020

Es gibt in Deutschland gewiss einige Millionen Leute, die ihre Mund-Nasen-Maske nur deshalb regelmäßig aufsetzen, weil es Vorschrift ist. Interessanterweise finden die allermeisten davon die Vorschrift dennoch richtig. Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen, werfe man einen Blick z.B. auf die Straßenverkehrsordnung. > Anmerkung zum Thema weiterlesen


14.06.2020

So. Der Winter kann kommen. Was immer er bringen mag: Unsere kleine Hausgemeinschaft wird mitsamt Gästen jedenfalls nicht verhungern. In meiner Selbstversorgungs(land)wirtschaft ging eben die Kartoffelernte 2020 zu Ende. Foto = Antreten des Ernteergebnisses zum Abmarsch in den Keller. Krumbieere Bioqualität 1a, made in Westerwald.


13.08.2020

Das erste, was mir beim morgendlichen Blick ins Netz zwischen die Füße fällt, ist eine saublöde Karikatur aus der Coronaleugner-Ecke. Sie zeigt einen Maske tragenden, dienernden Menschen an Marionettenfäden; dazu der Spruch "Die am wenigsten wissen, gehorchen am besten." Darin kommt die ganze Überheblichkeit der neuartigen "Querdenker"-Realitätsverweigerer zum Ausdruck. Milliarden besorgter Menschen, die erdrückende Mehrheit aller Wissenschaftler und Mediziner weltweit, fast alle Regierungen und internationalen Institutionen werden damit als Deppen und Duckmäuser denunziert, die 740 000 Corona-Toten und deren Angehörige zu Betrügern erklärt. Es mag den selbsterklärten "Widerstandskämpfern" gegen die vermeintliche Corona-Verschwörung in ihrer asozialen Egomanie unbegreiflich sein, aber auch und gerade die klügsten Köpfe, zumal solche, die seit Jahrzehnten kapitalismus- und machtkritisch oder systemalternativ agieren, tragen jetzt in der Mehrheit aus freiem Willen Maske - als Zeichen und Beitrag zur Leben schützenden Vernunft humaner und gesellschaftlicher Solidarität.


12.08. 2020

Regungslos sitze ich im Sessel, tropfe aber gleichwohl Unmengen von Schweiß anhaltend vor mich hin. Ist das nun Fakt, Fake oder Einbildung? Ich weiß das nicht mehr so genau, seit eine neuartige Querdenker-Aufklärung verlangt, man müsse jedwede Behauptung über die Realtität (vorneweg die ihren) zumindest als gleichwertig wahr gelten lassen.

***

Wetterphänomen unterwegs. Am gestrigen spätnachmittag fuhr ich nach längerer Zeit mal wieder via A3 über Westerwald und Taunus gen Mainz. Zweck der Fahrt: Vortrag im Landesmuseum über die vor-, früh- und hochmittelalterliche Burgenlandschaft der Pfalz. Kurz hinter Limburg/Lahn setzte etwas Sprühregen ein. Plötzlich wurde es im Auto "eiskalt". Blick aufs Außenthermometer: Binnen zweier Fahrminuten war es von 35 auf 23 Grad gestürzt. Und nur einen Augenblick später setzte auf eine Strecke von etwa drei Kilometern ein enormer Platschregen ein. Gleich drauf: Alles wieder knochentrocken, bis zum Wiesbadener Kreuz hat das Thermometer erneut 34 Grad erreicht; beim Aussteigen in Mainz zeigt es 39 an.

In der Nacht daheim. Knapp zwei Stunden lang zischt, blitzt, donnert, kracht es ums Haus zum Fürchten. Unmengen von Elektrizität rumoren und randalieren im Äther herum. Gleichwohl herrscht fast Windstille und ändert sich an der tropennächtlichen Luftqualität leider herzlich wenig. Immerhin: Anbei gibt es über eine Stunde etwas, das sich wenigstens als "leichter Landregen" bezeichnen lässt. Eine meiner vier Regentonnen zu drei Vierteln gefüllt: traurig wenig, aber besser als gar nichts. // Später erfahre ich: Fast zeitgleich und nachlaufend zu meiner nachmittäglichen Fahrt, wurde Frankfurt von regelrechten Unwettern heimgesucht.


11.08.2020

Nachdem wir nun auch im Rahmen der jüngsten "Hitzegewitter" hierorts jeden Regentropfen einzeln per Handschlag begrüßen konnten, gebe ich die Hoffnung auf, dass sich in diesem Jahr am kläglichen Zustand der Wiesen noch etwas ändert. Das eben (10.8.2020, 19 Uhr) aufgenommene Foto zeigt die Sommerweiden neben unserem Grundstück im Unterwesterwald. So sieht das hier nun schon im dritten Jahr in direkter Folge aus.


10.08.2020

Bin heute erst auf Florian Schroeders hinreißendes Bravourstück bei der Realitätsverdränger-Demo ("Querdenker") am Wochenende in Stuttgart gestoßen. Ein Meisterstück engagierter, dialektischer Realsatire. Wer's noch nicht kennt, > hier die 11 umwerfenden Minuten.

***

Mal was Schönes (hoffentlich). TV-Tip: Das Erste (ARD) strahlt am morgigen Dienstag ab 22.45 Uhr die Literaturverfilmung "Der Trafikant" aus. Ob der 2018 erstaufgeführte Film wirklich gut ist, weiß ich nicht, weil noch nie gesehen. Der ihm zu Grunde liegende gleichnamige Roman von Robert Seethaler aus dem Jahr 2012 ist jedenfalls ein wunderbares Stück Literatur. Besonders freue ich mich auf Bruno Ganz in einer seiner letzten Filmrollen, hier als Sigmund Freud.


09.08.2020

Seit mehr als einem Jahr erleben wir stets das gleiche Phänomen, sobald Freunde/Verwandte aus großen Städten oder anderen Ecken Deutschlands uns hier im Westerwald besuchen: Manche sehen es beim Waldspaziergang oder ein Überlandfahrt von selbst, andere muss man einmal darauf aufmerksam machen, von da an aber fällt ihnen jede der unzähligen "Schadstelle" im Wald sofort ins Auge. Die meisten hatten schon gehört von einer "Waldkrise" in etlichen Mittelgebirgsregionen, sich aber keine rechte Vorstellung davon gemacht. Nun erkennen die Besucher fassungslos bis entsetzt das inzwischen tatsächlich katastrophische Ausmaß vor allem des Fichtensterbens hierorts. Die vebreitete Unkenntnis darüber, dass der Klimawandel bereits dabei ist, unsere Landschaft zu verändern, hat mich bewogen, eine kleine Fotodokumentation zum Stand der Waldkrise in "meinem Hauswald" zu fabrizieren und auf meine website zu stellen. Leider bin ich kein guter Fotograf, weshalb die Bilder die ganze Dramatik der Realität nicht vollends zum Ausdruck. Doch auch der unvollständige Eindruck dürfte unerfreulich genug sein. > Zum Text mit Foto-Doku (hier)


08.08.2020

"(...)Die überwältigende Mehrheit in diesem Land trägt die Corona-Einschränkungen mit, manchmal genervt, aber einsichtig, quer durch alle Schichten, Milieus und Regionen. Das zeigen die Umfragen seit Monaten. Es ist nur eine winzige Minderheit, die sich verweigert. (...) Nun gehört es zu den kostbaren Garantien des demokratischen Rechtsstaats, dass er die MInderheit vor der Mehrheit schützt. Nichts war den Klassikern der demokratischen Theorie wichtiger, als die vielen zu bändigen, eine Tyrannei der Mehrheit zu verhindern. Auch die wenigen, die Außenseiter, Zweifler und Eigenbrötler müssen sagen, schreiben und leben dürfen, was und wie sie wollen.

Das gilt auch in Zeiten der Pandemie. Aber Corona zeigt plötzlich sehr deutlich, dass manchmal auch das Gegenteil richtig sein kann. Mitunter muss die Mehrheit vor der Minderheit geschützt werden. Dann nämlich, wenn ein einziger Infizierter eine Vielzahl seiner Mitmenschen anzustecken droht. Sicher, es gibt auch so etwas wie ein Grundrecht auf Unvernunft. Aber nur, wenn diese Unvernunft nicht ansteckend ist. (...) " (Aus dem Leitartikel von Heinrich Wefing in der aktuellen "Zeit", 6.8.2020).


05.08.2020

Schluss! Ende! Aus! Ich habe nun endgültig die Nase voll - vom Smartphone. Alle, denen ich die Nummer für mein vor etlichen Monaten angeschafftes Maschinchen dieser Art gegeben habe, können sie wieder streichen. Ich lege das Ding mit sofortiger Wirkung still. Sein Nutzwert für meine Art zu leben und leben zu wollen hat sich nach vielerlei Versuchen und Bemühungen als Null- bzw. Negativwert erwiesen.

Erlebt habe ich nur Zeitverschwendung für Tinnef, Ärgernisse sowie die Zumutung, dass was ich will, nicht umstandslos funktioniert, dafür aber selbst gar nicht aktivierte Apps mich mit Anfragen, Werbung und Update-Aufforderungen drangsalieren, zudem das Gerät ohnehin meist macht, was ihm gerade passt, und im Hintergrund rödelt, was das geheimnisvolle Zeug hält. Ihr mögt das inzwischen alles für normal halten und meiner wieder spotten. Ist mir aber völlig wurscht.

Ich reaktiviere mein altes Nokia als gelegentlich bei einsamen Waldgängen und Nachtfahrten mitgeführte Notrufsäule sowie den kleinen Digi-Lumix-Fotoapparat. Denn beide tun verlässlich, was ICH ihnen abverlange - und passen obendrein - im Gegensatz zum Smartphone - prima in die Seitentaschen meines Feldflaschengürtels. Das nenne ich Nutzwert und Lebensqualität - für meine Person. Werdet ihr nach Gusto glücklich (mit Alexa, Algorithmen und Genossen).


04.08.2020

Es gibt nette Zeitgenossen, die meinen, man müsse aufklärerisch mit Leuten reden, wie sie am Samstag in Berlin gegen "Corona-Diktatur" und Seuchenreglement demonstriert hatten. Kann man machen, aber ich selbst habe solche Versuche in den letzten Monaten als reine Zeitverschwendung erlebt. Denn wie und worüber soll man sinnvoll mit Menschen diskutieren, die jedwedes rund um die Erde tausendfach erwiesene Faktum als Lüge abtun? Die unzählige Wissenschaftler, Mediziner, Helfer, Covid19-Kranke, Covid19-Opferangehörige etc. als bloße Betrüger ansehen? ... Kurzum: wie und was soll/kann man mit jenen diskutieren, die die Realitäten einfach bestreiten oder ignorieren, die entweder die Existenz der Seuche vollständig leugnen bzw. ihr Harmlosigkeit attestieren?

Die Demo am Samstag in Berlin war eine perfide Kundgebung. Unter dem Banner eines vorgeblichen Kampfes für Bürgerrechte und Freiheit wurde eine De-facto-Diktatur der Seuchenleugner und -verharmloser über die Gesellschaft zelebriert. Weil diese kleine meinende, glaubende, spekulierende, mystifizierende oder auch nur im eigenen Politinteresse agitierende Minderheitsmixture selbst von der Gefahrlosigkeit des Virus überzeugt ist, zwingen diese Besser- und Alleswisser durch demonstratives und systematisches Nichteinhalten des Seuchenreglements der gesamten Bevölkerung die mutwillig gesteigerte Gefährdung durch das Virus auf. Damit erweist sich die Avantgarde der vermeintlichen "Querdenker" als rücksichtslos autoritär und in höchstem Maße als unsolidarisch, asozial, inhuman. Sorry, aber Ich für meinen Teil finde da nichts, worüber man noch sinnvoll diskutieren könnte.


03.08.2020

Wer bis jetzt noch nicht so recht wusste, was Fakenews sind, dürfte jetzt im Bilde sein: Die Propagandamaschine der Realitätsleugner posaunt in alle Welt die Irrsinnslüge, es hätten an ihrer Berliner Demo 1,3 Millionen Leute teilgenommen. Jedwede ernsthafte Zählung, solide Raumberechnung, halbwegs realistische Schätzung sowie alle unabhängigen Fotos und Augenzeugen landen bei Zahlen zwischen 15000 und 25000, also bei 1 bis 3 % dessen, was die Lügenbarone der AfD und anderer Konsorten in freier Fantasterei angeben.


29.07.2020

Noch nie in der Geschichte der modernen Zivilisation wurde zeitgleich weltweit eine derart große Menge wissenschaftlicher und finanzieller Ressourcen für die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine einzige Krankheit aufgewandt. Neben allen Hoffnungen darauf, sollte man sich indes auch der Möglichkeit nicht vollends verschließen, dass am Ende dieses Entwicklungsprozesses kein Impfstoff steht, der Covid19 bald, schnell oder überhaupt aus der Welt schafft. Die Unberechenbarkeiten des erst in Ansätzen erforschten Virus SARS-CoV-2 sind eben vor allem eins: unberechenbar.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft hinsichtlich wirksamer Schutzimpfung vor einem Virus kapitulieren muss. Gegen AIDS, Malaria, Hepatitis-C und etliche weniger bekannte Viruskrankheiten gibt es bis heute keinen bzw. keinen generell wirksamen Impfschutz, trotz teils jahrzehntelanger Forschung. Was dann? Was, wenn es nicht gelingen sollte, ein verlässliches, länger anhaltend schützendes, nebenwirkungsarmes Impfmittel gegen SARS-CoV-2 herzustellen? Der Blick auf AIDS etwa erhellt, was allein uns dann vorerst bleiben würde: rigorose ANPASSUNG unserer Lebensweise an die Bedrohung mit Schwerpunktsetzung auf Prophylaxe - ohne große Hoffnung auf die von so vielen Zeitgenossen herbeigesehnte baldige Rückkehr zur früheren Normalität.

 

09.08.2020

Seit mehr als einem Jahr erleben wir stets das gleiche Phänomen, sobald Freunde/Verwandte aus großen Städten oder anderen Ecken Deutschlands uns hier im Westerwald besuchen: Manche sehen es beim Waldspaziergang oder ein Überlandfahrt von selbst, andere muss man einmal darauf aufmerksam machen, von da an aber fällt ihnen jede der unzähligen "Schadstelle" im Wald sofort ins Auge. Die meisten hatten schon gehört von einer "Waldkrise" in etlichen Mittelgebirgsregionen, sich aber keine rechte Vorstellung davon gemacht. Nun erkennen die Besucher fassungslos bis entsetzt das inzwischen tatsächlich katastrophische Ausmaß vor allem des Fichtensterbens hierorts. Die vebreitete Unkenntnis darüber, dass der Klimawandel bereits dabei ist, unsere Landschaft zu verändern, hat mich bewogen, eine kleine Fotodokumentation zum Stand der Waldkrise in "meinem Hauswald" zu fabrizieren und auf meine website zu stellen. Leider bin ich kein guter Fotograf, weshalb die Bilder die ganze Dramatik der Realität nicht vollends zum Ausdruck. Doch auch der unvollständige Eindruck dürfte unerfreulich genug sein. > Zum Text mit Foto-Doku (hier)


08.08.2020

"(...)Die überwältigende Mehrheit in diesem Land trägt die Corona-Einschränkungen mit, manchmal genervt, aber einsichtig, quer durch alle Schichten, Milieus und Regionen. Das zeigen die Umfragen seit Monaten. Es ist nur eine winzige Minderheit, die sich verweigert. (...) Nun gehört es zu den kostbaren Garantien des demokratischen Rechtsstaats, dass er die MInderheit vor der Mehrheit schützt. Nichts war den Klassikern der demokratischen Theorie wichtiger, als die vielen zu bändigen, eine Tyrannei der Mehrheit zu verhindern. Auch die wenigen, die Außenseiter, Zweifler und Eigenbrötler müssen sagen, schreiben und leben dürfen, was und wie sie wollen.

Das gilt auch in Zeiten der Pandemie. Aber Corona zeigt plötzlich sehr deutlich, dass manchmal auch das Gegenteil richtig sein kann. Mitunter muss die Mehrheit vor der Minderheit geschützt werden. Dann nämlich, wenn ein einziger Infizierter eine Vielzahl seiner Mitmenschen anzustecken droht. Sicher, es gibt auch so etwas wie ein Grundrecht auf Unvernunft. Aber nur, wenn diese Unvernunft nicht ansteckend ist. (...) " (Aus dem Leitartikel von Heinrich Wefing in der aktuellen "Zeit", 6.8.2020).


05.08.2020

Schluss! Ende! Aus! Ich habe nun endgültig die Nase voll - vom Smartphone. Alle, denen ich die Nummer für mein vor etlichen Monaten angeschafftes Maschinchen dieser Art gegeben habe, können sie wieder streichen. Ich lege das Ding mit sofortiger Wirkung still. Sein Nutzwert für meine Art zu leben und leben zu wollen hat sich nach vielerlei Versuchen und Bemühungen als Null- bzw. Negativwert erwiesen.

Erlebt habe ich nur Zeitverschwendung für Tinnef, Ärgernisse sowie die Zumutung, dass was ich will, nicht umstandslos funktioniert, dafür aber selbst gar nicht aktivierte Apps mich mit Anfragen, Werbung und Update-Aufforderungen drangsalieren, zudem das Gerät ohnehin meist macht, was ihm gerade passt, und im Hintergrund rödelt, was das geheimnisvolle Zeug hält. Ihr mögt das inzwischen alles für normal halten und meiner wieder spotten. Ist mir aber völlig wurscht.

Ich reaktiviere mein altes Nokia als gelegentlich bei einsamen Waldgängen und Nachtfahrten mitgeführte Notrufsäule sowie den kleinen Digi-Lumix-Fotoapparat. Denn beide tun verlässlich, was ICH ihnen abverlange - und passen obendrein - im Gegensatz zum Smartphone - prima in die Seitentaschen meines Feldflaschengürtels. Das nenne ich Nutzwert und Lebensqualität - für meine Person. Werdet ihr nach Gusto glücklich (mit Alexa, Algorithmen und Genossen).


04.08.2020

Es gibt nette Zeitgenossen, die meinen, man müsse aufklärerisch mit Leuten reden, wie sie am Samstag in Berlin gegen "Corona-Diktatur" und Seuchenreglement demonstriert hatten. Kann man machen, aber ich selbst habe solche Versuche in den letzten Monaten als reine Zeitverschwendung erlebt. Denn wie und worüber soll man sinnvoll mit Menschen diskutieren, die jedwedes rund um die Erde tausendfach erwiesene Faktum als Lüge abtun? Die unzählige Wissenschaftler, Mediziner, Helfer, Covid19-Kranke, Covid19-Opferangehörige etc. als bloße Betrüger ansehen? ... Kurzum: wie und was soll/kann man mit jenen diskutieren, die die Realitäten einfach bestreiten oder ignorieren, die entweder die Existenz der Seuche vollständig leugnen bzw. ihr Harmlosigkeit attestieren?

Die Demo am Samstag in Berlin war eine perfide Kundgebung. Unter dem Banner eines vorgeblichen Kampfes für Bürgerrechte und Freiheit wurde eine De-facto-Diktatur der Seuchenleugner und -verharmloser über die Gesellschaft zelebriert. Weil diese kleine meinende, glaubende, spekulierende, mystifizierende oder auch nur im eigenen Politinteresse agitierende Minderheitsmixture selbst von der Gefahrlosigkeit des Virus überzeugt ist, zwingen diese Besser- und Alleswisser durch demonstratives und systematisches Nichteinhalten des Seuchenreglements der gesamten Bevölkerung die mutwillig gesteigerte Gefährdung durch das Virus auf. Damit erweist sich die Avantgarde der vermeintlichen "Querdenker" als rücksichtslos autoritär und in höchstem Maße als unsolidarisch, asozial, inhuman. Sorry, aber Ich für meinen Teil finde da nichts, worüber man noch sinnvoll diskutieren könnte.


03.08.2020

Wer bis jetzt noch nicht so recht wusste, was Fakenews sind, dürfte jetzt im Bilde sein: Die Propagandamaschine der Realitätsleugner posaunt in alle Welt die Irrsinnslüge, es hätten an ihrer Berliner Demo 1,3 Millionen Leute teilgenommen. Jedwede ernsthafte Zählung, solide Raumberechnung, halbwegs realistische Schätzung sowie alle unabhängigen Fotos und Augenzeugen landen bei Zahlen zwischen 15000 und 25000, also bei 1 bis 3 % dessen, was die Lügenbarone der AfD und anderer Konsorten in freier Fantasterei angeben.


29.07.2020

Noch nie in der Geschichte der modernen Zivilisation wurde zeitgleich weltweit eine derart große Menge wissenschaftlicher und finanzieller Ressourcen für die Entwicklung von Impfstoffen gegen eine einzige Krankheit aufgewandt. Neben allen Hoffnungen darauf, sollte man sich indes auch der Möglichkeit nicht vollends verschließen, dass am Ende dieses Entwicklungsprozesses kein Impfstoff steht, der Covid19 bald, schnell oder überhaupt aus der Welt schafft. Die Unberechenbarkeiten des erst in Ansätzen erforschten Virus SARS-CoV-2 sind eben vor allem eins: unberechenbar.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Wissenschaft hinsichtlich wirksamer Schutzimpfung vor einem Virus kapitulieren muss. Gegen AIDS, Malaria, Hepatitis-C und etliche weniger bekannte Viruskrankheiten gibt es bis heute keinen bzw. keinen generell wirksamen Impfschutz, trotz teils jahrzehntelanger Forschung. Was dann? Was, wenn es nicht gelingen sollte, ein verlässliches, länger anhaltend schützendes, nebenwirkungsarmes Impfmittel gegen SARS-CoV-2 herzustellen? Der Blick auf AIDS etwa erhellt, was allein uns dann vorerst bleiben würde: rigorose ANPASSUNG unserer Lebensweise an die Bedrohung mit Schwerpunktsetzung auf Prophylaxe - ohne große Hoffnung auf die von so vielen Zeitgenossen herbeigesehnte baldige Rückkehr zur früheren Normalität.


26.07.2020

Von drauß' vom Walde komm' ich her und muss euch sagen: Der Boden dort ist tiefgründig knorztrocken. Weil es in diesem Sommer immer wieder mal ein bisschen geregnet hat, ist bei manchem Zeitgenossen der Eindruck entstanden, wir hätten einen feuchten Sommer. Irrtum - die tatsächliche Niederschlagsmenge liegt (zB für meinen Westerwaldkreis) schon wieder erheblicbh unter dem langjährigen Mittel. Wenn es nicht umgehend viele Stunden oder einige Tage ergiebig und in einer für den Boden verwertbaren Form regnet (Landregen), dann können wir - jedenfalls in meinem unterwesterwäldischen Revier - die Pilzsaison 2020 wieder beenden noch bevor sie richtig begonnen hat. Und was die Wildbrombeeren angeht, so hat nach einer prächtigen Blüte sowohl bei der weiß blühenden kleineren wie auch der rosa blühenden größeren Art jetzt diese unschöne Entwicklung eingesetzt: Mit jedem Tag länger ohne Regen schrumpft die im August zu erwartende Saftmenge pro Stunde Sammelns.

Von den Bäumen mag ich gar nicht mehr reden. Die Fichtennotfäll-Kolonnen arbeiten nun auch samstags durch. Und mir ist in letzter Zeit obendrein ein Phänomen aufgefallen, über das ich noch nirgends etwas gelesen habe: Die inzwischen zahllosen Fichtenkahlschlagslöcher im Wald verändern deutlich auch die Verhältnisse im umliegenden Laubwald. Dort ist es heller geworden und windiger, was die Verdungstungsrate in die Höhe treibt. Welche Veränderungen sich in den unterirdischen Wassernetzen ergeben, kann man noch nicht beurteilen.


23.07.2020

Mit zunehmendem Alter passiert es immer öfter, dass ich selbst eigentlich spannende Romanstories und/oder inhaltlich durchaus interessante Sachbücher/-texte bald lustlos beiseite lege. Grund: Wenn der Autor/die Autorin 1A-Stoff nur in 4D-Sprachqualität transportieren kann, wird mir das Lesen zur Qual. Das ist, als würde im Fernsehen eine thematisch saustarke Doku mit verwackelten, über- oder unterbelichteten unscharfen Bildern und verkrachtem Knisterton gesendet.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht um den Gegensatz einfache, allgemeinverständliche Sprache hier, und dort komplexe Fachsprache oder Hochdichtung. Auf beiden Feldern gibt es schlechtes und hässliches Schreiben/Sprechen sowie eben auch schönes, brillantes, packendes, bild- und atmosphäremächtiges Schreiben/Sprechen. Ein guter Inhalt ist verschenkt, wenn der Autor/die Autorin keine angemessene Sprache findet/beherrscht.


22.07.2020

Und plötzlich, seit gestern, propagiert Mister Trump mit Verve das Maskentragen als "patriotische Pflicht" der US-Amerikaner. Wie kommt er zu diesem grundlegenden Gesinnungswandel? Hat ihn die Wissenschaft überzeugt, haben ihn die gewaltigen Infektions- und Todesraten erschreckt und zum Umdenken bewogen? Aber nein, es sind vielmehr die stetig sinkenden Umfragewerte, die ihn vier Monate vor der Wahl entsetzen. Es tut mir leid, das sagen zu müssen: Ich halte diesen Mann auf dem amerikanischen Präsidentenstuhl weniger für einen Idioten, sondern für ein völlig verkommenes Subjekt.


19.06.2020

Der nachfolgende verlinkte Text ist im gehörigen Unmut geschrieben über einige seltsame Zeitgenossen, die sich als mehr oder minder "radikale Linke", gar als Marxisten begreifen/bezeichnen, beim Thema Klimawandel wie Corona-Seuche gleichermaßen allerdings auf eine Weise argumentieren und agieren, die mit "links" herzlich wenig und mit marxistischer Analyse rein gar nichts zu tun hat: Sie leugnen einfach die objektiven Fakten. > Hier der Text


16.07.2020

Die Helden meiner späten Kindheit und nachherigen Jugend waren weit überwiegend Nichtweiße. Das schoss mir heute in der Früh durch den Kopf bei der Lektüre des dreiseitigen Artikels im Dossier der neuen "Zeit" (Nr. 30/ 16. Juli). Der steht unter der Überschrift "Wie rassistisch sind Sie?" Frage also an mich selbst: Wieviel Rassismus rumort noch in den Tiefen meines eigenen Hirns? > Kleine Betrachtung zum Thema


15.07.2020

Der revolutionäre Planungsrat unseres landwirtschaftlichen Wohn- und Arbeitskollektivs hat in lebhafter Nachtsitzung beschlossen: "Die angedachte Aufnahme der Eigenproduktion alkoholischer Getränke wird auf den Spätsommer 2021 verschoben. Da der Altersdurchschnitt der Hausgenossen/innen nunmehr 66 Jahre beträgt, erhalten diverse Umbaumaßnahmen im und am Haus zwecks Herstellung altersgemäßen Zuschnitts 2020 den Vorrang." *schnief*


10.07.2020

Nur wenige gute, aber sehr viele beunruhigende Nachrichten von der globalen Coronafront.
Gut: Die jüngsten Covid19-Ausbrüche in Koblenz und Euskirchen sind wohl harmloser als zunächst befürchtet. Massentestungen ergaben in beiden Fällen kein weitreichendes Infektionsgeschehen. Die jeweiligen Kollektivquarantänen sind aufgehoben.

Beuruhigend (Auswahl): Im Weltmaßstab nimmt das Infektiktionsgeschehen immer schneller immer größere Ausmaße an. Neue nationale Rekorde mit bislang nie dagewesenen Infektionsraten binnen 24 Stunden werden gemeldet u.a. aus USA (65551), Brasilien (42619), Mexiko (7280), Israel (zweite und deutlich stärkere Welle erschüttert das kleine Land; Neuinfektionen am Donnerstag: 1464), die Stadt Tokio... Anhaltend starkes Seuchengeschehen wird festgestellt für Russland, den indischen Subkontinent, Teile Indochinas, den gesamten lateinamerikanischen Raum. Vom afrikanischen Kontinent werden rasch steigende Ansteckungszahlen vermeldet, rund 500 000 (offiziell ermittelte Fälle) bis gestern. Australien verhängt wg, stark erhöhter Infektionsrate erneut sechswöchigen Lockdown über Melbourne. Hongkong schließt alle Kindertagesstätten und Schulen wg. gestiegener Neuinfektionsrate. Spanien hat wg überproportionalen Infektionsgeschehens die katalanischen Region Segrià und den galicischen Landkreis A Marina abgeriegelt. ...

Wenig erfreulich sind auch jüngste Ergebnisse aus der medzinischen/virologischen Coronaforschung. Etliche Studien attestieren: Eine signifikante Anzahl der als "genesen" Ausgewiesenen ist alles andere als gesund. Diverse Folgebeschwerden und/oder durch das Virus ausgelöste Nachfolgeerkrankungen sehr unterschiedlicher Form und Ausprägung sowie von noch völlig ungewisser Dauer sind nachgewiesen - dies selbst bei mäßig schweren bis leichten Covid19-Verläufen. Sehr unschön sind auch neue Hinweise mehrerer Studien, wonach möglicherweise bis wahrscheinlich Covid19-Infektionen mit leichtem oder unbemerktem Verlauf keine Garantie darstellen für eine längere Immunität gegen das Virus.

Also, liebe Leute: Nix ist vorbei und weiter Obachtgeben erste Bürger- wie Solidarpflicht.


08.07.2020

Um das noch einmal klarzustellen: Es gibt keinen auch nur ansatzweise ernsthaften Hinweis darauf oder gar handfesten Beweis dafür, dass Klimawandel wie auch Covid19-Seuche Erfindungen oder Aktionen irgendwelcher politischer oder ökonomischer Interessens-/Machtgruppen auf dem Planeten sein könnten. Den Umstand, dass nun diverse politische und ökonomische Akteure Nutzen und Kapital aus der kleinen Weltkrise (Corona-Pandemie) wie aus der großen (Klimawandel) zu schlagen versuchen, diesen Umstand im Nachinein als vermeintlichen Beweis für das Gegenteil herbeizuzerren, ist mehr als bemüht und mehr als naiv.

Es sei an einen altbekannten Mechanismus erinnert: Es ist ein Wesenszug des Kapitalismus seit jeher, aus JEDWEDER normalen oder besonderen Lage möglichst viel Honig zu schlürfen. Um nur ein Beispiel anzuführen: An den Börsen wird bekanntlich auf Missernten, Hungersnöte, Kriege, Zusammenbrüche, Bankrotte ganz regulär, aber in Leichenfledder-Manier sehr profitabel gewettet. Wer aus diesem Sachverhalt allerdings auf Klimawandel und Covid19-Seuche als bloß erfundenes Mittel zum Zweck schließt, hat weder den Kapitalismus noch die Funktionsweise von Wissenschaft noch die Realität überhaupt verstanden.


02.07.2020

Unschöne Nachrichten am Abend: Ausbruch einer zweiten Coronawelle in der Schweiz. Regierung in Bern verhängt Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen (wieder). USA bricht erneut alle Rekorde: 50 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.


30.06.2020

„Nicht mit dir und nicht ohne dich“ nennt sich die aktuelle Ballettproduktion des Theaters Koblenz. Treffend bezeichnet dieser Titel den Zustand eines eigentümlichen Dazwischen, in dem die Tanzkunst zu Corona-Zeiten sagen wir: festhängt. Denn das Seuchenreglement hat einen Wesenskern des Balletts ausgeknipst: das Wechselspiel aus Körperberührung und Distanz. Der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs machte nun aus der Not eine Tugend. Zu Bachs Goldberg-Variationen hat er jedem der 15 Mitglieder seiner Compagnie ein kleines Solo auf den Leib choreografiert. Die wurden vor schwarzem Hintergrund filmisch adaptiert, und stehen jetzt im Streamingportal des Theaters als 40-minütige Produktion zum (kostenpflichtigen) Abruf bereit. > Meine Besprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

***

Sapperlottementkreuzdonnergewitter - das hat man nun vom Ruhestand: Muskelkater, so weit die Fasern reichen; die Knie zerschunden, die Schienbeine blau gefleckt; im Haar Zementstaub und Betonbrocken; die Finger mit Teerpampe verklebt und eine ganze Garnitur Arbeitsklamotten reif für den Müll. Weshalb, warum, wovon, wofür? Vierter Tag praktischen Einsatzes in so ungewohnten Zünften wie Tiefbauer, Maurer, Verputzer, Installateur ... Kurzum: Kellerumbau, um jenen Raum zu schaffen, in dem ich demnächst mit der eigenen Saft- und Früchteweinproduktion beginnen will.

10.07.2020

Nur wenige gute, aber sehr viele beunruhigende Nachrichten von der globalen Coronafront.
Gut: Die jüngsten Covid19-Ausbrüche in Koblenz und Euskirchen sind wohl harmloser als zunächst befürchtet. Massentestungen ergaben in beiden Fällen kein weitreichendes Infektionsgeschehen. Die jeweiligen Kollektivquarantänen sind aufgehoben.

Beuruhigend (Auswahl): Im Weltmaßstab nimmt das Infektiktionsgeschehen immer schneller immer größere Ausmaße an. Neue nationale Rekorde mit bislang nie dagewesenen Infektionsraten binnen 24 Stunden werden gemeldet u.a. aus USA (65551), Brasilien (42619), Mexiko (7280), Israel (zweite und deutlich stärkere Welle erschüttert das kleine Land; Neuinfektionen am Donnerstag: 1464), die Stadt Tokio... Anhaltend starkes Seuchengeschehen wird festgestellt für Russland, den indischen Subkontinent, Teile Indochinas, den gesamten lateinamerikanischen Raum. Vom afrikanischen Kontinent werden rasch steigende Ansteckungszahlen vermeldet, rund 500 000 (offiziell ermittelte Fälle) bis gestern. Australien verhängt wg, stark erhöhter Infektionsrate erneut sechswöchigen Lockdown über Melbourne. Hongkong schließt alle Kindertagesstätten und Schulen wg. gestiegener Neuinfektionsrate. Spanien hat wg überproportionalen Infektionsgeschehens die katalanischen Region Segrià und den galicischen Landkreis A Marina abgeriegelt. ...

Wenig erfreulich sind auch jüngste Ergebnisse aus der medzinischen/virologischen Coronaforschung. Etliche Studien attestieren: Eine signifikante Anzahl der als "genesen" Ausgewiesenen ist alles andere als gesund. Diverse Folgebeschwerden und/oder durch das Virus ausgelöste Nachfolgeerkrankungen sehr unterschiedlicher Form und Ausprägung sowie von noch völlig ungewisser Dauer sind nachgewiesen - dies selbst bei mäßig schweren bis leichten Covid19-Verläufen. Sehr unschön sind auch neue Hinweise mehrerer Studien, wonach möglicherweise bis wahrscheinlich Covid19-Infektionen mit leichtem oder unbemerktem Verlauf keine Garantie darstellen für eine längere Immunität gegen das Virus.

Also, liebe Leute: Nix ist vorbei und weiter Obachtgeben erste Bürger- wie Solidarpflicht.


08.07.2020

Um das noch einmal klarzustellen: Es gibt keinen auch nur ansatzweise ernsthaften Hinweis darauf oder gar handfesten Beweis dafür, dass Klimawandel wie auch Covid19-Seuche Erfindungen oder Aktionen irgendwelcher politischer oder ökonomischer Interessens-/Machtgruppen auf dem Planeten sein könnten. Den Umstand, dass nun diverse politische und ökonomische Akteure Nutzen und Kapital aus der kleinen Weltkrise (Corona-Pandemie) wie aus der großen (Klimawandel) zu schlagen versuchen, diesen Umstand im Nachinein als vermeintlichen Beweis für das Gegenteil herbeizuzerren, ist mehr als bemüht und mehr als naiv.

Es sei an einen altbekannten Mechanismus erinnert: Es ist ein Wesenszug des Kapitalismus seit jeher, aus JEDWEDER normalen oder besonderen Lage möglichst viel Honig zu schlürfen. Um nur ein Beispiel anzuführen: An den Börsen wird bekanntlich auf Missernten, Hungersnöte, Kriege, Zusammenbrüche, Bankrotte ganz regulär, aber in Leichenfledder-Manier sehr profitabel gewettet. Wer aus diesem Sachverhalt allerdings auf Klimawandel und Covid19-Seuche als bloß erfundenes Mittel zum Zweck schließt, hat weder den Kapitalismus noch die Funktionsweise von Wissenschaft noch die Realität überhaupt verstanden.


02.07.2020

Unschöne Nachrichten am Abend: Ausbruch einer zweiten Coronawelle in der Schweiz. Regierung in Bern verhängt Maskenpflicht und Einreisebeschränkungen (wieder). USA bricht erneut alle Rekorde: 50 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.


30.06.2020

„Nicht mit dir und nicht ohne dich“ nennt sich die aktuelle Ballettproduktion des Theaters Koblenz. Treffend bezeichnet dieser Titel den Zustand eines eigentümlichen Dazwischen, in dem die Tanzkunst zu Corona-Zeiten sagen wir: festhängt. Denn das Seuchenreglement hat einen Wesenskern des Balletts ausgeknipst: das Wechselspiel aus Körperberührung und Distanz. Der Koblenzer Ballettchef Steffen Fuchs machte nun aus der Not eine Tugend. Zu Bachs Goldberg-Variationen hat er jedem der 15 Mitglieder seiner Compagnie ein kleines Solo auf den Leib choreografiert. Die wurden vor schwarzem Hintergrund filmisch adaptiert, und stehen jetzt im Streamingportal des Theaters als 40-minütige Produktion zum (kostenpflichtigen) Abruf bereit. > Meine Besprechung (3900 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)

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Sapperlottementkreuzdonnergewitter - das hat man nun vom Ruhestand: Muskelkater, so weit die Fasern reichen; die Knie zerschunden, die Schienbeine blau gefleckt; im Haar Zementstaub und Betonbrocken; die Finger mit Teerpampe verklebt und eine ganze Garnitur Arbeitsklamotten reif für den Müll. Weshalb, warum, wovon, wofür? Vierter Tag praktischen Einsatzes in so ungewohnten Zünften wie Tiefbauer, Maurer, Verputzer, Installateur ... Kurzum: Kellerumbau, um jenen Raum zu schaffen, in dem ich demnächst mit der eigenen Saft- und Früchteweinproduktion beginnen will.


29.06.2020

Seltsame Zeiten sind das - wo der Montagmorgen mit einer Ballettpremiere zum Frühstück beginnt. Seltsam auch - aber ziemlich interessant - die Choreografie des Koblenzer Ballettchefs Steffen Fuchs unter dem Titel „Nicht mit dir und nicht ohne dich“, über das Streamingportal des hiesigen Theaters auf den heimischen PC geholt: 15 filmische Soli für 15 Compagniemitglieder. Danach hockst du über der Besprechung für die morgige Zeitung in der Ruheständler-Schreibstube, derweil Petrus zum Auftakt eines halbstündigen Landregens deftige Hagelschauer aufs Dachfenster paukwirbelt. Gleich darauf knallt die Sommersonne vom Himmel - rennst du besorgt zu den Heidelbeer- und Himbeersträuchern, um zu sehen, ob der für heute geplante erste Erntedurchgang wg. Hagelschlags abgeblasen ist. Ist er nicht. Freude!


28.06.2020

Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie gab am Samstag ein Sonderkonzert, das wegen der enormen Nachfrage am Sonntag wiederholt wurde. Endlich konnten zwei Gruppen wieder zusammenkommen, die quasi von Natur aus zusammengehören: klassische Orchestermusiker und ihr Publikum. Doch in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle, wo sich normalerweise 1200 Besucher zum großen Konzertabend versammeln, nahmen nun unter Corona-Bedingungen gerade 115 Musikfreunde diszipliniert Platz auf den mit sicheren Abständen über die Weite des Saales verteilten Einzelstühlen. > Mein Bericht über Umstände und Konzert (3600 Anschläge, kostenpflichtiger RZ-Text, 49 Cent)


25.06.2020

Es gibt Leute, die stellt das Corona-Reglement vor ein recht spezielles Problem. Dazu gehören Jugendliche und Singles. Das Problem: Woher in diesen Zeiten die Gelegenheiten nehmen zu jenen Begegnungen, Plaudereien, Spielchen, Tänzchen, derer es bedarf, wechselseitige Sympathien zu entwickeln, die mit der Zeit oder alsbald in leibeslüstlicher, womöglich auch herzentflammter Zweisamkeit enden? Meine Monatskolumne "Quergedanken" geht in der aktuellen Folge 183 dieser Frage nach unter die Überschrift > "Die Liebe in Zeiten von Corona" (freier Lesetext. Hinweis vorsichthalber: Redaktionsschluss für diesen Text war VOR der Stuttgarter Krawallnacht)


23.06.2020

Vergangenen Samstag, 20 Uhr. Große Schauspielpremiere des Theaters Koblenz in Corona-Zeiten. Gegeben wird „Maria“, ein Gegenwartsstück von Simon Stephens. Doch statt mit anderen Interessierten im Theater, sitzt auch der Kritiker mutterseelenallein daheim vor dem Computer. Bei der Hand hat er Bier und Salzletten. Solche Bequemlichkeiten sind nun möglich, denn Premiere heißt diesmal: Seit Samstag 20 Uhr steht Markus Dietzes filmische Umsetzung des Stückes im Streamingportal des Theaters zum Abruf bereit. Theater im eigentlichen Sinn ist das nicht. Eher ein Fensehkammerspiel - sehr intensiv, sehr intim, via Kamera so nah dran an den Gesichtern, wie es sonst auf der Bühne kaum geht. > Meine Besprechung, 4800 Anschläge, RZ-Text, 49 Cent


21.06.2020

Asterix und Obelix bemerken gerne: "Die spinnen, die Römer". Bisweilen wird dieser Sinnspruch in anderen Episoden von selbigen Comic-Helden auch auf andere Landsmannschaften übertragen. Ich hatte ihn nun meinerseits in einem Kommentar auf Facebook auf die Bevölkerung jenes Inselkönigreiches angewandt, das aus der EU austreten will: "Die spinnen, die Briten". Folge davon: Der Sinnspruch wurde von Facebook gelöscht und die Zuckermänner erteilten mir eine Verwarnung, weil ich damit gegen die "Gemeinschaftsstandards" verstoßen hätte. Da fällt einem nur nichts mehr dazu ein.


18.06.2020

Eine Anmerkung zu diesem von allen Seiten teils leider mit unseliger Dogmatik geführten Streit um Rassismus (und andere Negativeigenschaften) in der deutschen Polizei. Ich selbst bin in den zurückliegenden 50 Jahren mehrfach Zeuge (bisweilen Opfer) bzw. Nutznießer von beidem geworden: a) die Polizei dein Freund und Helfer, b) Polizisten als Einsatztruppe, die mit unverhältnismäßiger Härte zuschlagen, sich selbstherrliche Übergriffigkeiten erlauben und die Verantwortung für ihr Tun in der Korpsanonymität verbergen.

Aus beiderlei Erfahrungen rührt meine heutige Haltung in der jetzigen Diskussion: Der deutschen Polizei systemischen Rassismus u.a. zu unterstellen, ist abwegig. Ebenso abwegig ist es, der gesamten Polizei ein generelles Unschuldsattest auszustellen. Da es beispielsweise, wie wir gerade aus jüngster Zeite wissen, innerhalb der Polizei auch rechtsradikale Individuen und/oder Seilschaften gibt, gibt es schon von daher dort naturgemäß auch ein Quantum an Rassismus.

In toto bin ich der Ansicht, dass das staatliche Gewaltmonopol in der Demokratie eine feine Sache ist. Gerade deshalb aber bedarf es einer strengen rechtsstaatlichen wie auch unabhängigen operativen Kontrolle dieses Gewaltapparates. Auf dass sein Monopol nicht missbraucht werde. Blindes Vertrauen ist diesbezüglich so wenig hilfreich wie generalisierendes Misstrauen.


16.06.2020

Der erste Kür-Beitrag aus meinem Ruhestand: Besprechung der Sonderproduktion "Extra Time" von tanzmainz am Staatstheater Mainz. Premiere war am Sonntag. Endlich mal wieder Tanzkunst live - wegen Corona freilich unter besonderen Bedingungen für die Theaterbesucher und deutlichen Folgen auch für das tänzerische Bühnengeschehen selbst. > Mein Zeitungsartikel (4200 Anschläge, kostenpflichtiger Rhein-Zeitungs-Text, 49 Cent)


15.06.2020

Aus dem Vollen schöpfen. Wir stecken nun mittendrin in der 100%-Selbstversorgung mit Grünzeug und Beeren während des Sommerhalbjahres. Salat, Kohlrabi, Broccoli, Möhren, Jungzwiebeln, Radies, Zuckererbsenschoten aus eigenem Bio-Anbau stehen täglich zur Verfügung. Obendrein heute schon wieder zwei Kilo Erdbeeren gepflückt, und die Johannisbeeren drängen auch schon. Vielversprechend kräftig sehen die Kartoffelpflanzen aus. Resilienz, die Freude macht.


12.06.2020

Sie gehen mir gewaltig auf den Keks, diese Leute, die nun nach vier Monaten Corona-Krise aus allerhand Ecken tönen: Man hätte dies und das anders machen müssen, jenes gar nicht machen brauchen ... > Dazu eine kurze Anmerkung 


09.06.2020

Hätten wir die fleißigen Hummeln nicht, es sähe mau aus mit der Blütenbestäubung im Selbstversorgungsgarten und rund ums Haus. Es summt und brummt zwar in Himbeersträuchern wie Kräuterbeeten, zwischen Tomatenstauden, erst recht rund ums halbe Dutzend Wild- und Bienenblumenecken auf dem Grundstück. Doch stellt sich bei genauerer Beobachtung heraus: Auf zehn Hummeln kommen hier höchstens eine Biene und zwei, drei Minisummser.


07.06.2020

Nein, die Wiederwahl Trumps im November ist gewiss noch nicht verhindert. Doch auch im bürgerlich-konservativen Milieu der US-Gesellschaft gerät derzeit einiges in Bewegung. So gibt es - > wie der verlinkte Artikel dokumentiert - Anzeichen, dass die bisher schier bedingungslose Anhängerschaft vieler amerikanischer Christen für diesen Präsidenten bröckelt.


06.06.2020

Zwei Herzen, ach, in meiner Brust: Einerseits große Freude über die breite antirassistische Bewegung in USA, Deutschland und vielen anderen Ländern; andererseits Corona-Besorgnis wegen der Zusammenballung großer Menschenmassen bei den Demos. Immerhin, und das ist ein gravierender Unterschied zu den "Hygiene"-Aufmärschen und dem Berliner Raver-Event: Man sieht auf den zahlreichen Demo-Fotos, dass die allermeisten Demonstranten Maske tragen. Man sieht auf Luftaufnahmen von diversen Demos erkennbares (teils leider erfolgloses) Bemühen um Abstandhalten.


05.06.2020

Nein, die Amis sind beileibe nicht alle bekloppt. Derzeit zeigt wieder das andere Amerika sein Gesicht - der weltoffene, humane, demokratische, sozial eingestellte, vernünftige Teil dieses Volkes der vielen Herkünfte. Ich habe in den letzten Tagen alle Nachrichten, Bilder, Statements über die aktuelle Antirassismus-Bewegung unter der Fragestellung betrachtet: Was unterscheidet die jetzige Bewegung von den diversen "Rassenunruhen" der vergangenen Jahrzehnte in den USA sowie von der Bürgerrechtsbewegung der frühen 1960er?

Antwort: Wir erleben als Reaktion auf die Ermordung von George Floyd gar keine "Rassenunruhe", keinen Protest oder Wutaufstand vornehmlich der Schwarzen. Vielmehr haben wir es zu tun mit dem Aufbegehren eines bunt gemischten Teils der US-Zivilgesellschaft gegen systemischen Rassismus. Einer der wesentlichen Unterschiede zu früher ist: Latinos, Asiaten, Indigene und sehr, sehr viele Weiße schließen sich mit den Schwarzen zusammen - verstehen sich als selbstverständliche multiethnische Einheit, für die Rassismus eine unerträgliche Absurdität im heutigen Amerika darstellt. Der Anteil jüngerer Menschen und von Frauen in dieser Bewegung ist extrem hoch. Das macht Hoffnung - wie auch die jetzt vermehrt aufbrechenden Spaltungslinien innerhalb des Establishments bis hin zur Armeeführung Hoffnung machen.


04.06.2020

Ja, ja, ja - heute endlich war ich mal Klamotten einkaufen. Opulent und vollkommen friedlich. Erst im kleinen Städtchen nebenan, hernach in der großen Stadt dorten, wo Rhenus und Mosella koitieren. In summa fünf Geschäfte hintereinander besucht; persönlicher Rekord. Zwei Hosen, drei T-Shirts, zwei Polohemden und drei Paar Socken erbeutet. Dazu noch ein paar Sachen, die wir wirklich neu brauchten: Schneidebrett, Kartoffelschäler, Körper- und Geschirrtrockentücher. Schließlich landete ich erschöpft an der zentralstädtischen Imbissbude. Eine schöne Bratwurst mit viel Senf darauf ergattert - aber kläglich gescheitert beim Versuch, sie durch den Mundschutz ins Maul zu schieben. Oh, oh, oh - der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Je häufiger und selbstverständlicher du die Seuchenmaske auf hast, umso eher vergisst du, dass du sie auf hast. Was eine Sauerei: Das Schnuffeltuch über und über mit Mostrich beschmiert, die Finger gleich drauf nicht minder. Eilends entzog sich der Mann den spöttisch-amüsierten Blicken der urbanen Öffentlichkeit.


03.06.2020

Gestern ausgestrahlt, jetzt noch in der Mediathek nachzuhören: SWR2 Musikgespräch mit mir über mein Buch zur Geschichte des Koblenzer Musik-Instituts. Wen das interessiert (8 Minuten): > Hier ist der Link zur Sendung

***

Von drauß' vom Walde komm' ich her und muss euch sagen: Es ist ein Elend dorten. Nach zwei langen Wanderungen am Pfingstwochenende in die weitere Umgebung und heute wieder durch den Hauswald muss ich, müsste selbst der sprichwörtliche Blinde mit Krückstock feststellen: Für den Unterwesterwald ist die Baumart Fichte unübersehbar ins finale Stadium des Aussterbens eingetreten. Ich konnte nirgendwo mehr einen gesunden Fichtenbestand ausmachen. > weiterlesen


02.06.2020

Gerd Neuwirth, einer meiner ältesten Freunde und frühen Kollegen in der mittelrheinischen Wahlheimat, hat einen Text über uns beide geschrieben und vorgestern im Rahmen einer Bücher-Challange auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Von meiner Ruhestandsmitteilung aufgeschreckt und angestachelt, erinnert sich Gerd an Anfänge und Werden unserer ebenso getreulichen wie produktiv streitbaren Beziehung. Da ist allerhand sehr gut getroffen und berührend bis knuffig ausgedrückt, was zum Kern dieser besonderen Freundschaft zwischen dem Alten und dem noch nicht ganz so Alten gehört. Danke Gerd. > "Eine streitbare Freundschaft" (hier)



31.05.2020

Stephan Mahlow vom Koblenzer Podcast "Runde um Eck" und ich haben neulich lange geplaudert über mein Leben, Tun und Ansichten zu diversen Gegenwartsfragen. Mahlow schreibt in seiner Ankündigung dieses Podcast-Beitrages u.a. : Es ist ein langes, aber wie ich finde sehr interessantes Gespräch geworden. Über lehrreichen Wehrdienst, die Faszination von Dialekten, "links-grün-versiffte" Positionen der Rhein-Zeitung, Fridays for Future, Qualitätsjournalismus, Facebook-Blasen und natürlich über die Coronakrise.

> Gespräch anhören wahlweise hier:

 Spotify: https://spoti.fi/36CRoHF

iTunes: https://apple.co/3es8I4K

Google Podcasts: https://bit.ly/2BdgIs6

Anchor: https://bit.ly/3ck7iIh"


30.05.2020

IN EIGENER SACHE gebe ich kund und zu wissen: Von heute an firmiere ich als "Kulturjournalist a.D." (außer Dienst). Ja, die beruflichen Schuhe sind abgelatscht, zerschlissen, löchrig. Nach 33 Jahren bin ich der Pflichten, Zwänge, Turbulenzen und Verantwortung wie auch der Erwartungen und Forderungen an mich müde. Es war eine gute Zeit, sowohl die 17 Jahre in der Zentralredaktion der Rhein-Zeitung als auch die anschließenden 16 freischaffenden Jahre. Aber nun ist es genug. Nach reiflichem Überlegen und ein bisschen Rumrechnen bin ich zu dem Schluss gekommen, postcorona nicht mehr in den Vollbetrieb meiner Zunft zurückzukehren, sondern schon jetzt - ein Jahr vorfristig - in den Ruhestand zu gehen.

Natürlich, wer mich etwas näher kennt, der/die sagt jetzt: "Er wird die Feder nie und nimmer ganz weglegen (können)." Will er auch nicht. Ich werde, freilich in stark reduziertem Maße, der Tanz- und Schauspielkunst sowie der klassischen Musik als Gelegenheitskritiker treu bleiben, mich hie und da gewiss auch zu anderen Themen in der Zeitung mal zu Wort melden. Das aber ganz nach eigener Lust und Laune. Die Lebensphase der Kür ist ausgerufen. Nun müssen sich erstmal Hirn, Gemüt und Umgebung mit den neuen Umständen vertraut machen. Alles Weitere findet sich.

 

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